HVN-Präsidium zieht wegen Corona Schlussstrich unter die Saison und schließt sich Kritik der Fußballer an

Handballer beenden die Ungewissheit – Abbruch

Das wird nichts mehr in dieser Saison: Der Handballverband bricht den Spielbetrieb in seinen Ligen ab.
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Das wird nichts mehr in dieser Saison: Der Handballverband bricht den Spielbetrieb in seinen Ligen ab.

Verden – Überraschend kommt die Nachricht nicht – eher mit langem Anlauf: Nach der Verlängerung des Corona-Lockdowns und der nicht absehbaren Perspektive – gerade für die Mannschaftssportarten – hat sich der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) am Montagabend in seiner Präsidiumssitzung dazu entschlossen, die Saison in seinen Ligen abzubrechen. Zuvor hatte die Verbandsspitze mit den Vertretern seiner Gliederungen die Lage erörtert. Damit fällt die zweite Saison in Folge der Pandemie zum Opfer.

In einer am Abend herausgegebenen Presseerklärung teilt der HVN mit, dass die Beschlüsse der Bundes- und Landesregierungen ihn zwingen würden, „die Saison für die Mannschaften der Ober-, Verbands- und Landesligen sowie der Landesklassen für beendet zu erklären. Der Abbruch erfolge ohne Wertung aller bisher ausgetragenen Spiele. Den offiziellen Beschluss des Präsidiums kündigen Präsident Stefan Hüdepohl und Vizepräsident Jens Schoof noch für diese Woche an. Zuvor sei Rechtssicherheit zu schaffen. Die Gliederungen des Verbandes wollen sich einvernehmlich dem anvisierten Präsidiumsbeschluss anschließen, heißt es vom HVN.

Die Sportler in Niedersachsen brauchen eine Perspektive. Das setzt voraus, dass der Amateursport nicht bis in den Sommer verboten bleibt. Die Regelungen, die den Sport betreffen, lassen uns fürchten, nicht vor Juni oder gar erst nach den Ferien in die Hallen zurückzukehren.

Stefan Hüdepohl, Präsident des Handball-Verbandes Niedersachsen

Cord Katz, Teammanager des Oberligisten SG Achim/Baden, reagierte keinesfalls überrascht, als ihn die Nachricht gestern Abend erreichte. „Bei einer gemeinsamen Videokonferenz mit den Verbandsligisten ging der Tenor ohnehin schon in die Richtung. Und wir haben im Vorfeld ja schon einige Male zu verstehen gegeben, dass ein Abbruch in jedem Fall die vernünftigste Lösung ist. Daher sind wir auch vorbereitet.“ Dass auch Katz gerne lieber heute als morgen in die Halle zurück will – das versteht sich von selbst. Gleichwohl wäre das für ihn kaum zu realisieren gewesen. „Daher hoffe ich, dass es dann zumindest im Herbst klappt. Allerdings bin ich auch da noch etwas skeptisch, da uns Corona noch lange begleiten wird. Und sollte es dann klappen, unter welchen Bedingungen? Können wir vor Zuschauern spielen, oder bleibt die Halle leer?“, blickt der Teammanager der SG voraus. Der Idealfall wäre für Katz natürlich die Rückkehr zur Normalität. Soll heißen: Endlich wieder Spiele in einer voll besetzten Halle. „Aber wenn es dann heißt, dass wir ohne Fans spielen müssen, sind wir natürlich ebenfalls vorbereitet“, verweist er auf die Möglichkeit des Livestreams. Unabhängig davon beschäftigen sich die Achim/Badener natürlich schon längst mit der Spielzeit 2021/2022 – insbesondere personell. „Noch ist zwar nichts spruchreif, aber ich bin in den Gesprächen schon ziemlich weit und guter Dinge“, hofft Katz in den nächsten Tagen Vollzug vermelden zu können.

Bei einer gemeinsamen Videokonferenz mit den Verbandsligisten ging der Tenor ohnehin schon in die Richtung. Und wir haben im Vorfeld ja schon einige Male zu verstehen gegeben, dass ein Abbruch in jedem Fall die vernünftigste Lösung ist. Daher sind wir auch vorbereitet.

Achim/Badens Teammanager Cord Katz

Laut HVN-Vizepräsident Schoof halte der Deutsche Handballbund (DHB) daran fest, in den 3. Ligen Aufsteiger aus den Oberligen aufzunehmen. Deshalb werde der HVN in den nächsten Wochen eine Abfrage bei den Oberligisten starten und die Bereitschaft zur Teilnahme an einer Aufstiegsrunde abklopfen. Zudem muss geklärt werden, wie die Spiele ausgetragen werden können, wenn Mannschaftssport auf Amateurebene noch länger verboten bleibt. Präsident Hüdepohl übt deshalb ähnlich wie der Niedersächsische Fußballverband (NFV) Kritik am Stufenplan 2.0 der Landesregierung und den Vorschlägen des Landessportbundes: „Die Sportler in Niedersachsen brauchen eine Perspektive. Das setzt voraus, dass der Amateursport nicht bis in den Sommer verboten bleibt. Die Regelungen, die den Sport betreffen, lassen uns fürchten, nicht vor Juni oder gar erst nach den Ferien in die Hallen zurückzukehren.“

Von Matthias Freese Und Kai Caspers

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