Handball: Für Achims Coach Malmon zählt einzig der Klassenerhalt in 3. Liga / Auftakt morgen in Berlin

Der Schlüssel liegt in der Deckung

+
Auch bei ihm herrschte Riesenfreude nach dem Aufstieg in die 3. Liga: „Gaddi“ Xhafolli.

Achim/Baden - Von Kai Caspers. Die Freude über den kaum mehr für möglich gehaltenen Aufstieg in die 3. Liga – sie kannte auf Seiten der SG Achim/Baden am Ende der vergangenen Saison keine Grenzen. Wer danach auf eine Euphoriewelle oder eine regelrechte Aufbruchstimmung gehofft hatte, der wartet bis dato vergebens. Verständlich. Zu groß ist der Aufwand, der für das Abenteuer betrieben werden muss. Das weiß auch Trainer Tomasz Malmon. „Eventuell ist der Aufstieg für uns etwas zu früh gekommen. Daher kann unser Ziel auch nur der Klassenerhalt sein. Alles andere wäre Utopie.“ Am morgigen Sonnabend (20.15 Uhr) steht nun der Auftakt an – der Neuling ist zu Gast bei Füchse Berlin II.

Auch wenn Malmon fest davon überzeugt ist, dass seine Mannschaft über die nötige Qualität für die 3. Liga verfügt, legt der Ex-Nationale Polens eine gesunde Portion Skepsis an den Tag. Das ist in erster Linie dem kleinen Kader geschuldet. „Um in der extrem starken Liga bestehen zu können, müssen alle Positionen doppelt besetzt sein. Das ist bei uns allerdings noch nicht der Fall“, verweist der 45-Jährige auf die Crux. „Daher hoffe ich, dass sich in personeller Hinsicht noch kurzfristig etwas ergeben kann. Allerdings ist das nicht so einfach. Denn neben der attraktiven Klasse und einem gesunden Umfeld können wir ja nicht unbedingt mit vielen anderen Pfunden wuchern“, weiß Malmon um das schmale Budget des Aufsteigers. Klar ist damit, dass nicht viel passieren darf. „Wollen wir auch in der nächsten Saison wieder in der 3. Liga spielen, muss bei uns schon alles passen. Das bedeutet in erster Linie, dass wir von schweren Verletzungen verschont bleiben. Sollte das der Fall sein, bin ich zuversichtlich, dass wir unser angepeiltes Ziel auch erreichen können.“

Der Schlüssel zum möglichen Klassenerhalt – er liegt für den SG-Coach ganz klar in der Deckung. Nicht von ungefähr hat Malmon auch den größten Teil seiner Vorbereitung damit verwendet, neue Systeme einzustudieren. „In der Oberliga konnten wir immer auf die defensive 6:0-Variante zurückgreifen. Das ist in der 3. Liga jedoch zu wenig. Daher ist da eine große Flexibilität gefordert“, weiß der SG-Coach. Daher ist Malmon auch froh, dass er mit Kreisläufer Ole Harms (HSG Schwanewede/Neuenkirchen) und Dennis Summa (TuS N-Lübbecke) zwei neue Spieler in seinen Reihen weiß. „Beide sind nicht die größten, aber dafür sehr intelligente Spieler, die jeweils auf der Spitze agieren können. Das eröffnet uns natürlich zusätzliche Möglichkeiten“, hat Tomasz Malmon mit „Gaddi“ Xhafolli noch einen weiteren „Defensivspezi“ in der Hinterhand.

Aber nicht nur in der Deckungsarbeit, sondern auch offensiv erwartet „Tomek“ einiges von Harms und Summa. „Ole besticht natürlich durch seine enorme körperliche Präsenz und kann jeder Abwehr Probleme bereiten. Und mit Dennis verfügen wir nun neben Florian Block-Osmers über einen weiteren guten Mittelmann. Er kann das Spiel nicht nur schnell machen, sondern ist darüber hinaus auch torgefährlich“, weiß der 45-Jährige um die Qualitäten des Rückkehrers im Spiel eins gegen eins.

Dritter im Bunde der Neuzugänge ist Daniel Sommerfeld, der wie Harms aus Schwanewede kommt. Der Torhüter ist nicht nur ein Vorbild an Einsatz, sondern auch eine ideale Ergänzung zu Arne von Seelen. „Während Arne bei Würfen aus der Nahwurfzone sicher Vorteile hat, verfügt Daniel über ein gutes Stellungsspiel und hat seine Qualitäten in erster Linie bei Würfen aus der zweiten Reihe. Daher gibt es bei mir im Vorfeld auch keine klare Nummer eins, zumal ich mit Mirco Thalmann noch über einen weiteren Keeper verfüge, der ebenfalls große Fortschritte gemacht hat“, rechnet Malmon mit der einen oder anderen Bauchentscheidung.

„Wir hoffen wieder auf

unseren Hexenkessel“

Die dürfte es im Rückraum indes nicht unbedingt geben. Gerade auf Halbrechts sind die Möglichkeiten doch sehr begrenzt, da mit Patrick Denker nur ein Linkshänder zur Verfügung steht. „In Anbetracht unserer begrenzten Möglichkeiten werden wir da auch sicher keinen weiteren mehr finden. Das müssen wir also anders lösen“, denkt Malmon da unter anderem an Jan Mühlbrandt. Aber auch sonst weiß der Pole um die Probleme seines Teams aus der Fernwurfzone. „Wir haben mit Ausnahme von Tobias Freese keinen Spieler, der auch einfach mal aus neun oder zehn Metern abzieht. Das macht die Sache gegen passive 6:0-Deckungen natürlich alles andere als einfach“, hätte Malmon gerade Eric Gülzow gerne zumindest noch für ein weiteres Jahr in seinem Team gesehen. Doch der Youngster hat sich für einen Wechsel zu Eintracht Hildesheim entschieden.

Ebenfalls nicht mehr dabei sind Max Wiedenmann, der künftig beim Ligarivalen HSG Varel-Friesland spielt, sowie Sören Meier und Arne Zschorlich, die es in die eigene Reserve zieht.

Ein wichtiger Faktor im Kampf um den Klassenerhalt könnte für Malmon die Unterstützung von den Rängen werden. „In einer vollen Halle und mit der richtigen Unterstützung können alle Spieler über sich hinaus wachsen“, erinnert sich der SG-Coach noch zu gerne an den „Hexenkessel“ Gymnasiumhalle zu den Zeiten in der 2. Liga. „Wenn wir da nur annähernd anknüpfen könnten, wäre das ein echter Traum für mich. Die Mannschaft sowie alle anderen, die aktuell hart für den Erfolg arbeiten, hätten es sich auf jeden Fall verdient“, sieht Malmon die SG definitiv auf einem guten Weg. „Es geht hier schon in die richtige Richtung, denn es wird vornehmlich auf Spieler aus der Region gebaut. Daher dürfte die Identifikation mit der Mannschaft sicher nicht schwer fallen. Außerdem gibt es nicht nur ein Wiedersehen mit ehemaligen Achimern wie Ariel Panzer, Maris Versakovs oder auch Maciek Tluczynski, sondern zudem einige Derbys“, stand Malmon die Vorfreude auf das Abenteuer 3. Liga bereits eine Woche vor dem Auftakt bei den Füchsen Berlin II ganz deutlich ins Gesicht geschrieben.

Bleibt nur zu hoffen, dass dieses Leuchten auch so lange wie möglich bestehen bleibt und nicht bereits nach wenigen Spieltagen erloschen ist.

Kulturfest des Waldorfkindergartens Scheeßel

Kulturfest des Waldorfkindergartens Scheeßel

Wie werde ich Kirchenmaler/in?

Wie werde ich Kirchenmaler/in?

Proklamation beim Schützenfest in Aschen

Proklamation beim Schützenfest in Aschen

40 Jahre Städtepartnerschaft Bonnétable und Twistringen gefeiert

40 Jahre Städtepartnerschaft Bonnétable und Twistringen gefeiert

Meistgelesene Artikel

TSV Etelsen unterliegt im Bezirkspokal-Finale in Gellersen mit 1:2

TSV Etelsen unterliegt im Bezirkspokal-Finale in Gellersen mit 1:2

Verdens Coach Sascha Lindhorst nach Abstieg aus der Landesliga gefasst

Verdens Coach Sascha Lindhorst nach Abstieg aus der Landesliga gefasst

Verden: Coach Lindhorst appelliert an Sportsgeist

Verden: Coach Lindhorst appelliert an Sportsgeist

TSV Ottersberg holt Finger und Wöltjen aus Etelsen

TSV Ottersberg holt Finger und Wöltjen aus Etelsen

Kommentare