Nach 0:2-Heimpleite gegen Wolfsburg rutscht Ottersberg weiter in den Keller

„Jetzt haben wir unser Sechs-Punkte-Derby“

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Auch Rafet-Emre Sarar vermochte gestern das Runde nicht im Eckigen unterzubringen. · Fotos (2): von Staden

Ottersberg - Von Frank von StadenSie hatten so auf einen Brustlöser gehofft, dafür extra ein Dudelsack-Quartett aufmarschieren lassen, das die Glücksmelodie in den Ottersberger Nachmittagshimmel musizierte. Letztlich aber wurde es dann wieder nichts, blieb der Fußball-Oberligist von der Wümme nun schon zum siebten Mal sieglos und bekam gestern daheim von Lupo Martini Wolfsburg beim 0:2 (0:2) die Flötentöne beigebracht.

Damit rutschen die Grün-Weißen immer weiter in den Tabellenkeller, weisen nur noch fünf Punkte auf den ersten Abstiegsplatz auf, den derzeit der zweite Wümme-Club inne hat, der Rotenburger SV. Und der tankte gestern beim 1:0-Überraschungscoup in Braunschweig einmal so richtig Selbstvertrauen vor dem am kommenden Sonnabend anstehenden Nachbarschaftsduell im Ahe-Stadion. „Durch diese Konstellation haben wir jetzt ein Sechs-Punkte-Derby – ein echtes Knaller-Duell. Als es bei uns noch lief, wir auf Platz drei standen, haben sie mich belächelt, als ich gewarnt habe. Jetzt sind wir im Abstiegskampf angekommen“, so Ottersbergs Trainer Axel Sammrey, der gestern nach dem Halbzeitpfiff des sehr überschaubar pfeifenden Unparteiischen Benjamin Buth (Hannover) vor Wut schäumte. So war seine Ansprache dann auch nur sehr kurz. Das war aber auch mehr als verständlich. Denn was seine Jungs da in den ersten 30 Minuten anzubieten hatten, war ungenießbare Magerkost. Vor allem das Deckungsverhalten glich da einem Besuch im Streichelzoo. Kein Wunder, dass die Gäste da schon nach fünf Minuten jubeln durften. Für einen weiten Freistoß in den 16er fühlte sich niemand verantwortlich, Emanuele Flauto brauchte da nur noch danke sagen – 0:1. Und es sollte noch besser kommen für die Kicker aus der Autostadt. Denn nachdem die Platzherren nach 25 Minuten so langsam begannen am Spiel teilzunehmen, durch Bekim Murati auch eine glasklare Kopfballchance besaßen (28.), klingelte es ein zweites Mal im Gehäuse von Tim Eggert. Diesmal ließ Johannes Ibelherr einen hohen Ball durchrauschen, Andrea Rizzo schaltete am schnellsten – 0:2 (34.).

„Und das war verdient bis dahin. Denn wir waren klar besser. Danach aber haben wir komplett aufgehört, Fußball zu spielen. Das war zweite Halbzeit gar nichts mehr, die gehörte klar dem TSV Ottersberg. Und wenn dem der Anschluss gelingt, dann verlieren wir noch. So war unser Sieg unter dem Strich glücklich“, musste im zweiten Abschnitt dann Wolfsburgs Trainer Francisco Coppi einige bange Momente durchleben.

Wie verwandelt kamen die Gastgeber aus der Kabine, bekamen nun endlich mehr Zugriff aufs Spiel und verzeichneten auch gute Torchancen. Nur zu nutzen wussten sie keine einzige. Teilweise war es schon kläglich, wie diese ausgelassen wurden. So köpfte Murati nach einer Ecke aus zwei Metern erneut nur den Lupo-Schlussmann an (61.), drückte Ibelherr das Sportgerät ebenfalls aus der Nahdistanz freistehend am Gehäuse nach Muzzicato-Freistoß vorbei (70.).

So hätte letztlich dann schon ein Wolfsburger seinen Beitrag zur Aufholjagd leisten müssen. Einen scharfen Querpass des nun gut aufspielenden Benedetto Muzzicato von der Grundlinie nagelte Gianpiero Buonocore aus der Nahdistanz aber nur an die Latte. „Das ist derzeit einfach unser Problem, dass wir mit unseren Chancen zu schlampig umgehen“, stöhnte da Sammrey später. Und nachdem er vom RSV-Coup hörte, noch etwas lauter. Denn der Coach weiß genau: „Wenn wir in Rotenburg nicht gewinnen, haben wir endgültig die Fahrkarte in die Abstiegszone gelöst!“

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