Es droht ein Abschied durch die Hintertür für ein Trio der TV Oyten Vampires

Die Emotionen fehlen

Für „Oma“ Lisa Bormann-Rajes bedeutet der Wechsel nach Blomberg den endgültigen Abschied aus Oyten.

Oyten - Von Kai Caspers. Gegen Saisonende kochen die Emotionen in der Regel meistens erst so richtig hoch. Das war auch bei den Damen des Handball-Drittligisten TV Oyten Vampires in der Vergangenheit des Öfteren zu sehen. Und vermutlich wäre das auch in dieser Saison der Fall gewesen, wenn der Coronavirus nicht für den vorzeitigen Abbruch gesorgt hätte. Schließlich hätte das Team des Trainerduos Marc Winter/Lars Müller-Dormann voraussichtlich bis zum Saisonende um den Klassenerhalt bangen müssen. Nachdem die Rettung nun aber perfekt ist, kann das Trio Lisa Bormann-Rajes, Jana Kokot und Lisa Goldschmidt den TVO zumindest mit einem lachenden Auge verlassen. Allerdings hätten sich alle drei definitiv einen anderen Abschied gewünscht.

„Das ist schon ein richtig komisches Gefühl und macht mich auch traurig“, spricht Lisa „Oma“ Bormann-Rajes in gewisser Weise sogar von einem Abschied durch die Hintertür. „Natürlich hätten wir die Saison gerne zu Ende gespielt und uns vor allen Dingen persönlich von den vielen treuen Fans verabschiedet. Aber vielleicht geht das ja noch irgendwie“, hat die 29-Jährige die Hoffnung nicht gänzlich aufgegeben. Denn sollten die Hallen tatsächlich noch einmal geöffnet werden, wäre für sie unter anderem auch ein Testspiel gegen die eigene zweite Mannschaft ein gelungener Abschluss. Auch Jana Kokot, die laut eigener Aussage unter den Kontaktbeschränkungen richtig leidet, würde das definitiv begrüßen. „Die aktuelle Phase ist richtig grausam. Denn ich vermisse nicht nur den Wettkampf, sondern vor allen Dingen die Tatsache, dass ich die Leute nicht mehr sehen kann, nagt schon sehr an mir. Daher wäre es schon toll, wenn wir alle noch einmal zusammenkommen können. Und dann am besten zu einem gemeinsamen Handballspiel.“

Wie sehr das Duo nach den vielen Jahren den Leistungssport vermisst, unterstreicht die Tatsache, dass sich beide selbst über die ansonsten in Mannschaftskreisen eher ungeliebten Liniensprints freuen würden. „Natürlich haben wir uns mit Laufeinheiten und Kraftübungen so gut wie möglich fit gehalten. Aber es fehlen eben die Mitspieler. Sei es auch nur, um mal ein bisschen Mist zu labern“, erklärt das Duo unisono. Apropos Fehlen: Das wird Lisa Bormann-Rajes definitiv das Umfeld in Oyten. Schließlich war sie nach ihrem Wechsel von der HSG Bruchhausen-Vilsen (2007) immer ein fester Bestandteil beim TVO. Das änderte sich auch nicht, als sie nach ihrer Zeit beim Bundesligisten HSG Blomberg-Lippe, zu dem sie nun zurückkehrt, erneut bei den Vampires anheuerte und mit dem Team auf Anhieb den Titel in der dritten Liga gewann. „Daran erinnere ich mich gerne zurück. Das war schon eine verrückte Saison“, hat sie das Finale Furioso am vorletzten Spieltag gegen den direkten Konkurrenten Henstedt-Ulzburg noch nicht vergessen. Und auch bei Jana Kokot kochen auch jetzt noch die Emotionen hoch, wenn sie an das komplett irre Spiel zurückdenkt. Kein Wunder. Schließlich war sie es, die das Finale mit einem Siebenmeter nach Beendigung der Spielzeit zum 30:30-Endstand krönte und damit den Weg für den späteren Titel ebnete. Sehr gute Erinnerungen haben beide aber auch an Trainer Sasa Rajkovic, der sowohl von Bormann-Rajes als auch von Kokot gerne als Unikat bezeichnet wird. „Mich hat Sasa dank seiner Ost-Schule sehr geprägt. Darüber hinaus hat er auch immer einen lockeren Spruch auf den Lippen gehabt“, konnte sich die Kreisläuferin ein Grinsen nur selten verkneifen. Aber auch Sebastian „Seppl“ Kohls war für beide immer ein enormer Fixpunkt, zumal sie mit ihm die größten Erfolge im Trikot der Vampires gefeiert haben. Da liegt es auf der Hand, dass beiden der Abschied – der dieses Mal vermutlich für immer sein dürfte – sehr schwer fällt.

Was die sportliche Zukunft angeht – zumindest für Bormann-Rajes ist sie geklärt. „Eigentlich war es nicht geplant, dass ich noch einmal in der Bundesliga spiele. Aber nach der Anfrage habe ich mir gesagt: Warum eigentlich nicht. Und auch bei der HSG zähle ich wieder zu den älteren Spielerinnen, sodass ich mich hinsichtlich meines Spitznamens nicht groß umgewöhnen muss“, gibt die Flügelflitzerin mit einem Grinsen zu verstehen. Etwas anders sieht es indes bei Jana Kokot aus, die am 1. Juli mit ihrer Lebensgefährtin Lisa Goldschmidt nach Rostock zieht. „Lisa will dort eventuell mit ihren Freundinnen in der zweiten Mannschaft spielen. Was meine Person angeht, halte ich mir die Optionen offen. Zumal ich in Rostock auch einen neuen Job anfange. Und wenn es mich dann wieder richtig in den Fingern jucken sollte, greife ich sicher auch noch einmal wieder an.“

Bis das Trio den TVO aber endgültig verlässt, ist noch ein bisschen Zeit. Und vielleicht müssen sie das ja doch nicht durch die Hintertür machen, sondern bekommen noch ihr Abschiedsspiel!

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