START IN DIE SAISON TSV Etelsen peilt den Einzug in die Meisterrunde an / Gleich Pfeffer drin

Es gibt nur ein Motto: Vollgas!

Cedric Dreyer macht sich ebenfalls Hoffnungen.
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Cedric Dreyer macht sich ebenfalls Hoffnungen.

Etelsen – Der Abstieg in die Bezirksliga vor zwei Jahren – er wurde beim TSV Etelsen seinerzeit als Betriebsunfall angesehen. Dennoch bedurfte es einer „Ehrenrunde“, ehe die Schlosspark-Kicker diesen Unfall zu reparieren wussten. Doch trotz der Rückkehr in die Landesliga hätte sich Nils Goerdel ein anderes Saisonende gewünscht. Schließlich wurde die Saison wegen der Corona-Pandemie vorzeitig abgebrochen und die Etelser damit zum Meister gekürt.

„Von den Emotionen war das Ende natürlich eine Katastrophe. Denn in seinem Leben wird man eventuell nur einmal Meister und kann sich dann für seinen Erfolg nicht feiern lassen“, hätte sich Goerdel liebend gerne eine Sause mit den eigenen Fans gewünscht, als vom Titelgewinn auf dem Sofa zu erfahren. „Zumal ich nicht daran gezweifelt habe, dass wir es ohnehin geschafft hätten, da ich von den Jungs sehr überzeugt gewesen bin. Denn da hat niemand nachgelassen, haben alle auch aus den Fehlern der vorherigen Saison gelernt.“

Aktuell blickt Etelsens Trainer jedoch nur noch nach vorne. Wobei er sich die angestrebte Rückkehr in die Landesliga schon etwas anders vorgestellt hätte. Denn eine Zweiteilung der Liga hat es in der Vergangenheit noch nie gegeben. „Das hatten wir so nicht auf dem Schirm, da wir von einer 17er-Staffel ausgegangen sind, die dann auch durchgespielt wird. Dennoch muss ich sagen, dass ich den Modus sehr spannend finde. Da ist von Beginn an Pfeffer drin und jeder weiß, worum es geht“, verweist Goerdel auf die Tatsache, dass nach den Gruppenspielen in eine Meister- und Abstiegsrunde unterteilt wird. „Doch die Aufteilung trifft uns schon enorm. Denn nicht nur die Fahrten sind sehr weit, sondern mit Treubund Lüneburg und Ahlerstedt haben wir auch zwei der Topfavoriten in unserer Staffel. Aber das heißt auch, dass wir ab sofort ein Ziel vor Augen haben – den Einzug in die Meisterrunde. Das hört sich für einen Aufsteiger vielleicht hochtrabend an, aber ich bin auch davon überzeugt, dass wir jede Mannschaft in der Liga schlagen können.“

Um das Ziel zu erreichen, haben die Etelser ihren ohnehin schon guten Kader noch einmal verstärkt (siehe Text unten). Goerdel: „Wenn wir vom ersten Spiel an Vollgas geben und gerade zu Hause die Hütte brennen lassen, bin ich guter Dinge. Sehr wichtig ist zudem eine gute Physis. Daher machen wir auch eine Woche mehr Training, um gegen Saisonende eventuell noch ein paar Körner mehr im Tank zu haben. Darüber hinaus haben wir genügend Testspiele, sodass sich auch jeder zeigen kann. Unter diesen Voraussetzungen denke ich, dass wir für die eine oder andere Überraschung sorgen können!“

Die ganze gute Vorbereitung könnte jedoch ziemlich schnell in Vergessenheit geraten, sollten die Etelser keinen guten Start erwischen. Das weiß auch Goerdel: „Gerade in diesem Jahr wäre es fatal, wenn es gleich zum Auftakt einige Niederlagen setzt. Dann ist man schnell in einer Negativspirale, aus der sich nur sehr schwer rauskommen lässt. Und die Meisterrunde rückt dann schnell in weite Ferne. Somit müssen wir in jedem Spiel an unsere Grenzen gehen. Da aber viele Spieler schon Höhen und Tiefen mitgemacht haben und auch die Altersstruktur sehr gut ist, bin ich dahingehend ganz zuversichtlich.“

Bezüglich einer festen Achse wollte sich Etelsens Trainer indes nicht wirklich äußern. Zwar nannte er mit Kapitän Simon Gloger, Christopher Petzold und Bastian Reiners zumindest drei Spieler, die immer gute Chancen haben auf dem Platz zu stehen, doch auch sie können sich dahingehend nicht sicher sein. Gleiches gilt für die Position des Torhüters, wo sich Cedric Dreyer und Benjamin Skupin um die Nummer eins streiten. In der vergangenen Saison wurde in der Hinrunde oft gewechselt. „Das ist eine Lösung, mit der ich mich erneut anfreunden könnte. Allerdings haben mir beide vor der Rückrunde zu verstehen gegeben, dass sie eine klare Aussage haben wollen. Ich hoffe nur, dass beide dann mit meiner Entscheidung, wie auch immer sie dann ausfällt, auch leben können und im Training weiter Vollgas geben“, weiß Goerdel um die unterschiedlichen Qualitäten des Duos. „Letztlich muss bei uns ja ohnehin jeder um seinen Platz kämpfen!“

Zusatzrubrik Schlag auf Schlag: Welcher Etelser Spieler ...? Trainer Nils Goerdel über einen Ballstreichler, der keiner ist, Marotten und schräge Angewohnheiten

. . . ist der Schnellste im Kader? Am Tresen definitiv Stephan van Freeden. Auf dem Platz kämpfen Simon Gloger und Nico Meyer um den Titel. . . . hat den härtesten Schuss? Hart, aber nicht genau, war die Frage. Hmmm, dann Alex Ruf (Grins). . . . hat bei Standards, vor allem bei Freistößen, das Kommando? Bei den Elfern ab sofort wir Trainer. Da durfte letztes Jahr ja jeder mal ran und die Quote ist ja bekannt. Bei Freistößen hat die gesamte Truppe gemeinsam etwas erarbeitet. Da lassen wir die lange Leine. . . . ist der Gute-Laune-Beauftragte? Stephan van Freeden und Max Jäger sind in der Kabine schon für gute Sprüche verantwortlich. . . . weiß das Team zu pushen, wenn es mal nicht läuft im Spiel? Basti Reiners kann in der Kabine schon mal laut werden, wenn es sein muss. Aber auch ein Kevin Bähr versucht immer zu pushen und jetzt haben wir ja auch noch Dennis Wiedekamp mit seinem lauten Organ. . . . braucht vor und nach Spielen am längsten in der Kabine? Micha Langreder. Er hat aber auch den kürzesten Heimweg (Grins). Aber auch Heusi, Büx und Mirko Radtke sind da immer wieder Kandidaten, die von mir den Schlüssel bekommen, wenn ich los möchte und die Jungs doch noch eine Tasse Bier trinken wollen. . . .  ist euer Kabinen-DJ und welche Musikrichtung ist derzeit angesagt? Ich meine, dass das Handy von Basti Reiners mit der Anlage gekoppelt ist. Da geht es schon eher in die Black- und RnB-Richtung. Allerdings laufen auch mal Klassiker der 90er und mal was Rockiges. Bunt gemischt! Und nach einem Sieg oder vor einem Teamabend schallen auch mal Malle-Songs durch die Boxen. . . . ist die größte Sportskanone, die nicht nur reiner Ballstreichler ist? Simon Gloger. Der ist völlig verrückt und geht in der Mittagspause noch mal kurz ins Studio und stemmt da eben drei Tonnen. Allerdings ist er vom Ballstreichler auch weit weg . . . ! . . . hat einen Job, um den ihn seine Mitspieler beneiden? Daniel Janssen. Er kann auf der Arbeit Netflix schauen. . . .  hat das schrägste Hobby? Puuuh, das ist schwer. Vermutlich Max Jäger. Der hat einige Hobbys! Motocross, Golfen, Angeln. Ein Allroundtalent! . . . hat einen ungewöhnlichen Tick, eine ungewöhnliche Marotte? Da hat wohl jeder Spieler etwas. Allerdings bin ich da auch ziemlich krass. Sonntags immer die gleiche Tasse beim Frühstück. Mittlerweile haben wir ja sogar eigene TSV-Tassen. Und eigentlich zieh ich auch die Gewinner-Boxer-Shorts wieder an �� allerdings gewaschen! Und da hab ich noch ein paar Marotten, wovon ich ein wenig abkommen will. Das gelingt zum Glück auch nach und nach. . . .  ist am aktivsten in den Sozialen Medien? Social Media-Experte scheint Micha Langreder zu sein. Der weiß immer, was irgendwo abgeht. Und ich glaube, dass auch Cedric Dreyer ziemlich gut dabei ist.

Die Neuzugänge

Eine Portion Erfahrung und viel Geschwindigkeit

Der Kader des TSV Etelsen – er genügte schon in der vergangenen Saison den Ansprüchen der Fußball-Landesliga. Dennoch hat der von Nils Goerdel trainierte Aufsteiger punktuell noch einmal nachgelegt und begrüßt dabei einige alte Bekannte im Team.

Mit dem 32-jährigen Dennis Wiedekamp vom TV Oyten kehrt dabei ein routinierter Innenverteidiger an den Schlosspark zurück. „Mit seiner Erfahrung sorgt er natürlich für noch mehr Stabilität in unserer ohnehin schon guten Hintermannschaft. Darüber hinaus ist Wiede ein Spieler, der auf dem Platz auch schon mal den Mund aufmacht“, so Goerdel. Auch Simon Seekamp kommt vom TVO und verfügt laut Etelsens Trainer über sehr gute Anlagen. „Er kann bei uns sowohl als rechter Verteidiger als auch im Mittelfeld zum Einsatz kommen. Bitter für ihn ist, dass er aktuell einen Ferienjob hat und somit nur alle zwei Wochen zum Training kommen kann. Das ist für einen Neuzugang bei der Leistungsdichte natürlich nicht so gut.“ Dritter Neuzugang aus Oyten ist Yaya Kone. Für Goerdel ist der 25-Jährige von der Elfenbeinküste ein Granatenfußballer, der sein Potenzial noch lange nicht abgerufen hat. Trotz der unbestrittenen Qualitäten bescheinigt der 37-jährige Kone einen extrem harten Konkurrenzkampf auf der linken Seite, da diese laut Goerdel das Prunkstück ist.

Deutlich offensiver ist Pascal Kubiak ausgerichtet. Der 25-Jährige kam bei seinem ersten Engagement in Etelsen überwiegend auf der Außenposition zum Einsatz. Aktuell sieht Goerdel ihn aber eher im Zentrum. „Kuba hat lange nicht gespielt. Daher benötigt er noch eine gewisse Zeit und muss vorsichtig aufgebaut werden.“ Ganz anders sieht es bei Nils Koehle aus. Der Außenspieler, der von Lilienthal-Falkenberg kommt, hat schon in der Vorbereitung einen bärenstarken Eindruck hinterlassen. „Das ist ein kompletter Spieler, an dem wir, wenn er fit bleibt, viel Freude haben werden“, ist Goerdel überzeugt. Auch der erst 18-jährige Mika Jungmann, der aus der eigenen Jugend kommt, hat keine Angst vor großen Namen und spielt unbekümmert auf.

Stenogramm

Zugänge: Dennis Wiedekamp, Simon Seekamp, Yaya Kone (alle TV Oyten), Nils Koehle (SV Lilienthal-Falkenberg), Mirko Radtke (eigene Reserve), Mika Jungmann (eigene A-Junioren).

Abgänge: Romario Klausmann (TuS Sudweyhe), Nico Kiesewetter (TSG Seckenhausen-Fahrenhorst), Vittorio Zambrano, Justin Gehricke (beide FSV Langwedel-Völkersen), Philipp Büssenschütt (eigene Altherren).

Restkader: Cedric Dreyer, Benjamin Skupin - Max Jäger, Kevin Bähr, Daniel Janssen, Simon Gloger, Christopher Petzold, Christian Heusmann, Nico Meyer, Luca Homann, Mirko Duhn, Pascal Kubiak, Jan-Luca Lange, Rene Hinrichs, Micha Langreder, Stephan van Freeden, Timo Schöning, Bastian Reiners, Alexander Ruf, Pascal Döpke.

Trainer: Nils Goerdel (im zweiten Jahr).

Co-Trainer: Tim Meyer (im zweiten Jahr), Dennis Wiedekamp (neu), Marc Fromme (neu).

Torwart-Trainer: Jörg Nienstädt.

Betreuer: Wolfgang Mangelsdorf.

Physiotherapeutin: Lena Schierenbeck.

Sportlicher Leiter: André Koopmann.

Saisonziel: Einzug in die Meisterrunde.

Favoriten: MTV Treubund Lüneburg. SV Ahlerstedt/Ottendorf.

Von Kai Caspers

Noch ist nicht klar, ob Benjamin Skupin zum Saisonauftakt als Stammkeeper im Etelser Tor steht.
Zählen zu den Leistungsträgern im gut besetzten Landesligakader des TSV Etelsen: Christopher Petzold (links) und Nico Meyer.

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