„Prüfung ist intensiviert worden“

TuS Heeslingen im Visier der Steuerfahnder

Von Matthias Freese HEESLINGEN · Der Besuch kam unangekündigt und war nicht unbedingt erwünscht – doch das konnte sich der TuS Heeslingen nicht aussuchen: Der Fußball-Oberligist ist verstärkt ins Visier der Steuerfahndung geraten.

Nach Informationen unserer Zeitung soll es in diesem Zusammenhang am Montag zu mehreren Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen von Unterlagen und Laptops bei Spielern und Vereinsverantwortlichen gekommen sein.

Auch Bernhard Eckhoff hatten die Fahnder aufgesucht. Das bestätigte der Vorsitzende des TuS Heeslingen, der zugab: „Wir haben seit längerem eine Steuerprüfung, die nun intensiviert worden ist.“ Angeblich sollen insgesamt 50 Fahnder bei rund 20 betroffenen Personen – unter anderem auch bei Coach Torsten Gütschow – aufgetaucht sein. Mindestens ein Spieler soll daraufhin sogar Selbstanzeige gestellt haben. „Da weiß ich wirklich nichts von“, betonte Bernhard Eckhoff. Dass auch zumindest ein Hauptsponsor aufgesucht worden sein soll, wollte er ebenfalls nicht bestätigen: „Das ist mir nicht bekannt.“ Ohnehin wollte der Vorsitzende die Unannehmlichkeiten nicht zu hoch hängen: „Es waren nur ein paar Kollegen von der Steuer, die haben ganz ordentlich gefragt – mehr ist nicht gewesen.“

Das zuständige Finanzamt für Fahndung und Strafsachen Lüneburg wollte auf Nachfrage nicht bestätigen, ob es ermittle und verwies auf das Steuergeheimnis. Was dem TuS Heeslingen genau vorgeworfen wirft, bleibt damit unklar. Nach unseren Informationen soll die Behörde im Zuge der Umsatzsteuerprüfung für das DFB-Pokalspiel gegen Energie Cottbus 2010 aber auch auf finanzielle Unregelmäßigkeiten gestoßen sein, hierbei könnte es sich um nicht abgeführte Sozialabgaben und sogenannte Schwarzgelder handeln. Betroffen soll der Zeitraum von 2007 bis 2010 sein.

Bei der Staatsanwaltschaft Stade liegt der Fall jedenfalls noch nicht vor. „Wir führen derzeit kein Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche des TuS Heeslingen. Etwaige Durchsuchungsmaßnahmen in diesem Zusammenhang erfolgten daher nicht auf Veranlassung der hiesigen Staatsanwaltschaft“, erklärte Staatsanwalt Kai Thomas Breas in seiner Funktion als Pressesprecher. Er verwies aber auch darauf, dass es grundsätzlich möglich wäre, „dass die Bußgeld- und Strafsachenstelle beim Finanzamt in Lüneburg in Zusammenarbeit mit der dortigen Steuerfahndung ein derartiges Ermittlungsverfahren zunächst eigenständig führt und in diesem Zusammenhang auch Durchsuchungsbeschlüsse beim zuständigen Amtsgericht beantragt und vollstreckt!“ Je nach der Dimension der Ergebnisse könne der Fall dann zur Staatsanwaltschaft weiterwandern.

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