Gleich ein halbes Dutzend Rennfahrer aus dem Kreis Verden bewältigt Ötztaler Radmarathon

Lang, steil und schmerzhaft

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Quälten sich in 11:55 Stunden immer gemeinsam durch den Ötztaler Radmarathon: Das Luttumer Ehepaar Katja und Lars Troschka.

Verden - Von Jürgen Honebein. Es fühlte sich ähnlich an wie die Königsetappe bei der Tour de France. Lang, steil und schmerzhaft – der Ötztaler Radmarathon über 238 Km und 5500 Höhenmeter verlangte jedem Teilnehmer physisch und psychisch alles ab. Mit Katja und Lars Troschka (Luttum), Marek Böhm und Alexander Schoft (beide Achim) sowie Heinz-Georg Köster (Langwedel) und Peter Cohrs (Ottersberg) erreichte gleich ein halbes Dutzend Radrennfahrer aus dem Kreis Verden das Ziel in Sölden.

Der 45-jährige Marek Böhm ist im Bezug auf den Ötztal-Marathon schon ein alter Hase, denn es war seine bereits neunte Teilnahme: „Jeder, der hier nach rund zwölf Stunden das Ziel erreicht, verdient größten Respekt und ist ein Sieger“, sagt Marek Böhm. Er kam nach 9:57:55,9 Stunden ins Ziel und belegte damit in seiner Altersklasse unter 2536 Teilnehmern Platz 790. Katja Troschka, die zum zweiten Mal die große Herausforderung meisterte, kam in der Frauen-Altersklasse mit einer Zeit von 11:55:48,6 auf Platz 59. Ehemann Lars Troschka schaffte den Ötztaler Marathon in 11:55:47,6, Alexander Schoft in 12:23:20,7, Peter Cohrs in 12:24:27,0 und Heinz-Georg Köster schließlich in 12:40:31,9 Stunden.

Pechschwarz lag die Nacht beim Start über dem Ötztal. Das Thermometer zeigte sieben Grad. Es war zwar noch trocken, doch der Wetterbericht hatte zwei Grad und Regen angekündigt. Um 6:45 Uhr fiel der Startschuss. Für Katja Troschka war es die zweite Teilnahme bei diesem Ein-Tages-Rennen. Im vergangenen Jahr war ihr Ziel allein das Ankommen. In diesem Jahr wollte die Luttumerin gern unter zwölf Stunden bleiben. Für Ehemann Lars Troschka war es der erste Start. „Wir hatten uns vorgenommen, das Rennen zusammen zu fahren und das hat auch gut geklappt“, befand später Katja Troschka. Der erste Alpenpass, der bezwungen werden musste, war der Kühtaisattel. Es ging 18,5 Kilometer bergauf mit einem Höhenunterschied von 1200 Metern. Kurz vorm „Sattel“ mussten die Fahrer auf eine Herde Kühe aufpassen, die auf der Straße lief. „Das war schon sehr gewöhnungsbedürftig“, meinte auch Marek Böhm. Von dort ging es bergab Richtung Innsbruck. An der Bergisel Schanze der Skispringer vorbei in Richtung Brenner. Im rasanten Tempo ging es nach Sterzingen, wo der Jaufenpass begann. Wieder ging es 21,1 Kilometer bergauf. Oben auf dem Pass angekommen, fing es dann an zu regnen. Nach einer kurvenreichen, schlecht asphaltierten und technisch anspruchsvollen Abfahrt vom Jaufenpass hinab ins Passeiertal folgte die Stunde der Wahrheit, der letzte Anstieg zum Timmelsjoch über 31,4 km und gut 1800 Höhenmeter. Jeder Tritt fiel jetzt schwer und die Luft wurde immer dünner. Zudem regnete es seit über zwei Stunden. Dann war aber auch dieser Gipfel geschafft und es ging zum Abschluss durch eine dicke Nebelwand immer noch im strömenden Regen bei rund zwei Grad hinunter Richtung Sölden, erneut knapp vorbei an Kühen, die mitten auf der Straße standen. Nach 20 Kilometer im strömenden Regen waren alle froh, heil ins Ziel gekommen zu sein und alle durften sich nach 238 schwersten Kilometern als Sieger freuen. Die Gedanken gingen schon wenig später wieder nach vorne: „Im nächsten Jahr bin ich das zehnte Mal dabei“, versprach der Achimer Marek Böhm und auch Katja Troschka verkündete trotz aller Strapazen: „Ötztaler Radmarathon 2015, wir kommen wieder.“

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