U16-Junioren der JSG Achim/Uesen ziehen alle an einem Strang / „Jetzt erst Recht“

Die erste Schockstarre ist überwunden

Mit diesem Team feierten die U16-Junioren der JSG Achim/Uesen zum zweiten Mal in Folge die Bezirksliga-Meisterschaft. Foto: hägermann

Achim/Uesen - Von Kai Caspers. Schon in der vergangenen Saison hatten sich die U16-Junioren der JSG Achim/Uesen den Titel in der Fußball-Bezirksliga gesichert. Der Aufstieg in die Landesliga wurde jedoch denkbar knapp verpasst. Für das Team von Stefan Findeklee aber kein Grund zum Trübsal blasen. Im Gegenteil. Mit einer Extraportion Motivation ging es in die neue Saison, an deren Ende dann erneut der Titelgewinn stand. Ob es dieses Mal dann mit dem angestrebten Aufstieg in die Landesliga klappt – zumindest auf sportlichem Wege erscheint es im Zuge der Corona-Krise äußerst fraglich.

„Als das bei uns mit Corona losging, waren wir alle ja erst einmal zwei Wochen in einer echten Schockstarre. Schließlich wusste ja keiner, was das am Ende für alle bedeutet“, erklärt JSG-Betreuer Kai Büber. „Erst seit zehn Tagen ist es so weit, dass die Jungs alle zumindest wieder Einzeltraining in Form von Laufeinheiten machen. Da habe ich allen etwas mit auf den Weg gegeben und kann es anhand der Ergebnisse, die sie mir zusenden, auch überprüfen“, so Stefan Findeklee. „Das habe ich im Vorfeld mit dem Kapitän abgesprochen und ich erstelle dann auch eine kleine Leistungstabelle, damit jeder weiß, auf welchem Stand er sich befindet.“

Allerdings weiß auch Findeklee, der in seiner Arbeit von Co-Trainer Wolfgang Bremer unterstützt wird, dass die individuellen Einheiten ein geregeltes Mannschaftstraining nicht ersetzen können. „Daher sehe ich schon die Gefahr, dass alles verpufft, was wir uns in den letzten Winterwochen mühsam aufgebaut und antrainiert haben. Das wäre schon sehr ärgerlich, da wir richtig gut aus der Winterpause gekommen sind und in unseren beiden erfolgreichen Testspielen einen super Eindruck hinterlassen haben.“ Und der hätte sich vermutlich auch noch verfestigt, denn für die gesamte Mannschaft war vor der anstehenden Landesliga-Qualifikation noch ein einwöchiges Trainingslager in den Osterferien in Westerstede geplant. Findeklee: „Da hatten wir uns richtig drauf gefreut. Positiv ist, dass wir trotz des Ausfalls nahezu ohne Kosten rausgegangen sind, da wir keine Stornogebühren hatten. Somit würden wir es gerne auch noch stattfinden lassen. Allerdings kann ja keiner sagen, wann es endlich wieder losgeht.“

Zwar haben sowohl der JSG-Trainer als auch Kai Büber volles Verständnis für die erfolgten Maßnahmen im Zuge der Corona-Krise, doch beide hätten sich das ganze Dilemma gerne erspart. „Natürlich kann da niemand etwas dafür. Und natürlich steht die Gesundheit an erster Stelle. Dennoch ist das schon extrem ärgerlich für die Jungs und das ganze Team hinter den Kulissen. Denn wir haben zuletzt doch ziemlich viel angeschoben“, erklärte das Duo unisono. Los ging es bereits mit der Teilnahme am Gothia-Cup in Schweden im vergangenen Juli. „Das war definitiv eine einmalige Angelegenheit und hat den Zusammenhalt in der Truppe noch einmal zusätzlich gestärkt“, schwärmt Kai Büber noch heute von den Spielen beim größten Jugendfußballturnier der Welt. Aber damit nicht genug. In der Winterpause engagierten die JSG-Verantwortlichen im Januar mit Stefan Kloppe einen Ex-Bundesliga-Handballer, der aktuell als Motivationscoach arbeitet. „In einem dreistündigen Vortrag hat er den jungen Spielern noch einmal neue Wege aufgezeigt. Das war schon ziemlich beeindruckend“, gab es auch für Stefan Findeklee den einen oder anderen nützlichen Ansatz für die weitere Trainingsarbeit. Aber damit nicht genug. Mit Heiko Bergmann unterstützte zudem der Leichtathletik-Trainer des TSV Achim die ambitionierten Youngster und machte mit ihnen unter anderem Laufanalysen. „Heiko hat mit den Jungs nicht nur Intervallläufe gemacht, sondern ihnen auch richtige Laufstyle nähergebracht.“ Eine Sache, an die sich der offensive Mittelfeldspieler Noah Büber erst mal gewöhnen musste: „Das war schon eine gewisse Umstellung. Aber wenn man auf die Dinge achtet, kann uns das schon weiterhelfen. Zumindest das Sprintvermögen hat sich schon etwas gebessert. Und wenn sich alles erst einmal im Unterbewusstsein festgesetzt hat, wird es sicher noch besser.“

Apropos besser: Die ersten Verbesserungen hat Trainer Stefan Findeklee auch spielerisch bereits ausgemacht. Für ihn ein Beleg dafür, dass sich der enorme Aufwand definitiv gelohnt hat. Für ihn war das aber auch keine große Überraschung. Denn zum einen spielt der Kader bis auf kleinere punktuelle Ergänzungen seit Jahren zusammen und zum anderen sind alle extrem motiviert. „Die Jungs sind heiß und wollen nach dem verpassten Aufstieg im vergangenen Jahr unbedingt in die Landesliga. Daher kann ich nur hoffen, dass wir die Qualifikation irgendwie noch spielen können. Sollte die Saison dann aber doch abgesagt werden, wäre es natürlich ein Super-Gau, wenn wir nicht aufsteigen würden“, wünscht sich der JSG-Coach in diesem Fall einen Aufstieg am grünen Tisch. „Denn zweimal in Folge als Bezirksliga-Meister den Aufstieg zu verpassen, wäre ziemlich bitter.“

Die sportlichen Voraussetzungen für eine Saison in der Landesliga – sie könnten laut Findeklee und Büber besser kaum sein. Denn nicht nur, dass der Kader längst steht und alle Spieler, auch wenn es mitunter die eine oder andere Anfrage höherklassiger Vereine gegeben hat, ihre Zusage gegeben haben, sondern vor allen Dingen das gesunde Umfeld macht dem engagierten Duo großen Mut. Angefangen bei der Sportanlage, die zu einer der schönsten im Landkreis Verden zählt. Hinzu kommen die Eltern der Spieler, die ebenfalls ihren Teil zum Bewältigen der vielen Aufgaben beitragen. Da zudem die Mannschaft von einigen Sponsoren großzügig unterstützt wird, wäre der Aufstieg in die Landesliga für alle Beteiligten der verdienten Lohn für die geleistete Arbeit. Findeklee: „Aber leider haben wir das nicht in eigener Hand, sondern müssen die Entscheidungen des Verbandes abwarten. Wichtig wäre nur, wenn dann auch bald mal eine Entscheidung kommt. Am besten in der Form, dass wir wieder spielen können. Denn gerade in dem Alter machen die Jungs in ihrer Entwicklung den nächsten Schritt. Und sollte die Pause noch viel länger dauern, gehen einige Monate verloren.“

Den ganzen Unwägbarkeiten und Ungewissheiten zum Trotz stecken die Verantwortlichen der JSG Achim/Uesen aber nicht die Köpfe in den Sand, sondern blicken mutig nach vorne. „Jammern nützt ja nichts. Die Jungs ziehen alle mit. Daher heißt es ab sofort: Jetzt erst Recht. Aber die Hauptsache ist nach wie vor, dass alle gesund bleiben. Das steht über allen anderen Dingen“, so Findeklee und Büber abschließend.

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