„Ich habe extrem hart gearbeitet“

Nach Pause: Lisa Bormann-Rajes ist sofort wieder eine Führungsspielerin der Vampires

+
Oytens Flügelspielerin Lisa Bormann-Rajes ist nach einer einjährigen Pause zurück im Team und sofort wieder eine Leistungsträgerin beim Handball-Drittligisten. 

Oyten - Von Kai Caspers. Zwei Tage vor Heiligabend haben es die Damen des Handball-Drittligisten TV Oyten Vampires noch einmal so richtig krachen lassen. Dank einer überragenden zweiten Halbzeit wurde Tabellenführer HSV Solingen-Gräfrath 76 beim 36:26 regelrecht entzaubert. Großen Anteil daran hatte die 28-jährige Lisa Bormann-Rajes, die gleich zehn Tore zum überraschend deutlichen Kantersieg beisteuerte.

Wie lange haben Sie eigentlich pausiert?

Lisa Bormann-Rajes: Ich habe ziemlich genau ein Jahr ausgesetzt.

Dennoch waren Sie bei den Heimspielen auch auf der Tribüne zu sehen. Was war denn schlimmer. Selber zu spielen, oder nur zuzugucken?

Bormann-Rajes: Natürlich ist das Zuschauen schlimmer, da ich meiner Mannschaft von der Tribüne oder der Bank ja nicht helfen kann. Daher hat es mir schon gefehlt, dass ich mit den Mädels nicht gemeinsam auf dem Platz stehen und jubeln konnte.

Auch wenn Sie keinen Handball spielen konnten, haben Sie sich sicher fit gehalten. Wenn ja, womit?

Bormann-Rajes: Nach der Schwangerschaft habe ich relativ schnell wieder angefangen, zweimal die Woche mit den Mädels zu trainieren. Das hat unglaublich gutgetan, einfach wieder dabei zu sein. Ich habe dann extrem hart daran gearbeitet, meinen alten Körper wieder zu bekommen. Denn die Schwangerschaft hinterlässt auch ihre Spuren und ich wollte unbedingt wieder die Alte werden. Ich hatte einen super Fitness-Coach und habe mich dann für die Vorbereitung fit gemacht. Dabei mussten natürlich auch etliche Kilos purzeln, damit ich auch tatsächlich wieder die Alte werde.

Aktuell macht es den Eindruck, als wären Sie nie weg gewesen. Täuscht das, oder war die Rückkehr ins Team doch schwerer als erwartet?

Bormann-Rajes: Die Mädels haben mir die Rückkehr super leicht gemacht und mir alle Zeit der Welt gegeben. Und das ist so viel wert und tat sehr gut. Im Moment läuft es bei mir persönlich sehr gut, aber es ist ein Mannschaftssport und ohne die Mädels würde das nicht funktionieren. Der Erfolg wird nicht an einzelnen Personen festgemacht, er kommt durch die mannschaftliche Geschlossenheit.

Nach etlichen Jahren unter Sebastian Kohls hat nun mit Jörg Leyens ein neuer Trainer das Kommando. War das eine große Umstellung für Sie?

Bormann-Rajes: Ich kannte Jörg ja schon aus meiner Zeit in der zweiten Damen vor über zehn Jahren. Sebastian ist ein ganz anderer Typ als Jörg. Beide machen ihren Job super gut auf ihre Art und Weise. Dabei ist Jörg etwas ruhiger. Ich arbeite auf alle Fälle gerne mit ihm zusammen und er ist nach „Seppl“ (Anmerkung der Redaktion: Sebastian Kohls) die beste Lösung.

Wie beurteilen Sie die aktuelle Saison?

Bormann-Rajes: Die aktuelle Saison. Tja, im Moment haben wir sicher einen Lauf und sind seit einigen Spielen ungeschlagen. Aber es hat auch schon Höhen und Tiefen gegeben. Wir haben Spiele unglücklich verloren, in denen wir schon mit sieben Toren geführt haben. Aber eine Partie dauert eben 60 Minuten.

Bislang gab es nahezu kein „entspanntes“ Spiel. Haben Sie dafür eine Erklärung?

Bormann-Rajes: Mitunter werden wir in den entscheidenden Momenten einfach zu hektisch und suchen zu früh die Abschlüsse. Aber wir haben sehr oft gezeigt, was man durch mannschaftliche Geschlossenheit und einer tollen Moral bewältigen kann. Denn wir haben auch schon klare Rückstände aufgeholt und kämpfen uns immer wieder zurück. Daher könnte die Stimmung in der Mannschaft besser nicht sein. Und letztlich zählen dann doch nur die zwei Punkte. Egal, wie die zustande gekommen sind.

Was ist in dieser Saison für die Vampires möglich?

Bormann-Rajes: Es ist schwer, eine Prognose abzugeben. Daher gucken wir von Spiel zu Spiel. Aber wenn wir unsere Form abrufen, ist Platz drei sicher möglich.

Haben Sie noch Ziele, nachdem Sie schon in der Bundesliga gespielt haben? Oder haben sich die Prioritäten etwas verschoben?

Bormann-Rajes: Ziele sollte man immer vor Augen haben. Ich möchte mit meiner Mannschaft die bestmögliche Platzierung erreichen. Und hoffe, dass wir weiterhin verletzungsfrei bleiben. Mittlerweile stehen neben dem Sport aber auch noch andere Dinge im Vordergrund, wie mein Sohn zum Beispiel.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Biathlon-WM 2020: Die besten Bilder aus Antholz

Biathlon-WM 2020: Die besten Bilder aus Antholz

Mit diesen Kartoffeltricks kochen Sie die Knolle noch leckerer

Mit diesen Kartoffeltricks kochen Sie die Knolle noch leckerer

BIB Syke 2020 - der Donnerstag auf der Berufsinformationsmesse

BIB Syke 2020 - der Donnerstag auf der Berufsinformationsmesse

Karneval gestartet - Gedenken an die Opfer von Hanau

Karneval gestartet - Gedenken an die Opfer von Hanau

Meistgelesene Artikel

Sascha Kunze: „Verstecken müssen wir uns auf keinen Fall“

Sascha Kunze: „Verstecken müssen wir uns auf keinen Fall“

Mit großen Problemen nach Garrel

Mit großen Problemen nach Garrel

Ein einfaches Spiel für die Vampires

Ein einfaches Spiel für die Vampires

TSV Bierden beschreitet neue Wege

TSV Bierden beschreitet neue Wege

Kommentare