Fußball-Trainer der Reserve muss zu viele Spieler an die Erste abgeben / Frank Schwarz: „Abmeldung wäre Super-Gau“

Abdu Nasraoglu wirft in Ottersberg hin

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Frank Schwarz

Ottersberg - Von Frank von Staden. Kurz vor Saisonstart hat die Fußball-Bezirksliga 3 ihren ersten Aufreger: So muss sich der TSV Ottersberg ab sofort nach einem neuen Reserve-Trainer umschauen, denn am Wochenende hob Kreisliga-Meister-Coach Abdu Nasraoglu nach reiflicher Überlegung frustriert die Arme, ergab sich dem eigentlich fast schon vorhersehbarem Schicksal und stellte sein Amt zur Verfügung.

„Es ist in den vergangenen Wochen einfach zu viel vorgefallen. Ich habe immer geschluckt und geschluckt, doch jetzt war für mich das Maß einfach voll“, erklärt der Übungsleiter auf Nachfrage. Und legt dann auch gleich weiter nach: „Die Auseinandersetzungen über die Kaderzugehörigkeit meiner Spieler haben zuletzt ein Ausmaß angenommen, das einfach nicht mehr hinnehmbar war. Am Freitag habe ich für das Spiel gegen Heeslingen in Elsdorf (sie nebenstehender Artikel) drei Spieler zur Verfügung gestellt, was aber noch nicht gereicht hat, um in Elsdorf überhaupt antreten zu können!“

Und einmal in Fahrt, holt Nasraoglu weiter aus: „Der Kader der II. Herren, den ich in zwei Jahren aufgebaut habe und der als einstiger Abstiegskandidat jetzt Meister als auch Kreispokalsieger wurde, ist kein Selbstbedienungsladen! Ich sah meine sportlichen Ziele absolut gefährdet, so dass ich die Reißleine ziehen musste. Der sportliche Leiter der Ersten (Anm.d.Red.: Markus Bremermann) muss sich hinterfragen, warum in nur einem Jahr 20 Spieler den Verein verlassen haben und er bis Stand heute nur zwei Spieler von einem Kreisliga-Absteiger holen konnte. Das muss man erst einmal schaffen – Hut ab vor diese Leistung!“

Frank Schwarz, nach dem Rücktritt von Torsten Kuper derzeit Fußballverantwortlicher als 2. Vorsitzender beim TSV Ottersberg, zeigt zwar etwas Verständnis für Nasraoglus resignierende Haltung, hätte sich aber doch mehr Durchhaltevermögen gewünscht: „Ich bin schon geknickt, dass Abdu die Situation so negativ sieht. Nach all den Vorkommnissen in den letzten Monaten war es doch klar, dass der TSV Ottersberg jetzt erst einmal ein tiefes Tal durchschreiten muss und schwere Zeiten zu überstehen hat. Ich habe es bei weitem nicht so schlimm gesehen. Doch zumindest konnten wir schnell dafür sorgen, dass es mit der Zweiten weitergeht.“ So fanden die Verantwortlichen noch am Sonnabend in Zweit-Herren-Spieler und Routinier Marc Schlichting schnell einen Interimscoach, „der es aber auch über die gesamte Saison machen könnte“, glaubt Schwarz.

Den Gedanken an eine Abmeldung verschwendet der Chef der Grün-Weißen indes noch nicht: „Dafür ist der Kader der Zweiten noch viel zu groß. Stand jetzt halten 20 Spieler zur Stange.“ Nasraoglu relativiert das, sagt: „Drei, vier Spieler davon sollen aber fest in die Erste wechseln. Bleiben ergo nur noch 16.“ Dennoch kein Grund für Schwarz, eine Kurzschlusshandlung zu begehen: „Abmeldung ist wirklich die allerletzte Lösung – und wäre für den TSV Ottersberg der Super-Gau! Das würde den Verein um zehn Jahre zurückwerfen. Wir arbeiten jeden Tag mit Hochdruck daran, die Situation zu entspannen. Und das werden wird auch hinbekommen!“

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