Kommentar: Schmadtke-Fall entfacht Diskussion

Fairplay-Frage kann ein Fußball-Segen sein

Kommentar von Frank von Staden. Der „Fall Schmadtke“ erhitzt seit dem Wochenende die Gemüter – und teilt die große Fußball-Gemeinde in zwei Lager. Das eine schlägt sich auf die Seite des Managers vom 1. FC Köln. Der mutierte am Sonntag zum tasmanischen Teufel, als die TSG Hoffenheim nicht den Ball wie sonst eigentlich üblich ins Aus schlug, nachdem ein Kölner Spieler scheinbar schwer verletzt am Boden lag, um diesem eine Behandlung zu ermöglichen.

Frank von Staden

Durch diese Ignoranz kam die TSG so noch zum 1:1. „Das Fairplay“, ließ der Funktionär danach wissen, „ist damit Fußball-Geschichte. Wir beerdigen diesen Gedanken an diesem Wochenende!“ Doch gerade diese „Fairplay-Frage“, die in keinem Regelwerk verankert ist, kann ein Segen für den Fußball sein. Glaubt zumindest das andere Lager – zu dem ich übrigens gehöre. Denn würde in Zukunft das Leder nun grundsätzlich weiter im Spiel gehalten werden, egal ob Verletzung oder nicht, könnte ein großer Fußball-Feind ausgemerzt werden: Der „sterbende Schwan“. Eine Tierart, die, seit sie sich in den Bundesligen verbreitet und festgesetzt hat, auch längst im Amateurfußball Einzug gehalten hat. Bis hinunter in die tiefste Kreisklasse ahmen da die Spieler ihren Vorbildern nach, sinken bei harmlosen Remplern oder auch ohne jegliche „Feindberührung“ theatralisch zu Boden. Der eine plump, der andere geschickt. Der eine mit viel, der andere mit eher weniger Geschrei. Auch der kleinste und unbedeutenste Fußballplatz in der Provinz ist längst eine große Theaterbühne geworden! Immer in der Hoffnung, einen (Straf)Freistoß oder auch – wie in Hoffenheim durchaus zu vermuten sein könnte – Zeit zu schinden.

Würde demnächst nun das Sportgerät nicht mehr nach dem eingeforderten Fairplay wegen einer vermeintlich schweren Verletzung ins Seiten-Aus befördert werden, so hätte der Schwan zukünftig den Schwarzen Peter gezogen, sollte sich aus dieser Situation ein Gegentor entwickeln. Sehr gut denkbar, dass der nachfolgende Unmut der eigenen Mitspieler, die ihre Pappenheimer samt ihrer Fallsucht ja selbst am besten kennen, endlich ein Umdenken herbeiführt – und der Schwan nicht nur stirbt, sondern ausstirbt.

Wäre das nicht herrlich, mal wieder 90 Minuten ehrlichen Fußball zu sehen?

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