INTERVIEW Verdener Finn Oestmann glaubt an längeren Lockdown auch in Hudes TT-Oberliga

„Ich rechne mit der Fortsetzung erst 2021“

Mit dem TV Hude geht es für ihn um den Klassenerhalt in der TT-Oberliga: Finn Oestmann aus Verden.
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Mit dem TV Hude geht es für ihn um den Klassenerhalt in der TT-Oberliga: Finn Oestmann aus Verden.

Verden – Wie bei vielen weiteren Sportarten wurde auch im Tischtennis die Saison wegen der Corona-Pandemie unterbrochen – wir berichteten. Die Oberliga, in der Finn Oestmann für den TV Hude spielt und die nicht unter der Regie des niedersächsischen Verbandes läuft, zunächst nur bis zum 30. November. Im Gespräch mit dieser Zeitung äußert sich der 20-jährige Verdener über den aktuellen Stand.

Herr Oestmann, wie stehen Sie dazu, dass auch im Tischtennis, obwohl auf Doppel verzichtet wird und sehr strenge Hygienekonzepte umgesetzt worden sind, die Saison unterbrochen worden ist?

Ich kann es total nachvollziehen und verstehe, dass die Saison unterbrochen wurde. Die steigenden Zahlen sind erschreckend und lassen es nicht zu, dass der Sport weiter ausgeübt werden darf. Es ist zwar schade und tut auch ein bisschen weh, nicht trainieren zu können. Aber meiner Meinung nach ist es dennoch die richtige Entscheidung.

Der Deutsche Tischtennisbund (DTTB) hat beschlossen, dass die Oberliga nun in einer einfachen Runde (also jeweils nur ein Duell gegen jede Mannschaft) zu Ende gespielt wird. Was halten Sie von dieser Entscheidung?

Es ist eine gute Lösung, da man nicht weiß, wann wir wieder spielen dürfen und ob es nicht sogar noch zu einem weiteren Lockdown kommt in ungewisser Zeit! Des Weiteren haben wir mit Sören Dreier einen Internatsspieler aus dem Sportinternat Hannover, der einen straffen Zeitplan hat. Und ich gehe stark davon aus, dass es kaum möglich wäre, die gesamten Spiele in so kurzer Zeit durchzuführen.

Seit dem 2. November können Sie auch nicht mehr trainieren. Die Volleyballer vom TV Baden dürfen dank einer Sonderregelung wieder in die Halle. Versucht der TV Hude, auch ähnliches zu erreichen, da es ja Anfang Dezember schon wieder losgehen könnte mit dem Fortsetzen der Saison?

Leider wurde bereits entschieden, dass in sämtlichen Hallen in Hude Sportverbot herrscht und kein Training stattfinden darf. Ich gehe aber auch stark davon aus, dass die Saison erst 2021 fortgeführt wird und nicht schon im Dezember. In den unteren Ligen ist dies ja schon der Fall.

Kommen wir mal zurück zum Sportlichen. Ihr seid als Aufsteiger zwar mit nur einem Sieg aus vier Spielen gestartet, habt mit Marklohe, Salzgitter und Göttingen aber bereits gegen drei Topfavoriten der Liga gespielt. Wie seid Ihr mit eurem Saisonstart zufrieden?

Mit dem Verlauf haben wir am Anfang der Saison gerechnet, eigentlich auch damit geplant. Wir wussten, dass es gegen Marklohe, Salzgitter und Göttingen schwer werden wird. Doch man muss auch sagen, dass wir nie in bester Aufstellung gespielt haben. Ryan Farrell, der in Irland wohnt, durfte wegen der Corona-Pandemie nicht einreisen. Dann hat sich auch noch Peter Igel verletzt, und gegen Marklohe mussten wir zusätzlich auch auf Florian Henke verzichten. Mit einer vollen Mannschaft wäre insgesamt mehr drin gewesen. Ich glaube, wir hätten den einen oder anderen ärgern können.

Wie sieht‘s bei Ihnen persönlich aus? Sie haben bisher eine fast ausgeglichene 3:5-Bilanz vorzuweisen. Wäre da noch mehr drin gewesen oder ist das okay für Sie? Und was ist denn Ihrer Ansicht nach der Unterschied zwischen Verbands- und Oberliga?

Ich bin nicht zufrieden. Vergleicht man meine Bilanz allerdings mit meinem aktuellen Trainingsaufwand, ist sie gut. Leider konnte ich durch Corona nur einmal pro Woche trainieren, was viel zu wenig für die Oberliga ist. Vor Corona habe ich drei- bis viermal trainiert – plus Punktspiel am Wochenende. Zum Glück haben wir mit Philipp Floritz einen ehemaligen Bundesligaspieler (aktuell 2. Liga) als herausragenden Coach, der mich einmal die Woche trainiert und noch einigermaßen fit gehalten hat.

Neben Ihnen spielen mit dem Youngster Sören Dreier und dem Iren Ryan Farrell noch zwei weitere Linkshänder. Die Hälfte eurer Mannschaft hält den Schläger also in der vermeintlich „falschen“ Hand. Wie stehen Sie zu der These, dass dies ein Vorteil ist?

Doch, das stimmt schon. Es gibt nicht viele Linkshänder beim Tischtennis. Weil es so viele Rechtshänder gibt, ist es für uns Linkshänder einfacher, uns auf das Spiel des Rechtshänders einzustellen. So wissen wir meist direkt, wie die Bälle geflogen kommen oder mit welcher Wahrscheinlichkeit der nächste Ball in die oder die Ecke kommt. Für Rechtshänder ist es am Anfang schwieriger, sich auf die Winkel und Bälle des Linkshänders einzustellen.

Mit eurem Neuzugang Peter Igel vom TV Oyten habt ihr noch einen weiteren Spieler aus dem Landkreis Verden im Team. Peter gilt ja als Legende im Tischtennissport. Was zeichnet ihn aus?

Sein krummes Spiel und vor allem seine Erfahrung am Tisch. Peter bringt mit seinen Schnittwechseln viele Leute zur Verzweiflung, da sie entweder nicht sehen, welcher Schnitt im Ball ist oder einfach zu ungeduldig sind und daher leichte Fehler machen. Mit Peter haben wir eine sehr gute Chance, sofern es Auf- und Absteiger gibt, uns in der Oberliga zu halten.

Von Björn Drinkmann

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