20-Jähriger hält dennoch an seinem Traum Profihandballer fest

Sibahi unsanft ausgebremst

Gerne würde sich Mohamed Sibahi (Mitte) mal wieder so in einen Zweikampf werfen.
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Gerne würde sich Mohamed Sibahi (Mitte) mal wieder so in einen Zweikampf werfen.

Nach seinem Wechsel zum niederländischen Erstligisten Volendam hatte der Ex-Achimer Mohamed Sibahi einen glänzenden Start. Aber dann wurde auch der 20-Jährige unsanft von der Corona-Pandemie ausgebremst. Doch auch nach seiner Rückkehr hält der Rückraumspieler am Traum Profihandballer fest.

  • Auftakt nach Maß in Volendam für Mohamed Sibahi
  • Gesundheit steht für den 20-Jährigen an erster Stelle
  • Boulesport eine neue Leidenschaft

Achim/Oyten – Mit einem klaren Ziel vor Augen hatte sich Mohamed Sibahi im Juni des vergangenen Jahres bei der SG Achim/Baden verabschiedet. Beim niederländischen Erstligisten HV Kras/Volendam wollte der 20-Jährige den nächsten Schritt machen und dem Traum von einer Karriere als Handballprofi etwas näher kommen. Aber damit muss sich der Rückraumspieler noch etwas gedulden. Denn auch ihm hat die Corona-Pandemie einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Lediglich dreimal stand Sibahi für die Niederländer auf der Platte, ehe er sich für eine Rückkehr nach Delmenhorst entschied.

Dabei hatte alles so gut begonnen für den 20-Jährigen, der in den wenigen Einsätzen stattliche 13 Treffer erzielte. „Als ich nach dem Abbruch der Saison um die Auflösung meines Vertrages bat, dachten die Verantwortlichen zunächst, dass ich Heimweh habe. Daher hatten sie mir auch noch einmal 14 Tage Bedenkzeit gegeben“, klärt Sibahi auf. Aber auch diese änderten nichts an der Entscheidung des Youngsters. „Für mich stand einfach die Gesundheit an erster Stelle. Und da musste ich dann abwägen, wo ich mich besser aufgehoben fühle“, führt der Libanese einzig und allein die Corona-Situation als Grund für seine Rückkehr nach Delmenhorst an. „Natürlich ist das sehr ärgerlich. Denn selbst in der kurzen Zeit ist Volendam schon zu einem Herzensverein für mich geworden. Daher wollte ich auch von Beginn an mit offenen Karten spielen“, hat Sibahi ausnahmslos positives über seinen Ex-Klub zu berichten.

Als ich nach dem Abbruch der Saison um die Auflösung meines Vertrages bat, dachten die Verantwortlichen zunächst, dass ich Heimweh habe. Daher hatten sie mir auch noch einmal 14 Tage Bedenkzeit gegeben.

Mohamed Sibahi

In Volendam lebte Sibahi zumindest kurzzeitig seinen Traum. Neben sieben Trainingseinheiten in der Woche traf der 21-Jährige auf etliche gestandene Spieler, von denen er jede Menge lernen konnte. Unter anderem gab es Tipps vom ehemaligen Magdeburger Bundesliga-Keeper Gerrie Eilers. Auch die niederländischen Cracks Jorn Smits, Nationalspieler Joey Duin oder Torwart Martijn Cappel standen Sibahi mit Rat und Tat zur Seite. Allein die gemeinsamen Übungseinheiten sollten für die spätere Karriere ein gutes Rüstzeug sein. Sibahi: „Außerdem bin ich ja noch jung genug, um meinen Traum doch noch verwirklichen zu können.“

Es geht nicht nur bergauf: Aktuell wird Mohamed Sibahis Traum vom Handballprofi von Corona ausgebremst.

Erste Anfrage aus Volendam lehnte Sibahi noch ab

Trotz der kurzen und intensiven Zeit in den Niederlanden hat Sibahi aber auch seine Herkunft nicht vergessen. Schließlich hat er jede Menge von seinen Ex-Trainern Thomas Cordes (TV Oyten) und Tobias Naumann (SG Achim/Baden) mit auf den Weg bekommen. Prägend waren dabei vor allen Dingen die beiden Spielzeiten für die Oytener A-Jugend in der Bundesliga. Dort, so mutmaßt der 20-Jährige, muss ihn auch ein niederländischer Talentscout erspäht haben. Als dann die erste Anfrage aus dem Nachbarland kam, sagte Sibahi zunächst ab, da er inmitten der Abiturprüfung steckte und gab der SG seine Zusage. „Diese eine Saison in der Oberliga hat mich auch enorm weitergebracht, da ich wesentlich reifer geworden bin.“ Nicht von ungefähr hätte Cord Katz, SG-Teammanager, das große Talent auch gerne behalten. Allerdings war das Angebot der Niederländer einfach zu verlockend. „Mohamed ist sehr ehrgeizig und hat sein erstes Ziel mit dem Gang ins Ausland verwirklicht. Auch wenn das für einen so jungen Spieler schon ein ungewöhnlicher Weg gewesen ist“, hofft Katz, dass sich Sibahis Träume doch noch verwirklichen.

Aktuell befindet sich der Libanese wieder in seinem Heimatort Delmenhorst und hat sich mittlerweile für ein Lehramtsstudium Sport und Physik an der Uni Oldenburg eingeschrieben. Was die Kontakte zu seinen ehemaligen Mitspielern aus dem Kreis Verden angeht, gibt es zumindest noch einen Austausch mit den Jungs aus Oyten. „Mit ihnen habe ich ja auch einige Jahre verbracht. In dieser Zeit sind sie zu echten Kumpels geworden“, denkt Sibahi liebend gerne an die fantastischen Auftritte in der Oytener Pestalozzihalle vor restlos begeisterten Fans zurück.

Noch gute Kontakte zu den Ex-Mitspielern aus Oyten

Bis es aber endlich wieder in die Halle geht, muss sich auch Sibahi noch einige Zeit gedulden. Daher hat „Mo“ auch ein neues Hobby für sich entdeckt – den Boulesport. An der frischen Luft geht es zumeist gegen seinen jüngeren Bruder Baki, der beim HC Bremen in der A-Jugend Bundesliga aktiv ist. „Die Leidenschaft Boule habe ich während meiner Abizeit und der Pandemie kennengelernt. Gegen meinen Bruder gewinne ich auch meistens“, schmunzelt Sibahi.

Da würde ich gerne beim Aufbau einer schlagkräftigen Truppe mitwirken.

Mohamed Sibahi über ein mögliches Mitwirken in der Nationalmannschaft des Libanon

Sollte Handball dann aber bald wieder erlaubt sein, will Sibahi weiter an seinem großen Traum arbeiten. Und das sein Ehrgeiz ungebrochen ist, unterstreicht die Tatsache, dass er sogar über die Nationalmannschaft nachdenkt. Allerdings nur die des Libanon. „Da würde ich gerne beim Aufbau einer schlagkräftigen Truppe mitwirken“, freute sich der 20-Jährige zuletzt sogar über einen 30:28-Erfolg des Libanon über die Volksrepublik China. Allerdings wurde der erste Vergleich verloren. Und auch gegen die Vereinigten Arabischen Emirate, Iran sowie Bahrain hatte der Staat aus Vorderasien wenig zu bestellen. Da hätte Mohamed Sibahi also noch einiges zu tun.

Von Björn Lakemann

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