Harm Tietje aus Neddenaverbergen bewältigt Ironman in Roth unter 13 Stunden

„Diese Stimmung – einmalig“

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Vor dem verdienten alkoholfreien Bier hieß es für Harm Tietje fast 13 Stunden schwimmen, laufen und auch auf dem Rad fahren (kleines Bild).

Neddenaverbergen - Von Frank von Staden. „Hätte ich auf der abschließenden Marathonstrecke irgendwann eine Pistole gefunden, ich hätte mich wohl erschossen“, flachste der 46-jährige Neddenaverberger Harm Tietje, der jetzt von seinem ersten Ironman aus Roth zurückkehrte, die Königsdisziplin im Triathlon, die nur die Härtesten ihrer Zunft überstehen.

Die Aussage aber macht deutlich, welche Strapazen die Aktiven unter großer Hitze zu überstehen hatten. Harm Tietje finishte letztlich in 12:47:32 Stunden. Eine Zeit, für der dem Ausdauerathleten, der erst vor einem Jahr mit dem Triathlon begann, jeglicher Respekt gebührt. 3500 Sportler und Sportlerinnen hatten sich für diesen weltgrößten Triathlon angemeldet, weitere 600 kämpften in Staffelwettbewerben mit. 260000 Zuschauer trieben die Athleten zu Höchstleistungen an. Um 6.30 Uhr ging es am Main-Donau-Kanal vor 10000 Zuschauern los, es mussten 3,8 Kilometer geschwommen werden. Anschließend ging es 180 Kilometer auf die Fahrradstrecke. „Schon irre, wenn man in eine Wechselzone kommt, in der Fahrräder im Wert von rund zwei Millon Euro stehen“, so Tietje, der sein Schwimmzeit (1:25) ganz okay fand.

Auf der 180 Kilometer langen Radstrecke gab es viele sogenannte „Stimmungsnester“. Höhepunkt war der Solarer Berg in Hilpoltstein. Nach 70 und 150 Kilometern wurden die Athleten förmlich den steilen Berg durch einen Tunnel von Menschen hochgeschrien. „Diese Stimmung und Begeisterung – einmalig“, wirkte Tietje auch lange nach dem Rennen noch völlig fasziniert. Allerdings: Aufgrund des starken Gegenwindes ließ es der Athlet vom LAV Verden etwas langsamer angehen. „Ich wusste ja, dass da noch was ganz Hartes auf mich wartet.“ Stimmt. Der Marathon über 42,195 Kilometer.

Den ging Tietje nach sechs Stunden und 20 Minuten an. „Das für war für mich der elfte Marathon – aber auch der härteste. Ich habe viele Sportler überholen können, die nur noch kraftlos gegangen sind. Und auch mein Teufelchen rief mir zur Hälfte der Strecke zu: Hör auf, warum machst du so etwas bloß? Doch als ich dann nach rund 4:50 Stunden im Ziel war, wusste ich genau, warum ich durchgehalten habe“, sagt Harm Tietje. Denn der Lohn für ihn war der Einlauf in das proppevolle Zielstadion mit 60000 Zuschauern. „Jeder Sportler wurde durch Beifall und eine Laola-Welle in das Ziel hineingetragen. Und ein Bier gab es dann auch noch für mich“, grinste „Neddener“, der ohne große Blessuren dieses Highlight überstand. Platzierung? Tietje: „Irgendwo mittendrin. Ist aber bei solch einem Spektakel eher Nebensache!“

Der nächste Ironman ist übrigens schon gebucht und findet 2016 in Frankfurt statt. „Da muss ich wieder dabei sein!“

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