NFV plant Ostern Re-Start

Fußball zur besten Zeit, Fußball im Sommer

Geht da doch noch was? Ihre Schuhe können die Fußballer jedenfalls wieder aus dem Schrank holen. Womöglich geht der Spielbetrieb Ende des Monats weiter.
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Geht da doch noch was? Ihre Schuhe können die Fußballer jedenfalls wieder aus dem Schrank holen. Womöglich geht der Spielbetrieb Ende des Monats weiter.

Während der Hamburger Verband die Fußball-Saison für beendet erklärte, hat der Niedersächsische Verband (NFV) nun deutlich gemacht, dass er unbedingt die laufende Serie fortsetzen will. Wenn es geht, schon Anfang April - oder auch früher.

  • NFV plant in den nächsten Wochen mit dem Re-Start der Saison.
  • Kinder bis 14 Jahren dürfen schon ab 8. März wieder auf den Platz.
  • Es wird Auf- und Absteiger geben

Verden – So verschieden sind in Norddeutschland die Ansichten über die Fortsetzung des Amateurfußballs. Während der Hamburger Landesverband die verkorkste Saison endgültig abbrach, versuchen die Verantwortlichen in Niedersachsen diese auf Biegen und Brechen durchzuziehen. So scheint es so, dass der Ball bereits Ostern oder gar früher wieder auf niedersächsischen Sportfeldern rollen könnte.

Im Nachgang zur Bund-Länder-Konferenz hatte sich der Vorstand des NFV am Donnerstagabend mit dem weiteren Umgang der derzeit unterbrochenen Saison 20/21 auseinandergesetzt. Die auf dem Corona-Gipfel zwischen den Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel beschlossenen Ergebnisse wurden dabei ausdrücklich begrüßt. „Unser Ziel war und ist, die Saison in allen Altersklassen sportlich zu beenden. Durch die verfassten Beschlüsse besteht Hoffnung und Zuversicht, dieses Ziel erreichen zu können. Der NFV wird aber auch weiterhin an der Praxis festhalten, sich an der jeweiligen politischen Verfügungslage zu orientieren“, erklärte NFV-Präsident Günter Distelrath in einem offiziellen Schreiben.

Kinder bis 14 Jahren dürfen ab 8. März ran

Besonders zu begrüßen sei, dass bei einem Inzidenzwert von unter 100 bereits ab dem 8. März Kinder und Jugendliche bis 14 Jahren in einer Gruppenstärke von maximal 20 Personen im Außenbereich wieder zusammen Sport treiben dürfen. Hieße für den Landkreis Verden, der einen weitaus niedrigeren Wert aufweist: Ab Montag dürften die bis dato geschlossenen Sportplätze definitiv wieder öffnen.

„Der Deutsche Fußball-Bund und seine Landesverbände haben gegenüber der Politik immer wieder aufgezeigt, welche fatale Folgen Kontaktbeschränkungen und dauerhafter Bewegungsmangel gerade für Kinder und Jugendliche haben. Deshalb ist es sehr erfreulich, dass unsere Argumente gehört wurden“, betonte Distelrath.

Mehr als eine 14-tägige Vorbereitung können wir den Vereinen nicht geben. Das ist hier kein Wünsch-dir-was!

Jürgen Stebani

Auch für den Erwachsenenfußball biete der Fahrplan die dringend benötige Öffnungsperspektive. Sollte der Inzidenzwert stabil zwischen 50 und 100 liegen, wäre Fußballspielen im Freien mit einem zuvor durchgeführten Schnell- oder Selbsttest ab dem 22. März und ohne diesen Test ab dem 5. April wieder möglich. „Momentan liegt der Inzidenzwert nur in wenigen politischen Kreisen Niedersachsens über 100. Angesichts der sich verbessernden Rahmenbedingungen wie Wetter oder verfügbarem Impfstoff bestehen gute Aussichten, dass wir schon in ein paar Wochen überall in Niedersachsen die 100er-Grenze unterschreiten könnten. Hohe Disziplin aller Beteiligten ist jetzt unerlässlich. Ich appelliere an alle, sich an die behördlichen Vorgaben zu halten und mit den neu geschaffenen Möglichkeiten verantwortungsbewusst umzugehen“, sagte der NFV-Chef.

So verständigte sich der Verbandsvorstand dann letztlich darauf, in den Spielklassen, in denen es notwendig ist, eine Saisonverlängerung über den 30. Juni hinaus bis maximal an den Beginn der Sommerferien (21. Juli) zuzulassen. Damit folgt er dem mit den spieltechnischen Fachausschüssen in den Kreisen erhobenen Meinungsbild. Hier hatten sich über 80 Prozent für die optionale Verlängerung des Spieljahres ausgesprochen.

Jugendfußball ist am Montag im vollen Umfang wieder möglich.

„Es freut uns natürlich, dass wir wieder Aussicht auf Fußball haben. Und letztlich bekommen wir doch nun das, was wir uns immer gewünscht haben: Fußball zur besten Zeit, Fußball im Sommer“, streckte da gestern auch Verdens NFV-Kreis-Boss Kurt Thies den Daumen hoch. Wann es aber nun genau im Kreis Verden wieder mit Punktspielen losgehen kann – Thies hielt sich da noch bedeckt: „Wenn ich die Zeilen der Regierung und des NFV richtig deute, dann könnten jetzt nur noch unser Gesundheitsamt und unser Landrat ihr Veto einlegen. Für die Kinder ist ganz klar Start am Montag – und auch im Herrenbereich würde ich schon einmal alle Vorbereitungen treffen. Wenn pro Sportplatz mit je zehn Spielern trainiert wird, die wie schon nach dem ersten Lockdown bereits umgezogen erscheinen und ohne zu duschen wieder wegfahren, macht man sicher nichts falsch. Und wenn wir dann vielleicht im Mai auf Kreisebene loslegen könnten, wäre immer noch genügend Zeit, um die Serie zu Ende zu bringen. Damit wird es dann definitiv Auf- und Absteiger geben!“

Kein Verständnis für Hamburg

Ähnlich sieht es da für die Klubs ab der Bezirksliga aus. Dass in Hamburg komplett anders entschieden wurde, „interessiert mich nicht die Bohne“, sagte gestern Jürgen Stebani, der Spielausschussvorsitzende des NFV. Er gestand aber: „Da gehen mir die Schuhe auf.“ Zumal auch die Hansestadt Bremen über einen Abbruch nachdenkt. Für ihn steht jedenfalls fest: „Eine Annullierung der Saison oder ein Abbruch sind in unseren Gedanken ganz, ganz weit hinten. Wir wollen eine sportliche Lösung. Dann muss es, so bitter das für die Vereine ist, notfalls auch ohne Zuschauer gehen.“ Denn: Ob diese sofort wieder erlaubt wären, ist noch unklar.

Mit Beginn des Trainingsbetriebs gewährt der Verband den Vereinen eine 14-tägige Vorbereitungszeit auf die Punktspiele. „Mehr können wir ihnen nicht geben. Das ist hier kein Wünsch-dir-was“, meinte der erfahrene Funktionär aus Ilmenau. Der erste Anpfiff könnte theoretisch Ostermontag ertönen. „Das kann eventuell auch früher sein. Wir wissen ja noch nicht, was regional möglich ist. Wir spielen, wenn wir wieder können! Und wenn wir Glück haben, können wir schon das Wochenende vorher am 28. März gebrauchen. Das müssen wir mit den Vereinen besprechen“, meinte Stebani und will möglichst mit Nachholspielen starten. Ziel: Irgendwie auf eine gerade und verwertbare Tabelle kommen, um Auf- und Absteiger zu ermitteln. Die werde es nämlich auch hier auf jeden Fall geben.

Wechseldatum ändert sich

Nach welchem Modus dann gespielt wird, verriet Stebani nicht. In der Oberliga spricht jedenfalls vieles für die sogenannte Variante 2 – also keine Rückrunde, aber Auf- und Abstiegsrunde plus Rückspiele gegen die Teams aus der eigenen Staffel. Macht 14 Spiele für jedes Team, wofür neben Ostermontag noch 15 Wochenenden (inklusive Pfingsten) zur Verfügung stünden. Stebanis große Sorge sind allerdings unterschiedliche Inzidenz-Stufen in den einzelnen Kreisen. „Das ist genau das Problem, das wir haben“, bestätigte er. Die Spielpläne seien aber quasi so gut wie fertig. Die würden aber erst veröffentlicht, wenn das Land seine modifizierte Verordnung herausgegeben hat. „Wir haben genug Pfeile im Köcher. Wir sind vorbereitet“, versprach der Spielausschussvorsitzende.

Auch auf eine „wichtige Sekundärfolge“ ging er gegenüber unserer Zeitung ein: Schließlich überschneidet sich der übliche Spieler-Wechseltermin 30. Juni ja nun mit der Saisonverlängerung. „Dass sich ein Verein dann zum 1. Juli für die letzten Spiele noch fünf Leute holt – das muss natürlich unterbunden werden. Das Problem wird auch beseitigt. Das ist bereits vorbereitet, sodass es die Spielerlaubnis für den neuen Verein erst ab dem 22. Juli gibt.“

Von Frank Von Staden Und Matthias Freese

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