INTERVIEW Dörverdens Nils Pohlner setzt auf einen eingespielten Kader

„Es ist etwas Besonderes“

Peilt mit seinem TSV die Bezirksliga an: Dörverdens Kreisliga-Trainer Nils Pohlner.
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Peilt mit seinem TSV die Bezirksliga an: Dörverdens Kreisliga-Trainer Nils Pohlner.

Dörverden – Nach den Platzierungen zwölf, neun, drei und Rang sechs in der vergangenen Serie, die aufgrund der Corona-Pandemie vorzeitig abgebrochen wurde, schielt Fußball-Kreisligist TSV Dörverden nun nach ganz oben. Nicht von ungefähr hat Trainer Nils Pohlner vor der Saison Platz eins bis drei als ambitioniertes Ziel ausgegeben. Und nach sechs absolvierten Spieltagen scheint es so, als würde Pohlner recht behalten, denn seine Mannschaft grüßt ungeschlagen von der Tabellenspitze.

Hallo Herr Pohlner. Vor der Saison haben Sie gebetsmühlenartig darauf hingewiesen, dass der Start nicht wieder verschlafen werden darf. Das ist Ihnen definitiv gelungen, obwohl Ihr Team am ersten Spieltag eine 3:0-Pausenführung verspielt hat. Hatten Sie da bereits ein Déjà-vu bezüglich der vergangenen Saison?

In Uphusen hatten wir einen fantastischen Start in die Partie. Leider hatten wir in dem Spiel nicht das nötige Matchglück. Denn mit Paul Gauert und Nils Deke mussten gleich zwei Leistungsträger schon zur Halbzeit vom Feld. Zudem hat unser Torjäger Bastian Deke die Chance zum 4:0 und zum 4:3 ausgelassen. Aber man sieht, was einen guten Start ausmacht. Die Jungs haben Selbstvertrauen aus den Spielen gezogen und konnten somit auch ein enges Spiel gegen Brunsbrock mit 1:0 gewinnen. Da haben wir dann die beiden verschenkten Punkte wieder eingefahren.

Gegen Brunsbrock habt Ihr erfolgreich Euren knappen 1:0-Vorsprung verteidigt. Auch Sie haben in den letzten 15 Minuten als Innenverteidiger auf dem Platz mitgewirkt. Wie kam es dazu? Eigentlich hatten Sie ja Ihre aktive Laufbahn endgültig beendet.

Gute Frage. Vermutlich hat mich das Spiel nervlich so durcheinandergebracht, dass ich ganz vergessen habe, dass ich gar nicht mehr spiele. Zum Glück ist es gut gegangen. Zumal ich auch ehrlich sagen muss, dass ich mich in der Ü40 deutlich besser aufgehoben fühle.

Am 1. November geht es für Ihre Mannschaft zum TSV Uesen. Die einzige Mannschaft, die ebenfalls noch ungeschlagen ist. Sehen Sie Uesen daher als den größten Widersacher im Kampf um die Meisterschaft oder haben Sie da eher andere Teams auf dem Zettel?

Uesen hatten wir auch schon vor der Saison auf dem Zettel, denn das war unser Meistertipp. Vermutlich wird jede Mannschaft eine Schwächephase haben und somit könnte die Spitze bis zum Schluss eng beieinanderbleiben. Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich vor der Saison nicht mit Oyten und Uphusen gerechnet habe.

Sie haben Ihren Torjäger bereits angesprochen. Bastian Deke hat in den ersten sechs Spielen schon zwölf Treffer erzielt. Haben Sie eine Erklärung dafür, warum es bei ihm aktuell so besonders gut läuft und er Tore am Fließband liefert?

Basti bringt für einen Stürmer alles mit. Er verfügt über einen guten Abschluss und seine enorme Schnelligkeit hilft ihm, dass er selber Chancen kreieren kann. Aber er darf sich nicht nur darauf verlassen und hat beispielsweise im Kopfballspiel noch Luft nach oben. Junge Spieler brauchen oft eine gewisse Zeit, um in jedem Spiel über eine ganze Saison zu liefern. Daher sind wir gespannt, ob es bei ihm so weitergeht. Aber wir wünschen es uns natürlich!

Seit Jahren haben Sie in Ihrem Kader keine größeren Veränderungen. Auch Sie stehen schon seit 6,5 Jahren in Dörverden an der Seitenlinie. Kann das der große Vorteil gegenüber beispielsweise Uphusen sein, wo in der Vergangenheit fast jährlich der Großteil des Kaders gewechselt wurde?

Ich glaube, jeder Trainer wünscht sich eine junge Truppe, mit der er über Jahre zusammenarbeiten kann. Man fängt nicht jede Vorbereitung bei Null an, was Spielidee und System angeht. Besonders erfreulich ist es dabei, dass die Entwicklung der Spieler Schritt für Schritt begleitet wird. Mein Co-Trainer Sebastian Göhner und ich wissen, dass es etwas Besonderes ist, so lange in einem Verein zu arbeiten.

David Röhnert, einer Ihrer wenigen Neuzugänge aus Hülsen, haben Sie vor der Saison aufgrund des Aufbautrainings nach seinem Kreuzbandriss noch zusätzliche Zeit eingeräumt. Wie ist denn der aktuelle Stand bei ihm?

David hat sich bei uns super eingelebt. Er passt perfekt zu uns und wir werden noch viel Freude an ihm haben. In den drei Monaten, die er nun in Dörverden ist, hat er unglaublich hart an seinem Comeback gearbeitet. Ich glaube, dass er in der Zeit vielleicht nur drei Trainingseinheiten verpasst hat. Daher ist es brutal, dass er nun in der vergangenen Woche leider einen Rückschlag erlitten hat. Wir müssen abwarten, was die Ärzte sagen.

Von Björn Drinkmann

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