UNVERGESSEN Drama um Einzug in den DFB-Pokal – mit einem zweiten Akt

Der geplatzte Traum von Ottersberg

Der Bericht unserer Zeitung von damals – er frischte Axel Sammreys Erinnerungen auf.

Ottersberg - Von Ulf Von Der Eltz. Der 29. September 2010 – er war ein denkwürdiger Tag für den TSV Ottersberg. Axel Sammrey, damals Trainer des Oberligisten, kramte in der jetzt durch die Corona-Krise fußballfreien Zeit in seiner Riesenkiste, stieß auf den Bericht aus unserer Zeitung – und schon kreisten die Erinnerungen in seinem Kopf, alles schien plötzlich taufrisch: „Ein Pflichtspiel gegen Eintracht Braunschweig. Was für ein Knaller für den gesamten Verein.“ Und es ging ja auch um ganz, ganz viel. Sportlich wie finanziell. Im Halbfinale des Niedersachsenpokals kämpften die Wümme-Kicker und der Traditionsverein aus der Löwenstadt um den Einzug in die 1. Hauptrunde des DFB-Pokals. Der Jackpot war mit 100 000 Euro prall gefüllt – so hoch war das Antrittsgeld für den Sieger, der sich darüber hinaus im darauffolgenden Sommer auf ein Traumlos freuen durfte.

Das Match des Jahres also für die Grün-Weißen, die allerdings als krasser Außenseiter dem Anpfiff vor 852 Zuschauern entgegenfieberten. Am Ende stand eine große Enttäuschung, mit 0:4 strichen die Ottersberger die Segel. „Wir haben verdient verloren“, erinnert sich Axel Sammrey. Wobei der schnelle Rückstand nach nur zwei Minuten ihm heute noch die Zornesader schwellen lässt: „Das Tor zu geben, war eine absolute Fehlentscheidung. Das haben wir uns hinterher tausendfach auf Video angeschaut – und sind immer zu dem gleichen Schluss gekommen.“ Was war passiert? Dominick Kumbela hatte einen weiten Pass mit dem Arm mitgenommen und danach TSV-Keeper Tim Eggert zum 0:1 überwunden. Selbst Braunschweigs Torsten Lieberknecht konnte den Ärger des Underdogs nachvollziehen: „Wir hätten uns nicht beschweren dürfen, wenn der Schiri gepfiffen hätte.“ Aber Dirk Wijnen aus Hannover winkte das Tor durch, fünf Minuten später verpasste Kapitän Lars Behrens den Ausgleich, als er die Kugel neben den leeren Kasten setzte.

Wer weiß, wie das Match ausgegangen wäre, hätte Ottersberg in diesen frühen Szenen das Glück auf seiner Seite gehabt. Dass die Eintracht erst in der 64. Minute mit ihrem 2:0 durch einen gewissen Karim Bellarabi die Weichen endgültig stellen konnte, verdeutlicht die Gegenwehr des Oberligisten. In der Schlussphase waren die Platzherren dann platt und kassierten noch zwei weitere Buden zum 0:4-Endstand.

Aus der Traum vom DFB-Pokal, vom Traumlos, vom 100 000-Euro-Jackpot. Doch Ottersberg sollte eine zweite Chance bekommen. Da die Eintracht am Ende der Drittliga-Saison unter die ersten Vier kam, die automatisch das Ticket lösten, wurde für Niedersachsen ein zusätzlicher Platz frei. Und um den spielten die unterlegenen Halbfinalisten – mit Heimrecht für Ottersbergs Oberliga-Rivalen VfB Oldenburg. Dieser 25. April 2011, ein Ostermontag, wurde für Axel Sammrey zum zweiten Akt der Aufführung „Kampf um den DFB-Pokal-Einzug“.

Und zur noch größeren Enttäuschung. Die Gäste verloren vor geschätzten 5 000 Fans im Marschwegstadion unglücklich 0:1 durch ein äußerst spätes Tor von Tim Schwarz (86.). Mahmut Aktas, neben Keeper Tim Eggert, Thomas Nowottny und Alexander Neumann absoluter Leistungsträger, ließ in der dritten Minute der Nachspielzeit die dicke Chance zum Elfmeterschießen aus. „Die bitterste Pleite, die ich je erleiden musste. Es war so eine sensationelle Stimmung vor toller Kulisse, der Höhepunkt für fast alle Spieler. Und dann so ein Ende einen Schritt vor dem großen Ziel.“

Gingen schon die 100 000 Euro flöten, wurde dem Vorsitzenden Henning Haltermann bei der Verteilung der Eintrittsgelder die Zuschauerzahl 2 485 präsentiert – kein Wunder, dass Verrat gewittert wurde. Und für Coach Sammrey brach die Welt komplett zusammen, als die 1. Runde des DFB-Pokals ausgelost wurde. Gegner des VfB Oldenburg war – der HSV.

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