Harm Tietje bewältigt Zugspitz Extremberglauf / 17 Kilometer und 1900 Höhenmeter unter drei Stunden

„Hätte keinen Meter weiter gekonnt“

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Die Strapazen nach dem kräftezehrenden Lauf sind Harm Tietje nach seiner Zielankunft anzusehen.

Kirchlinteln - Von Jürgen HonebeinDer 44-jährige Harm Tietje aus Kirchlinteln hat seine bislang größte sportliche Herausforderung mit Bravour bestanden. Als „Flachländler“ bewältigte er den 13. Internationalen Zugspitz Extremberglauf und erreichte nach rund 17 Kilometern und 1 900 Höhenmetern glücklich und erschöpft nach 2:57 Stunden das Ziel „Sonnalpin“.

„Vor dem Start war ich eigentlich etwas enttäuscht, dass der Lauf in diesem Jahr nicht ganz hinauf bis zum Gipfel ging. Doch am Ende war ich froh. Denn ich hätte auch keinen Meter weiter gekonnt“, gestand Harm Tietje im Anschluss ein. Es wäre aber schon etwas ganz Besonderes gewesen, wenn der Athlet am Ende des Laufes nicht nur das Ziel erreicht hätte, sondern auch ganz oben auf dem Gipfel gewesen wäre. Das war dieses Jahr aus Sicherheitsgründen jedoch nicht möglich. Verantwortlich dafür waren die riesigen Mengen Schnee, die es in dieser Form seit Bestehen des Extremlaufs so noch nie gegeben hatte. Aber das waren die Nachwirkungen des kühlen und nassen Mai. Dieser Zustand hatte die Organisatoren sogar über eine Absage nachdenken lassen. Erst nach Rücksprache mit der Bergwacht Deutschland und der Bergrettung Österreich entschied man sich jedoch, den Lauf auf der Originalstrecke durchzuführen und lediglich die letzten 1,3 Kilometer zum Gipfel wegzulassen. Dort wäre die Sicherheit der rund 900 Teilnehmer nicht zu gewährleisten gewesen. „Nächstes Jahr versuche ich es noch einmal. Und dann geht es hoffentlich bis auf den Gipfel“, wünscht sich Tietje.

Der Lauf führte von der Ehrwalder Alm in Österreich 17 Kilometer hinauf in Richtung Zugspitze. Am Tag vor dem Rennen erfolgte zunächst die Ausgabe der Startnummern. Dort gab es zudem letzte Streckeninstruktionen durch die Veranstalter und wichtige Hinweise auf alpine Gegebenheiten.

Dann war endlich der lang ersehnte Tag gekommen und die 900 Teilnehmer nahmen einen der schwersten Extrembergläufe in Angriff. „Im unteren Bereich den steilen Forststraßen folgend, legte ich die ersten acht Kilometer zurück und war danach ein wenig erschrocken über die schon hier extreme Anstrengung“, gestand der 44-Jährige. Danach begann der schmalere Bergpfad, wo auch hin und wieder einmal eine Kuh am oder auch auf dem Wege stand, doch dafür hatten die Teilnehmer kaum ein Auge. Der Übergang über den ersten Pass machte einige Schwierigkeiten, da der Boden sehr abschüssig und schlammig war und das Schmelzwasser teilweise den Weg entlang floss. Ein Seil war zwar zur Sicherheit gespannt, aber trotzdem rutschte der eine oder andere Teilnehmer aus. Später ging es über Geröll und Schnee wieder bergab, bevor dann die Schlüsselstelle „Gatterl“ auf die Teilnehmer wartete. Hier führte der Übergang von Österreich nach Deutschland durch ein kleines Tor. Dort beobachtete, wie auch an anderen Stellen, die Bergwacht das Geschehen. Danach ging es weiter über loses Geröll, Felspassagen mit Stahlseilen und größere Schneefelder Richtung Knorrhütte. „Nach der Hütte begann ich – zu diesem Zeitpunkt noch recht energisch – bei jeder Gelegenheit aus dem Gänsemarsch auszuscheren und zu überholen. Der eine oder andere Ausrutscher im Schnee war unvermeidbar, aber ich kam viel zügiger voran. Dieser nicht enden wollende Aufstieg von 2 000 auf 2 500 Meter ging an meine körperliche Grenze“, stellte Harm Tietje fest. Nach rund 17 km und 1900 Höhenmetern war das Ziel „Sonnalpin“ erreicht und glücklich und zufrieden bekam der Kirchlintelner die beliebte „Finishermedaille“ als 69. seiner Altersklasse M40 überreicht. Harm Tietje war mächtig stolz, diese Extremherausforderung mit Bravour bestanden zu haben.

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