Ex-Zweitligaspieler als zweiter Keeper vorgestellt

Kilian – ein 46-Jähriger hilft Achim/Baden aus der Patsche

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Keeper Stefan Kilian wagt trotz seiner 46 Jahre den Sprung zum Handball-Oberligisten SG Achim/Baden.

Achim - Von Ulf von der Eltz. „Die mussten natürlich ein wenig schlucken, als sie mein Alter hörten. Aber ich denke, dass ich der SG Achim/Baden noch helfen kann.“ Stefan Kilian wagt trotz seiner 46 Jahre den Sprung zum Handball-Oberligisten – er steht schon am Sonnabend im Heimspiel gegen den Elsflether TB (19 Uhr, Lahofhalle) als zweiter Torwart im Kader der Aevermann-Schützlinge.

Dass der Vertriebsleiter eines Achimer Autohauses seit einem dreiviertel Jahr nicht mehr zwischen den Pfosten stand und sich in erster Linie mit Fahrradfahren fit hielt, sei für Coach Steffen Aevermann zweitrangig: „Ich setze auf seine Erfahrung aus der 2. Liga. Schließlich ist das Alter für einen Keeper nicht zwingend ein Nachteil.“ Wichtig für den Trainer: „Wir haben in der laufenden Saison einen Torwart gefunden, der frei ist und bei dem wir uns nicht mit der Zweiten arrangieren müssen.“

Nachdem sich Mirco Thalmann eine Luxation am Finger zugezogen hatte – ein Bruch konnte mittlerweile ausgeschlossen werden – ging es ohnehin nur um die Besetzung des Stellvertreter-Postens von Stammkeeper Arne von Seelen. Der Kontakt zu Stefan Kilian kam über die erste Damenmannschaft zustande, für die seine Frau Kathrin Schulte seit sechs Wochen aufläuft. Vorher war das Paar mit seiner 18-jährigen Tochter aus Hessen in den Norden gezogen und wohnt mittlerweile in Uphusen. Für Kilian ist die Probezeit im Autohaus vorbei, jetzt kann er sich wieder dem Handball widmen, „dem ich mich seit 37 Jahren verschrieben habe.“

Allzu hoch will er die Erwartungshaltung aber nicht ansetzen: „Als Vertriebsleiter kann ich auf keinen Fall dreimal die Woche trainieren. Zumal der Einstieg nicht unbedingt bei einem Oberligisten geplant war.“ Zuletzt stand der 1,86 Meter große Schlussmann in Hessen beim TSV Heiligenrode in der Landes- und Bezirksliga zwischen den Pfosten. 2007 hatte er das Trikot des Zweitligisten HSG Niestetal/Staufenberg getragen.

Achim/Badens Trainer Steffen Aevermann will zunächst einmal abwarten, welche Leistung Kilian, den er erst am Donnerstagabend bei der Vorstellung persönlich kennen lernte, anbietet: „Vielleicht schlägt er ein wie eine Bombe, dann könnten wir vermehrt auf ihn zählen.“ Dem schiebt der Hesse aber einen Riegel vor: „Wenn sich Auswärtsspiele überschneiden, genießt meine Frau das Vorrecht und ich bleibe bei unserer Tochter.“

Im Heimspiel am Sonnabend gegen Elsfleth gehört der Neue natürlich dem SG-Kader an. Unter der Woche ließ Coach Aevermann viel ohne Ball trainieren – Athletik und Laufen waren angesagt: „Aber auch mit dem Ball. Denn ich wollte Spaß vermitteln, damit die Spieler nach der Pleite in Bissendorf die Köpfe frei bekommen.“ Im Fokus standen nicht wie sonst Stärken und Schwächen des Kontrahenten: „Wir wollten uns auf uns selbst konzentrieren, einige Varianten einstudieren. Am Sonnabend soll von uns bestimmt werden, was auf dem Parkett passiert.“ Außer Thalmann sind bei Achim/Baden alle an Bord.

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