Badener leitet endlich Bundesliga-Spiele

Harm Osmers in der Beletage: „Freue mich auf die Premiere“

+
Der DFB lässt ihn nicht im Regen stehen: Für Schiri Harm Osmers vom SV Baden geht es endgültig hoch in die 1. Bundesliga.

Baden - Von Ulf von der Eltz. Für Harm Osmers gilt die Europameisterschaft in Frankreich wie für viele Deutsche sicher als ein Höhepunkt des Fußball-Sommers – für ihn persönlich wird das Ringen um die kontinentale Krone jetzt aber noch getoppt: Der Schiedsrichter des SV Baden darf sich endgültig über den Aufstieg in die 1. Bundesliga freuen. Nachdem sein Name wie berichtet schon seit gut drei Wochen gehandelt worden war, erfüllt sich nun der Traum des 31-Jährigen. 2016 beschert Osmers quasi sein ganz eigenes Sommermärchen.

„Ich freue mich schon sehr auf die Premiere, es ist eine tolle Aufgabe und eine Herausforderung“, lautete die erste Reaktion des Diplom- Betriebswirtes auf Nachfrage dieser Zeitung. Zusammen mit Frank Willenborg, Benjamin Cortus und Robert Kampka rückt Osmers für die ausscheidenden Knut Kircher, Florian Meyer, Michael Weiner und Peter Sippel in die Beletage auf. Herbert Fandel, Chef der DFB-Schiedsrichterausschusses, gibt sich in einer Mitteilung des Verbandes sicher, dass das Quartett den Anforderungen in der höchsten deutschen Klasse gewachsen ist: „Alle vier gehören zur neuen Generation der jungen und modernen Schiedsrichter. Sie haben in den vergangenen Spielzeiten in der 2. Bundesliga und im DFB-Pokal konstant gute und souveräne Spielleitungen gezeigt – gerade auch in schwierig zu leitenden Partien. Die Schiedsrichter-Kommission ist überzeugt, dass sie die Lücke, die durch das Ausscheiden der routinierten Schiedsrichter entstanden ist, schließen werden.“

Harm Osmers, der erste Unparteiische aus dem Kreis Verden, der Spiele des FC Bayern oder von Borussia Dortmund pfeifen wird, fällt damit als Assistent in der Bundesliga weg. Die Tätigkeit des vierten Offiziellen bleibt indes weiter bestehen. Hinzu kommt die Aufgabe als Video Assistant Referee im Testbetrieb – Details sind vom DFB noch nicht geklärt. Auch in der Beletage bleibt Osmers für den SV Baden gemeldet.

Auf die Veränderungen, die der Sprung auf die höchste nationale Ebene mit sich bringt, stellt sich der weiter in Hannover wohnende Schiedsrichter ein: „Da sind natürlich die erhöhte mediale Wahrnehmung sowie das gesteigerte Zuschauerinteresse an erster Stelle zu nennen.“ Durch 45 Zweitliga-Matches und sechs DFB-Pokalduelle, die Osmers seit 2010 geleitet hat, sieht er sich gewappnet: „Ich bin gut vorbereitet. Zumal ich durch meine Assistenteneinsätze die Bundesliga schon kenne.“

„Weiter authentisch und kommunikativ“

Und der Aufwand mit Reisen zu den Spielen, Training, Lehrgängen, Trainingslager, Nachbereitungen der Spiele und Coaching sei ohnehin nahezu identisch mit dem im Unterhaus. Zudem werden Harm Osmers sowie sein Team, das noch nicht feststeht, erst einmal nur wenige Partien in der Weltmeister-Liga pfeifen und somit behutsam herangeführt. Einsätze bis zur 3. Liga sind dagegen weiterhin zahlreich geplant.

Den Profi-Schiedsrichter Osmers wird die Szene auch in der 1. Liga nicht sehen: „Es gab schon in den vergangenen Jahren Veränderungen in Richtung Professionalisierung. Das bleibt bei leicht reduzierter Arbeitszeit aktuell vereinbar mit meinem Beruf.“ Auch die Art der Spielleitungen will der Aufsteiger nicht ändern: „Ich werde weiter den Weg wählen, authentisch, kommunikativ im Umgang mit den Spielern und aufgeschlossen zu agieren. Wenn ich auch weiß, dass Härteprüfungen auf mich zukommen werden.“

Dabei erhofft sich Osmers, dass sein Wirken in der Bundesliga zusätzliche Werbung für das Amt des Schiedsrichters auch auf lokaler Ebene betreibt. „Für mich waren die bisher 15 Jahre an der Pfeife bereichernd und eine Klasse-Erfahrung in einer tollen Gemeinschaft. Vor allem der Perspektivenwechsel tut gut und ist sehr empfehlenswert für Fußballinteressierte,“ verdeutlicht der Newcomer. All das wird Harm Osmers in die Waagschale werfen, wenn er ab Ende August Weltmeistern und vielleicht frisch gebackenen Europameistern gegenübersteht – in seinem persönlichen Sommermärchen.

Bilder vom Mega-WM-Kampf: Joshua siegt gegen Klitschko

Bilder vom Mega-WM-Kampf: Joshua siegt gegen Klitschko

Joshua siegt durch technischen K.o. - Klitschko am Boden

Joshua siegt durch technischen K.o. - Klitschko am Boden

Bayern-Genugtuung in Wolfsburg: Nach 6:0 vorzeitig Meister

Bayern-Genugtuung in Wolfsburg: Nach 6:0 vorzeitig Meister

Einzelkritik: Applaus für Bartels, Junuzovic bleibt blass 

Einzelkritik: Applaus für Bartels, Junuzovic bleibt blass 

Meistgelesene Artikel

„Das Finale ist der Höhepunkt der Saison“

„Das Finale ist der Höhepunkt der Saison“

Muzzicatos Planungen laufen

Muzzicatos Planungen laufen

1:2 – Kai Schumacher der FSV-Albtraum

1:2 – Kai Schumacher der FSV-Albtraum

Jens Finger rettet TSV Etelsen wenigstens einen Punkt – 1:1

Jens Finger rettet TSV Etelsen wenigstens einen Punkt – 1:1

Kommentare