Harm Tietje verbessert eigene Bestzeit

„Harm, du bist ein Ironman!“

Marathon durch Frankfurt: Triathlet Harm Tietje aus Neddenaverbergen verbesserte am Main seine Bestzeit über die Langdistanz.

Neddenaverbergen - Von Ulf von der Eltz. 4000 Kilometer auf dem Rad, 1700 Kilometer Laufen und 110 Kilometer Schwimmen – jede Woche 13 Stunden Training. Diese intensive Vorbereitung seit Januar hat sich für Harm Tietje gelohnt: Der Triathlet aus Neddenaverbergen verbesserte beim Ironman in Frankurt am Main seine persönliche Bestzeit auf der Langdistanz auf 12:35 Stunden. Damit war der 47-Jährige zwölf Minuten schneller als 2015 in Roth.

„Ich bin super zufrieden. Mein Ziel, mit einer guten Zeit durchzukommen, habe ich erreicht“, zeigte sich Tietje hoch erfreut. Dass er in seiner Altersklasse M 45 bis 49 auf dem 352. Platz landete, ist nur eine Randnotiz. Vielmehr begeisterte wie schon vor Jahresfrist in Roth auch in der Banken-Metropole die Stimmung. Das Feld der Profis, die gleichzeitig DM und EM austrugen, sowie der „agegrouper“ – zu denen zählt der Athlet vom LAV Verden – wurde von 250.000 Fans frenetisch angefeuert.

Zwar starteten die Profis 20 Minuten vor den restlichen Ausdauerathleten. „Aber auf der abschließenden Laufstrecke begegnet man den Stars quasi Auge in Auge“, berichtete Tietje über das einmalige Erlebnis. Der Marathon wurde auf einem Rundkurs von 10,5 Kilometern, der viermal zu laufen war, absolviert. 4:56 Stunden benötigte der selbstständige Physiotherapeut für die klassische Laufdistanz: „Die ersten 20 Kilometer waren gut mit einem Schnitt von 6:30 Minuten pro Kilometer. Danach musste ich mich aber sehr quälen und auf der letzten Runde auch einige Male gehen.“

Begonnen hatte der Wettbewerb für Tietje mit einer neuen persönlichen Bestzeit für die 3,8 Kilometer beim Schwimmen – 1:19 Stunden: „Es herrschten beste Bedingungen. Im Gegensatz zu den Profis war für uns der Neoptrenanzug erlaubt.“ Probleme gab es auf den letzten 40 der insgesamt 180 Rad-Kilometern, weil Regen und Wind reichlich Energie kosteten. Nach 6:04 Stunden im Sattel machte der Neddenaverberger eine neue Erfahrung: „Beim Wechsel der Schuhe fürs Laufen zitterten mir richtig die Hände, so unterkühlt war ich vom Rad gestiegen.“ Besser fühlte sich der Körper nach den ersten 5000 Marathon-Metern an.

Und am Ende des Events der Ironman-Gesellschaft – Roth wird hingegen von der Challenge ausgerichtet – erlebte Tietje beim Einlauf am Römer noch einen emotionalen Höhepunkt. Im Gegensatz zu Roth wird in Frankfurt jeder einzelne Sportler vom Sprecher begrüßt sowie von den Fans gefeiert. „Harm Tietje im Ziel. Harm, du bist ein Ironman!“ Diese Worte gingen runter wie Öl und entschädigten für alle Strapazen. Jetzt legt der HSV-Fan eine 14-tägige Pause ein, in drei Wochen geht es mit der Lebensgefährin zum Zugspitzlauf: Auf 15 Kilometern sind 2000 Höhenmeter zu meistern.

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