Trainer Bernd Oberbörsch nach 3:2-Erfolg über Uphusen zu Tränen gerührt / Radekes Sonntagsschuss

TSV Etelsen bleibt „unabsteigbar“

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Ausgelassen feierten Etelsens Eugen Deschner, Maximilian Jäger, Florian Mohr und Kato Tavan (von links) ihre Rettung. ·

Etelsen - Von Kai CaspersDer Fußball – er schreibt bekanntlich ja immer seine ganz eigenen Geschichten. Was jedoch Fußball-Landesligist TSV Etelsen angeht, ist aus den Geschichten sicher schon ein ganzes Buch geworden. Denn wieder einmal vollbrachten die Schlosspark-Kicker eines dieser berühmten Wunder und sicherten sich durch einen Treffer von Sören Radeke in der Nachspielzeit zum 3:2 (0:2)-Endstand über Meister TB Uphusen doch noch den nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt.

Allerdings hielt sich der Jubel nach Radekes Sonntagsschuss (90.+3) auf Seiten der Etelser lange Zeit in Grenzen. Verständlich. Schließlich waren alle Beteiligten längst über die beiden Siege der direkten Konkurrenten Cuxhaven und Elbmarsch informiert, so dass der Erfolg über den TBU noch nicht die Rettung bedeutete. Damit lag nun alles am Ausgang der Partie zwischen Bornreihe und Güldenstern Stade. Und hätten nicht die Uphuser ausgiebig und lautstark ihre verdiente Meisterschaft auf dem Rasen gefeiert – auf dem Etelser Schlosspark hätte man in den bangen Momenten des Wartens vermutlich die berühmte Stecknadel fallen hören. Als dann aber Etelsens Manager Wolfgang Goerdel wie von der Tarantel gestochen mit dem Handy in der Hand auf den Platz rannte, gab es kein Halten mehr. Wie kleine Kinder fielen sich die Etelser in Anbetracht der Stader Niederlage in die Arme und feierten den Klassenerhalt. Endlich kehrte auch das Lachen ins Gesicht von Trainer Bernd Oberbörsch zurück, auch wenn er sich im Zuge der unverhofften Rettung erstmal eine Träne aus dem Auge wischen musste. „Unfassbar. Wenn es wirklich einen Fußballgott gibt, hat er sich heute endlich mal in Etelsen sehen lassen“, lautete seine erste Reaktion.

Dabei war der Etelser Coach in Anbetracht der ersten Halbzeit, der TBU führte völlig verdient durch Tore von Hüseyin Günes (27.) und Saimir Dikollari (45.) mit 2:0, noch ratlos gewesen. „Da waren wir doch sicher abgestiegen. Da fehlen einem dann auch die Worte. Aber was meine Mannschaft dann in der zweiten Halbzeit für eine Moral gezeigt hat, das war einfach nur überragend.“ Und tatsächlich. Hatten die Gastgeber zunächst wie das Kaninchen vor der Schlange agiert, waren sie nach der Pause nicht wiederzuerkennen. Von Beginn an drängten die Etelser den TBU, bei dem sich die Umstellung in der Defensive nach Bülent Kaksis Ausfall nachhaltig bemerkbar machte, in die eigene Hälfte. „Mit ihm hätten wir nicht verloren“, war sich TBU-Coach Andre Schmitz sicher. Endlich stand ein Team auf dem Platz, das das Unmögliche noch möglich machen wollte. Florian Mohr verkürzte zunächst auf 1:2 (52.), ehe Mario Gloger per Handelfmeter das 2:2 (70.) erzielte. Bei dieser Aktion musste zudem Mirko Duhn mit Rot vom Platz – eine sehr harte Entscheidung. Glück für die Gastgeber, dass kurz zuvor Daniel Duhn für den TBU nur die Latte getroffen hatte. Als dann Etelsens Keeper Eugen Deschner in der Nachspielzeit mit einem fantastischen Reflex gegen Dikollari das Ende aller Träume verhinderte, kam der große Auftritt von Sören Radeke. Aus 25 Metern fasste sich der Etelser ein Herz und läutete mit seinem Sonntagsschuss in den Winkel zum erlösenden 3:2-Endstand eine lange Partynacht am Etelser Schlosspark ein.

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