Gebürtiger Verdener und weitgereister Marathoni freut sich auf den Stadtlauf / Wie einst Zatopek

Palm – als Laufblogger auf der Suche

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Andreas Palm, hier beim Hamburg-Marathon, freut sich riesig auf den Verdener Stadtlauf.

Verden - Von Jürgen Thiele. Er absolviert Langstreckenläufe wie andere Menschen Briefmarken sammeln. So erinnert er sich gern an den ersten Marathon 2011 in Berlin, aber auch an die Panoramatour „Sächsische Schweiz“, den Lauf zwischen den Meeren und sämtliche Marathon- und Auslandsläufe wie Rom, Barcelona, Valencia, Amsterdam, Florenz. Kein Wunder, dass er für ein Gespräch keine Zeit hat: Andreas Palm ist gerade in Stockholm – zum Marathon. Dabei geht es ihm nicht um einen vorderen Platz, er wurde 7771. – aber die Zeit von 4:18,59 Stunden war eine Verbesserung, auf die er stolz ist.

Einen Tag nachdem die Ausschreibung für den Verdener Stadtlauf am 17. Juli im Internet steht, hat er sich für die Langstrecke über zehn Kilometer (amtlich vermessen!) angemeldet. „Als erster Melder muss ich natürlich die Startnummer 1 bekommen“, so sein optimistischer Kommentar. „Hier wollte ich immer schon starten“, teilt er mit. Palm ist gebürtiger Verdener (1973), er erinnert sich an den Kindergarten in Borstel, die Jahnschule als Grundschule, 1993 Abitur am Gymnasium am Wall. Danach Mitbetreiber und Disk-Jockey in Dörverden. Seine ersten Läufe hat er im Sachsenhain absolviert.

Dann zieht es ihn nach Hamburg zum Studium. In diversen namhaften Werbeagenturen hat er als Art-Direktor gearbeitet, bevor er sich selbstständig macht. Nach acht Jahren im umtriebigen Berlin zieht es ihn ab 2012 wieder nach Norddeutschland zurück. In Hamburg arbeitet er als selbständiger Designer in eigener Firma. Da ist es gut, dass sich seine Familie, seine Frau sowie die drei- und sechsjährigen Kinder, Verständnis für seinen Sport aufbringen. „Ohne ihre Unterstützung ginge nichts, rein gar nichts!“ Bei dem Vorbild ist es kein Wunder, dass seine Frau auch den einen oder anderen kürzeren Lauf mitmacht.

Aber bei seinem Hobby schwankt ihr Gemüt zwischen verachtlichem Lächeln und frenetischem Anfeuern. Auch viele andere Trainingskollegen begleiten ihn, die Tide Runners, Alsterrunning, aber auch Freunde und Kunden. Dass der Urlaub kein Ausrede ist, das Training zu unterbrechen, scheint bei Palm logisch: Wenn Sightseeing und Shopping erledigt sind, dann heißt es einfach loslaufen, am liebsten in Parks, an Flüssen oder am Meer. Vorbilder für seine Laufleidenschaft hat er nicht. Aber dann schmunzelt er: „Ich mag sympathische Läufer wie Sabrina Mockenhaupt und die Laufzwillinge Anna und Lisa Hahner.“ Das Laufen hat ihn auch auf eine neue Idee gebracht: Nicht nur Laufen ist in, sondern auch das Schreiben darüber. So ist er zum Laufblogger geworden. Seine Homepage „funtorun“ liest sich wie ein spannender Roman, eine Laufdrumrum-Philosophie – Erlebnisaustausch nach dem Rennen!

Vom Verdener Stadtlauf erwartet er einfach „nur Spaß“. Er hofft, dass dieser Lauf noch attraktiver für neue Starter werden soll. Dazu hat er dem Veranstalter LAV und LGK Verden seine Gedanken zur Optimierung geschickt. Die gern angenommen worden sind. Seine Ziele im Sport sind, dass er noch lange Spaß am Laufen haben möchte. Aber Laufen ist nicht sein alleiniges Hobby: Es gibt da noch Kunst und Design, aber auch Musik und Reisen. Da ist es kein Wunder, dass neben seiner Medaillensammlung vor allem die beiden Kinder ihn besonders stolz machen.

Wenn es für andere wichtig ist, mit welchem Fuß sie zuerst über die Startlinie laufen, dann gilt für ihn einfach „ankommen!“ So verrät er auch sein Lieblingszitat, von Emil Zatopek: „Wenn Du laufen willst, lauf eine Meile. Wenn du ein neues Leben kennenlernen willst, dann Lauf Marathon.“ So wird er weiter unruhig bleiben und noch viel neues Leben suchen. Auch in Verden. Beim Stadtlauf.

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