Stute Lacrimosa des Ueseners Haustein dominiert auf der Hausstrecke in der Bremer Vahr

Heimsieg beim Comeback-Renntag

Vor der Kulisse der historischen Tribüne und des Richterturms, vorbei an den zahlreichen Zuschauern, galoppiert das Feld durch den Zielbereich dem Galoppkurses in der Bremer Vahr.
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Vor der Kulisse der historischen Tribüne und des Richterturms, vorbei an den zahlreichen Zuschauern, galoppiert das Feld durch den Zielbereich des Galoppkurses in der Bremer Vahr.

Die Wiederbelebung des Bremer Renntages in der Vahr war ein voller Erfolg. Für den Bremer Rennverein war die Veranstaltung ein großer Durchbruch, vor allem da er mit 4876 ausgegebenen Tickets nahezu ausverkauft war. Außerdem wurden in den acht Prüfungen rund 225 000 Euro in Wetten umgesetzt. „Wir sind einfach nur glücklich“, erklärt Präsident Frank Lenk zum Abschluss, „Wir sehen uns, so ist jedenfalls unser Plan, am Karfreitag wieder, unserem Traditionsrenntag.“

Bremen – Mit den Worten „Wir sind gekommen, um zu bleiben“, eröffnete Frank Lenk, der Präsident des Bremer Rennvereins, den ersten Renntag seit mehr als drei Jahren auf der Galopprennbahn im Stadtteil Vahr. Noch vor dem ersten Rennen brandete Applaus der knapp 5000 Zuschauer, als die neun Pferde der Prüfung den Führring betraten. Für so manchen Rennsportfreund war der Comeback-Renntag dann doch auch eine sehr sentimentale Angelegenheit und nicht wenige verdrückten eine Träne, als die ersten Pferde die lange Bremer Zielgerade heruntergaloppierten. „Ich glaube, so richtig realisieren werde ich die Rückkehr der Pferde in die Vahr erst heute Abend, wenn der ganze Stress sich gelegt hat“, erklärte auch Sascha Wöhler, dessen Vater Adolf Wöhler eine echte Ikone in Rennsportkreisen war und der ebenso wie sein Bruder Andreas in Bremen aufwuchs. Nicht nur viele alteingesessene Bremer feierten die Rückkehr der Pferderennen auf das lang umkämpfte Areal. So war zum Beispiel auch Modeschöpfer und Autor Harald Glöckler zu Besuch. „Ich liebe Pferde und bin mit ihnen aufgewachsen. Die Bremer Rennbahn hat außerdem eine ganz besonders familiäre Atmosphäre, das gefällt mir“, erklärte der Unternehmer, der auch oft auf der Galopprennbahn in Baden-Baden als Stargast zu sehen war.

Ein Stück Tradition ist zurück

Neben dem schillernden Designer, der zum ersten Mal auf der Bremer Galopprennbahn weilte, waren es vor allem die Aktiven des Rennsports, die sich an die goldenen Bremer Zeiten erinnerten, als vor Ort noch rund 300 Pferde trainiert wurden. „In Bremen habe ich zum allersten Mal richtige Rennsportluft geschnuppert, von der großen Welt und ganz großem Sport“, erinnert sich da der vierfache Championjockey Filip Minarik, der seine Karriere in Bremen begann und der dem Galopprennsport als Experte treu geblieben ist, obwohl er seit einem Rennunfall im letzten Jahr nicht mehr reiten kann.

Zieleinlauf Cavin Ashton und Lacrimosa: Die Stute dominierte am Ende hauchzart das 6. Rennen in der Vahr.

Die erste Prüfung gewann Summer Hill aus dem kleinen Quartier von Annika Fust in der Nähe von Warendorf. Nach Siegen von Clementine, Sussex Solo, Pop Rockstar und Igneo gab es im sechsten Rennen des Tages dann endlich auch den ersten Heimsieg. Die achtjährige Stute Lacrimosa aus dem Stall des in Achim-Uesen lebenden Trainers Werner Haustein, der seine 23 Pferde auf der Trainingszentrale in Bremen-Mahndorf vorbereitet, siegte unter dem eigens aus England angereisten Nachwuchsjockey Gavin Ashton. Auch für Besitzerin Carola Meyer war dieser Sieg ihrer Stute im Ausgleich IV über 2600 Meter mehr als emotional. „Meinen ersten Sieg als Besitzerin konnte ich schon im Jahr 1983 feiern. Dieser Erfolg von Lacrimosa ist unter den heutigen Umständen schon etwas ganz Besonderes“, erklärt sie. Noch bedeutender dürfte der Sieg der Stute für alle gewesen sein, die Lacrimosa auf dem Wettschein hatten, denn satte 283 Euro für zehn Euro Einsatz zahlte die Kamsin-Tochter, die zu ihrem fünften Karrieresieg kam, am Toto.

Oytener Reineke und Uphuser Gibson dürfen jubeln

Das interessanteste Rennen für die Wetter war die letzte Prüfung der Karte. Im Walther J. Jacobs-Gedächtnisrennen wurden eine garantierte Gewinnauszahlung von 11 111 Euro in der Viererwette ausgespielt. Zum Abschluss des mehr als gelungenen Comebackrenntages gab es für den Kreis Verden einen Heimsieg im doppelten Sinne, denn es siegte der von Torsten Reineke in Oyten trainierte vierjährige Wallach Senato. Im Sattel saß der aus Achim-Uphusen stammende Jockey Patrick Gibson, dessen Vater einer der ersten Trainer war, die die neu angelegte Trainingsanlage im Stadtteil Mahndorf bezogen, als diese im Jahr 2006 eröffnet wurde.

Große Freude über den Sieg, v.l.: Patrick Gibson, Torsten Reinecke (Trainer) und Sarah Holznagel (Pflegerin).

Auch für die Pferde aus dem Stall des Bolleners Pavel Vovcenko war das erste Heimspiel ein Erfolg, auch wenn der heiß ersehnte Heimsieg noch nicht darunter war. Im siebten Rennen, einem Ausgleich III über 2200 Meter, belegte Stall Nicoles Kadrun einen knappen zweiten Platz. Seine Trainingsgefährten Aladar Ari, Feuerblume, Eisenherz und Koebes schnappten sich rbrnfalls ein Platzgeld.

Für den Bremer Rennverein war die Veranstaltung letztlich ein großer Durchbruch, vor allem da er mit 4876 ausgegebenen Tickets nahezu ausverkauft war. Außerdem wurden in den acht Prüfungen rund 225000 Euro in Wetten umgesetzt.

Von Kira Kaschek

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