Bassens Fußball-Coach will von Bezirksliga-Meisterschaft (noch) nichts hören

Holsten macht auf Sammer – „und das ist auch gut so“

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Bassens Coach Marco Holsten zeigt es an: Dort geht es hin – und zwar ganz nach vorne. ·

Bassen - Von Frank von StadenWas erhalten die Bassener Bezirksliga-Fußballer derzeit nicht alles für Schulterklopfer. Sieben Spiele, sieben Siege, mit Abstand beste Abwehr (drei Gegentore) der Liga und der Angriff (21) weist nur einen Treffer weniger auf als der TSV Wallhöfen. Schon jetzt wird das Team von Trainer Marco Holsten aufs Meisterpodest gehievt. Einzig die Mannschaft verliert da scheinbar nicht den Blick für die Realität.

Und so hält es Holsten in diesen Tage genauso wie Bayern Münchens ewig mahnender Sportvorstand Matthias Sammer, der kaum eine Gelegenheit auslässt, um Berufsoptimisten brutal das Traumschloss zu zerstören: „Und das ist auch gut so! Wir haben doch noch nichts erreicht. Von uns jedenfalls steigt keiner in die Jubelarien ein, die derzeit über uns gesungen werden. Sicher haben wir bisher ganz gut gespielt, die Optimalpunktzahl geholt und uns auch gegen renommierte Gegner mehr als gut verkauft. Doch es sind erst sieben Spieltage absolviert. Jeder wartet doch jetzt nur noch darauf, dass wir stolpern und uns vielleicht sogar dabei weh tun! Es liegt an uns, diesen Moment soweit wie möglich nach hinten zu schieben. Dass wir ungeschlagen durch die Saison gehen, ist so wahrscheinlich wie ein Regenschauer in der Wüste!“

Klar, dass der 48-Jährige den Ball enorm flach halten will, „denn Fußball ist doch nicht wie Schach, wo ich weiß, welche Figuren mir zur Verfügung stehen.“ Soll heißen: Sein Kader ist zwar in dieser Saison erstmals auch qualitativ in der Breite gut aufgestellt, doch denkt der Übungsleiter da mit leichtem Grausen an die Vorsaison, als sein Team in fast jedem Spiel auf Leistungsträger verzichten musste und nach sechs Spieltagen erst magere vier Punkte einfahren konnte. „Dennoch hätten wir fast noch die Relegation erreicht. Was zeigt, was im Laufe einer Saison alles möglich ist“, hebt Holsten da nochmals mahnend den Zeigefinger.

„Was aber jetzt nicht heißt, dass wir als Mannschaft nicht die Meisterschaft als Ziel haben. Natürlich wollen wir in die Landesliga! Doch wäre mir neu, dass ein Tabellenführer nach sieben Siegen am Stück automatisch zum Aufsteiger ernannt wird“, machte auch Bassens Innenverteidiger Mark Moffat am Sonntag nach dem souveränen 4:1-Erfolg über den im Titelrennen ebenfalls hoch gehandelten Landesliga-Absteiger FC Verden 04 deutlich, dass die Mannschaft die momentane Situation durchaus einzuschätzen weiß. „Sie genießt die Erfolge und auch die Euphorie, die derzeit im Umfeld herrscht. Doch sie weiß auch ganz genau, dass sie nie aufhören darf zu arbeiten. Lehnt sie sich zurück, wird das in dieser ausgeglichenen Liga sofort bestraft“, fügt Holsten an, der die Glückwünsche von Verdens Trainer Jens Dreyer am Sonntag – zumindest zu einer vorzeitigen Meisterschaft – natürlich nicht annahm. „Allerdings habe ich auch nie behauptet, dass wir den neuen Meister gesehen haben! Ich habe aber gesagt, dass die Bassener in dieser Form, wie sie uns bespielt haben, der heißeste Kandidat darauf sind“, so Dreyer, der dann auch gleich klar macht, was seinem Team noch zum TSV Bassen fehlt: „Auch wir haben eine starke Mannschaft. Doch bei den Bassenern stimmt in diesem Jahr die Mischung von jung und alt. Mir fehlen Führungsspieler wie ein Fikret Karaca oder auch Mirko Lüders, die über 30 Jahre alt sind und ihren großen Erfahrungsschatz weitergeben können.“

Nun, was die Grün-Roten aber besonders auszuzeichnen scheint, ist eine große Kameradschaft. Da gibt es keinen Aufstellungs- und schon gar keinen Torneid. Was vor allem die Neuzugänge wie Florian Thiel, Tobias Stripling oder auch Kevin Sammann, die allesamt schon in höherklassigen Clubs gespielt haben und in nullkommanix im Bassener Team integriert waren, ganz schnell zu schätzen wussten. „Solch eine positive Stimmung innerhalb einer Mannschaft und auch bei den Zuschauern habe ich schon lange nicht mehr erlebt“, sagt da Stripling und reiht sich damit bei den Schulterklopfern ein.

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