26-jähriger Schiedsrichter schafft in nur zehn Jahren den Sprung in die 2. Liga

Harm Osmers: „Ich freue mich über jeden Einsatz“

Da geht es lang macht Harm Osmers unmissverständlich deutlich. ·

Baden - Von Alexandra RoseEine Vorbildfunktion auf dem Fußballplatz stellt Harm Osmers eindeutig dar, allerdings nicht als Spieler. Der 26-Jährige ist der erste Schiedsrichter im NFV-Kreis Verden, der den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft hat. Darüber hinaus ist er auch als 4. Offizieller in der Bundesliga im Einsatz.

Seine sportliche Laufbahn begann Osmers vor zehn Jahren beim SV Baden. Zunächst als Spieler, ehe er sich ab der B-Jugend auch für das Schiedsrichterwesen begeisterte. Nach Besuch des Anwärterlehrgangs und erfolgreicher Prüfung fühlte sich der Youngster von Anfang an im Schiedsrichter-Kreis gut aufgenommen. Er erkannte dabei schnell, dass seine Funktion dabei mehr ist, als nur ein Spiel mit der Trillerpfeife. „In jedem Fußballspiel gibt es andere Voraussetzungen mit neuen Herausforderungen. Das ist das spannende.“

Anfang des Jahres wurde Osmers vom DFB in die 2. Bundesliga berufen, und so fieberte der junge Spielleiter seinem ersten Einsatz entgegen. Bis zur Sommerpause absolvierte der in Hannover lebende Badener vier Einsätze. Seine Premiere feierte er in Düsseldorf bei einem Heimspiel der Fortuna in der LTU-Arena. Es folgten weitere Einsätze bei den Spielen TSV 1860 München gegen Karlsruher SC sowie 1. FC Union Berlin gegen FC Ingolstadt und FSV Frankfurt gegen den MSV Duisburg.

Seine Freizeit verbringt der junge Schiri neben dem Sport mit Lesen, Reisen und Freunden. Er genieße alles viel bewusster, sagt Osmers, der als Investitionscontroller in Hannover auch beruflich seinen Weg geht. Was das Pfeifen für ihn so besonders macht? „Als Schiedsrichter kommt man viel herum. Das ist unabhängig von der Spielklasse und zeigt, was uns Referees geboten wird, was die Tätigkeit spannend und erlebnisreich macht. Das Angebot erstreckt sich von Lehrgägnen an der Sportschule in Barsinghausen und Beachsoccerturnieren, Trainingslager in der Türkei bis hin zu Schiedsrichtereinsätzen in Florida oder Skandinavien, den Austausch mit Nachbarländern und vieles mehr.

„Neue Herausforderung

in jedem Spiel“

Wir Schiedsrichter sind eine internationale Gemeinschaft“, schwärmt Osmers über seine Funktion und die Vorzüge als Unparteiischer.

Doch der „Aufsteiger“ weiß auch, dass es im Schiedsrichterwesen massiv am Nachwuchs mangelt. Dabei werde gerade dafür sehr viel investiert. „Leider beklagen wir aber eine hohe Anzahl an Schiedsrichtern, die nach kurzer Zeit wieder aufhören. Das gilt es zu verhindern, müssen wir daran arbeiten.“ Dafür, so Osmers, müssten aber der Stellenwert und das Ansehen in der Gesellschaft für das Amt des Schiedsrichters wachsen. „Viele Außenstehende haben falsche Vorstellungen. Wir Schiedsrichter sind eine starke Gemeinschaft, in der man viel erleben kann. Diese positiven Aspekte müssen noch mehr dargestellt werden.“

Zu seinem persönlichen Erfolg hätten nicht zuletzt auch die vielen Höhepunkte beigetragen, die Harm Osmers in seiner jungen Schiedsrichter-Karriere bereits erlebt habe. „In den bisherigen zehn Jahren habe ich viel erlebt. Die ersten Spieleinsätze in der jeweils neuen Spielklasse werde ich nie vergessen. Sei es meine Premiere mit Oyten II gegen Bassen III in der 1.Kreisklasse vor neun Jahren oder die Partie Fortuna Düsseldorf gegen FC Ingolstadt in der 2. Liga. Die Anspannung vor einer Premiere ist immer etwas größer“.

Trotz seines Erfolges hat Harm Osmers das Pfeifen in der Beletage des deutschen Fußballs noch nicht vor Augen. „Wenn ich zurückblicke und sehe, was ich erreicht habe, sind bereits jetzt meine damaligen Erwartungen mehr als erfüllt worden. Daher arbeite ich weiter an mir und freue mich über jeden Einsatz. Dabei gucke ich immer nur von Schritt zu Schritt. Denn wer immer nur nach vorne schaut, verkennt den aktuellen Zustand und kann diesen nicht genießen“, lautet die Devise des großen Schiedsrichtertalents.

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