Daniel Throl rechnet mit Aus für 2020 – wäre aber fit

„Ich bin immer heiß auf Fußball“

Langwedels Daniel Throl (vorn) ist überzeugt, dass es noch lange dauern wird, bis er mit seinen Teamkollegen wieder gegen den Ball treten kann. 
Archivfoto: Hägermann
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Langwedels Daniel Throl (vorn) ist überzeugt, dass es noch lange dauern wird, bis er mit seinen Teamkollegen wieder gegen den Ball treten kann. Archivfoto: Hägermann

Langwedel – Das ausgerufene Amateursportverbot aufgrund der Corona-Pandemie trifft fast alle Athletinnen und Athleten – und zwingt sie zur Home-Fitness oder auf die Straße sowie in die Natur zum Laufen. Doch wo drehen sie am liebsten ihre Trainingsrunden? Und hören sie zur Motivation oder zur Ablenkung Musik – wenn ja, welche? Wenn nicht, warum nicht? Doch vor allem: Glauben die Sportler noch daran, dass sie in diesem Jahr noch Wettkämpfe bestreiten können?

Fußballer Daniel Throl, Kapitän sowie Top-Torjäger beim Bezirksligisten FSV Langwedel-Völkersen, ist da eher skeptisch, dass der Plan des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV), in diesem Jahr die Saison fortsetzen zu wollen, umsetzbar ist. „Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich für den Fußball lebe. Ich bin immer heiß, wenn es um Fußball geht. Würde es morgen losgehen, wäre ich bereit und mit Sicherheit einer der Ersten auf dem Platz. Doch ich denke, daraus wird in diesem Jahr nichts mehr. Denn die Corona-Zahlen sprechen ja eine völlig andere Sprache“, so der 26-Jährige.

„Für mich ist eher März, April als Neustart realistisch“

Er geht eher davon aus, dass Fußball erst wieder im März oder gar April des kommenden Jahres angepfiffen werden kann. Dabei denkt er vor allem an die Plätze und das Wetter: „Wir kennen das doch aus der Vergangenheit. Gerade am Ende und am Anfang eines Jahres sind die Sportplätze kaum bespielbar. Und da wir nicht von Null auf 100 mit dem Wettkampfbetrieb starten können, wir uns ja komplett neu vorbereiten müssen, ist für mich eher März, April als Neustart realistisch!“

Damit Throl aber nicht tatsächlich bei „Voll-Null“ anfangen muss, hält sich der Stürmer wie viele seiner Mitspieler mit zahlreichen Läufen durch seinen Wohnort Langwedel fit. Aber auch er weiß, dass einfaches Joggen im Grunde nicht ausreicht. „Doch ich bin nicht der Typ, der sich Zuhause noch vor den Fernseher oder Laptop setzt, ‘ne Matte rausholt und alleine irgendwelche Work-outs absolviert. Wenn ich von der Arbeit komme, gibt es viele andere Dinge, die ich zu erledigen habe. Ich bin nun einmal einer, der lieber in der Gruppe, im Team trainiert. Fitnessstudio und etwas laufen geht auch noch. Und da die Studios auch dicht sind, bleibt letztlich nur noch das Joggen“, lacht da der trickreiche Vollblutstürmer, der mehrmals die Woche einen Fünf-Kilometer-Rundkurs absolviert.

Nicht durch den Wald, nicht durch die Felder rund um seine Gemeinde. Nein, es geht quer durch den Ort. Dabei weiß Daniel Throl genau, dass das seine Physio gar nicht gern hört, verrät: „Sie sagt mir immer, dass Asphalt für mein lädiertes Sprunggelenk Gift ist.“ Doch die Strecke ist nun mal seine Hausstrecke. Und Veränderungen scheinen irgendwie nicht so sein Ding zu sein. Vertrautes löst bei Daniel Throl eben Wohlbehagen aus. Wohl auch deshalb lotete der hochtalentierte Kicker nie seine fußballerischen Grenzen aus. Stipvisiten beim Oberligisten TB Uphusen gab es, ja. Letztlich aber zog es ihn immer wieder zügig zu seinen Kumpels beim FSV Langwedel-Völkersen zurück.

Laufen quer durch Langwedel

Musik hört der 26-Jährige übrigens aus Prinzip nicht bei seinen Läufen. Nicht, dass er keine mögen würde, „aber ich registriere gerne, was im Umfeld passiert. Ich habe schon einige Situationen erlebt, wo Autofahrer doch sehr dicht und viel zu schnell vorbeigerauscht sind, dass es grenzwertig und schon gefährlich war. Deshalb sind Kopfhörer für mich tabu!“

Doch der Rundkurs durch den Flecken kann natürlich den Fußball in keiner Weise ersetzen. Deshalb ist der Heimatverbundene, der derzeit auf Grundstücksuche ist und in naher Zukunft in Langwedel ein Haus bauen möchte, auch im Gegensatz zu vielen anderen Sportlern glücklich, dass zumindest die Bundesligen grünes Licht von der Regierung erhielten: „Klar ist das eigentlich unfair uns Amateursportlern gegenüber. Doch ich brauche den Fußball nun einmal wie die Luft zum Atmen! Und wenn ich nicht selber spielen kann, dann sauge ich eben so viele Begegnungen wie möglich im TV auf. Es überbrückt die Zeit, bis auch wir endlich wieder auf die Plätze dürfen. Aber wie gesagt, ich denke, das wird noch dauern!“

Noch spielen oder nicht – schreiben Sie uns Ihre Meinung

Der Monat November schreitet voran, die Covid-19-Fallzahlen steigen stetig. Die Hoffnung, dass es in diesem Jahr noch Amateurfußball auf den Plätzen in Niedersachsen zu sehen geben wird, sinken von Tag zu Tag.

Für die meisten Spieler, Trainer und Vereinsfunktionäre macht eine Fortsetzung der unterbrochenen Saison noch im Dezember keinen Sinn. So warten alle quasi stündlich auf ein Einsehen und eine Entscheidung des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV), der es Schleswig-Holstein gleichtun soll. Das Präsidium des dortigen Verbandes (SHFV) hatte dabei bereits am Wochenende beschlossen, sämtliche Wettbewerbe als auch das Training bis ins kommende Jahr einzufrieren, um den Vereinen Planungssicherheit zu geben (wir berichteten).

SHFV-Präsident Uwe Döring begründete diesen Schritt dabei so: „Sofern die Aufnahme des Trainings- und Spielbetriebs Anfang Dezember möglich wäre, würden wir unseren Vereinen eine Vorbereitungszeit von zwei Wochen zusprechen. Somit könnte vor Weihnachten nur noch ein Spieltag ausgetragen werden. Diese zeitlichen Zusammenhänge waren ausschlaggebend dafür, dass eine vorzeitige Pause des Spielbetriebs beschlossen wurde.“

Sie sehen das anders oder haben noch triftigere Gründe, warum die Pause sofort eingeläutet werden muss? Schreiben Sie uns und teilen uns Ihre Meinung unter sport.verden@kreiszeitung.de mit. Wir würden uns sehr über Ihr Statement freuen und es veröffentlichen.

Von Frank Von Staden

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