Spielabbruch / Schiri-Boss Neuhaus erstattet Anzeige gegen unbekannt

Hönischs Meholi bestreitet Bedrohung mit dem Messer

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Rot mit Folgen – Schiri-Boss Neuhaus erstattete sogar Anzeige gegen unbekannt. ·

Riede / Hönisch - Von Ulf von der Eltz. Ein Spielabbruch in der 2. Fußball-Kreisklasse im Match des MTV Riede III gegen den SV Hönisch II schlägt hohe Wellen – und bekommt nun womöglich sogar ein gerichtliches Nachspiel.

Nachdem sich Schiedsrichter Kevin Rauer (TSV Achim) vor dem Abbruch von einem des Feldes verwiesenen Hönischer mit einem Messer bedroht gefühlt hatte, sah sich Hubert Neuhaus, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses, gestern zur Strafanzeige gegen unbekannt veranlasst. „Kevin hat im Spielbericht formuliert, dass er Angst um sein Leben hatte. Dieser Vorgang ist so gravierend, wie ich ihn in Norddeutschland noch nicht erlebt habe“, begründet er seinen Schritt.

Neuhaus sieht die Sicherheit seiner Referees ernsthaft gefährdet, erinnert in einer Presseerklärung an Vorfälle in den Niederlanden, wo ein Unparteiischer zu Tode geprügelt worden war: „Keiner hat daran gedacht, dass solche Vorfälle hier im Kreis Verden in ähnlicher Form stattfinden könnten. Leider wurden wir eines Besseren belehrt.“

H. Neuhaus

Neuhaus erläutert, dass sich Rauer von Anfang an bei jeder Entscheidung von Hönischer Spielern bedroht und beleidigt gefühlt habe. Aus Furcht habe er die Partie zunächst nicht abgebrochenen – erst als die Gäste nach einem weiteren Platzverweis gegen sich (Gelb-Rot, 85.) das Spielfeld verlassen hätten, habe der Schiri die Begegnung beim Stand von 4:1 für die Heimelf abgebrochen. Als dann ein Hönischer mit einem Messer auf Rauer zugelaufen sei, konnte laut Neuhaus nur aufgrund des schnellen Eingreifens von anderen Gäste-Spielern und sofortiger Umzingelung von Rieder Kickern etwas Schlimmeres verhindert werden. Zudem habe der selbe Spieler zuvor schon Rieder Verantwortliche bedroht gehabt. Neuhaus: „Dank des Personenschutzes von zwei zufällig privat anwesenden Polizeibeamten zusammen mit seiner Mutter konnte der Schiedsrichter unversehrt das Gelände verlassen.“

Indes wehrt sich der Hönischer Spieler Aldin Meholi auf Nachfrage dieser Zeitung massiv gegen den Vorwurf, er habe nach seiner Roten Karte den Schiedsrichter mit einem Messer bedroht: „Das ist absoluter Quatsch, das würde ich niemals machen. Ich habe auch gar kein Messer. Ich weiß gar nicht, wie solche Aussagen zustande kommen. Vielmehr habe ich mich nach dem Spiel, in dem sicherlich Feuer steckte, sogar beim Schiri für mein Vergehen entschuldigt.“ Meholi war in der 35. Minute vom Platz gestellt worden, weil er Rauer vor die Füße gespuckt hatte.

A. Meholi

Unterstützung findet der Kicker bei seinem Vorsitzenden Wolfgang Zehl, der über die Anschuldigungen von Neuhaus informiert worden war und eigens eine Teamsitzung anberaumt hatte. „Laut Aussagen der Trainer und Spieler hat sich Dino nach dem Platzverweis zu unseren Erste-Herren-Akteuren sowie Zuschauern gesetzt. Und ein Messer hat keiner gesehen“, erläuterte der SVH-Boss gestern auf Nachfrage. Wobei die Gäste gar nichts von einem Abbruch mitbekommen haben wollen. Zehl dazu: „Kurz vor Schluss hat unsere Mannschaft den Platz verlassen, weil sie das Spiel aufgrund vieler Verletzungen nicht zu Ende bringen konnte. Nach vier Minuten hat sie sich dann mit dem Schiri geeinigt, dass es doch weiter gehen soll, das Match wurde fortgesetzt und ordnungsgemäß beendet.“

Dem widerspricht Neuhaus: „Im Spielbericht schreibt Kevin eindeutig, dass er das Match abgebrochen hat, nachdem die Hönischer in der 85. Minute das Feld verlassen hatten. An dieser Darstellung gibt es für mich keinen Zweifel. Somit wird sich das Sportgericht mit dem Abbruch befassen und Entscheidungen treffen.“

Bis es zu Beschlüssen des Sportgerichts, das sein vollstes Vertrauen genießt, kommt, sieht sich der Kreisschiedsrichter-Ausschuss genötigt, ein Zeichen zu setzen: „Um einige Verantwortliche endlich von der Notwendigkeit des Handels zu überzeugen. Solange der Ausschuss keine aus seiner Sicht geeigneten Reaktionen von Seiten des SV Hönisch sieht, um die körperliche und psychische Unversehrtheit der Schiedsrichter zu gewährleisten, werden Spiele mit Beteiligung des SV Hönisch (Herrenbereich) nicht mehr mit neutralen Schiedsrichtern besetzt.“

Wolfgang Zehl bezweifelt, dass diese Maßnahme praktikabel ist: „Mal sehen, was die Teams sagen, wenn sie zu uns kommen und wir unsere Vereinsschiris stellen.“ Und der SVH-Boss glaubt auch nicht, dass sein Club sofort reagiert: „Wir müssen erst einmal den Spielbericht in den Händen halten, bevor wir uns äußern. Außerdem hätten wir uns gewünscht, dass vom Verband erst der normale Weg beschritten worden wäre, bevor uns eine solche öffentliche Darstellung in schlechtes Licht rückt.“

Aus Protest gegen Gewalt startet der Ausschuss am Wochenende die Aktion „Spielunterbrechung.“ Nach etwa fünf Minuten unterbricht der Schiri das Match und bewegt sich an den Spielfeldrand. Neuhaus: „Dadurch soll deutlich werden: Kein Schiri – kein Spiel.“ Nach kurzer Pause wird die Partie fortgesetzt.

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