Einmalig: Ottersbergs Tischtennis-Team im Durchschnitt 77 Jahre alt / Rechten: „Das hält mich jung“

Solange die Knochen noch halten

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Die erste Jugendmannschaft des TSV Ottersberg: Mit dabei waren auch Helmut Meyer (2.v.l) und Johann Rechten (3.v.l)

Ottersberg - Von Kai Caspers. Die Luft in Ottersberg – sie muss wohl eine ganz besondere und vor allen Dingen vitalisierende Wirkung haben. Zumindest drängt sich einem dieser Eindruck auf bei einem genauen Blick auf das Tischtennis-Team des TSV Ottersberg II. Denn mit einem Durchschnittsalter von 77 Jahren (!) dürfte die Mannschaft aus der 3. Kreisklasse vermutlich die älteste Mannschaft in Deutschland sein, die noch am geregelten Punktspielbetrieb teilnimmt.

Und geht es nach Helmut Meyer, dann ist ein Ende der aktiven Zeit auch noch nicht in Sicht. „Es macht ja noch Spaß. Und solange die Knochen noch halten, werden wir auch weiter spielen. Mir würde sonst auch etwas fehlen“, verdeutlicht der Mannschaftsführer. Allerdings wollte er nicht verhehlen, dass ihn die Punktspiele gegen mitunter sogar 60 Jahre jüngere Gegner körperlich schon extrem fordern. „Natürlich merke ich das am nächsten Tag. Das ist aber ja nicht so schlimm. Denn ich kann mich ja ausruhen“, gibt der 81-Jährige mit einem leichten Schmunzeln im Gesicht zu verstehen. Auch Teamkollege Johann Rechten (79), der mit Meyer nicht nur schon 60 Jahre zusammen spielt, sondern 1950 neben seinem Kapitän Gründungsmitglied der ersten Jugendmannschaft in Ottersberg war, denkt noch lange nicht ans Aufhören. Ganz im Gegenteil. Acht Stunden ist Rechten noch wöchentlich in der Halle anzufinden um dort ein bisschen auf den Ball zu „kloppen“. Dabei ist der Rentner fest in die Jugendarbeit des Vereins integriert. „Auch wenn meine Schulter schon länger Probleme macht, möchte ich die Einheiten nicht missen. Denn das hält mich jung“, gibt Rechten zu verstehen.

Aber auch die Punktspiele an der Seite ihrer Teamkollegen Adolf Rosin (Jahrgang 1939), Wilhelm Wiebe (37), Dirk Arning (44) und Senior Hans Koch (33) sowie den Ersatzspielern Günter Westermann (41), Heino Bergstedt (35) und Wolfgang Böttcher (47) tragen viel dazu bei, dass die Ottersberger Oldies weiterhin zuversichtlich in die Zukunft blicken und ein mögliches Ende ihrer aktiven Zeit von sich schieben. „Der Zusammenhalt geht bei uns längst über das sportliche hinaus. Denn wir gehen nicht nur nach den Punktspielen immer gemeinsam in ein Restaurant, sondern auch privat hat es in der Vergangenheit diverse Unternehmungen gegeben. Das schweißt eben zusammen“ sprechen Meyer und Rechten unisono von einem tollen Zusammengehörigkeitsgefühl.

Denken die beiden Gründungsmitglieder an die Anfänge – fallen ihnen schon einige Anekdoten ein. „Damals gab es ja noch keine Hallen. Da wurde in Gaststätten auf Sälen gespielt. Und da war es mitunter so kalt, dass wir sogar mit Handschuhen gespielt haben. Um sich etwas aufzuwärmen hat dann auch mal ein Schnaps geholfen“, erinnert sich Rechten. Die Fahrten zu den Punktspielen unternahmen die Ottersberger bei Wind und Wetter mit dem Rad. Dabei war ihnen kein Weg zu weit. „Wir hatten ja keine andere Möglichkeit. Aber das haben wir für unseren Sport gerne in Kauf genommen“, hat Meyer vor allem die Fahrt nach Verden zu den Jugend-Kreismeisterschaften nicht vergessen. „Da wir am nächsten Tag auch noch bei den Herren zugucken wollten, haben Johann und ich uns in die Umkleidekabine einschließen lassen, um nächsten Tag nicht noch einmal fahren zu müssen. Nachts sind dann sogar Ratten über uns gelaufen. Aber das hatten wir den nächsten Tag auch gleich wieder vergessen“, blickt Meyer gerne zurück und hofft noch auf ein paar erfolgreiche Jahre im Kreis seiner Mannschaft.

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