INTERVIEW Wilken Treu blickt auf seine Amtszeit zurück und wagt einen Ausblick

Einige offene Punkte für das neue Jahr

Auch für Wilken Treu war das vergangene Jahr ein ganz Besonderes. Aber der Geschäftsführer des Hannoveraner Verbandes hat auch viele positive Dinge erlebt. 
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Auch für Wilken Treu war das vergangene Jahr ein ganz Besonderes. Aber der Geschäftsführer des Hannoveraner Verbandes hat auch viele positive Dinge erlebt. Archiv-

Verden – Seit dem 1. Dezember 2019 ist Wilken Treu der neue Geschäftsführer des Hannoveraner Verbandes. Zuvor war der 38-Jährige erfolgreicher Zuchtleiter und Geschäftsführer des Westfälischen Pferdestammbuches. In einem Gespräch blickt Treu auf seine einjährige Amtszeit zurück und wagt zudem einen Blick in die Zukunft.

Herr Treu, es war sicher auch für Sie ein aufregendes Jahr und das nicht nur wegen der Corona-Pandemie. Ist nach der Wahl des neuen Präsidiums beim Verband vor einigen Monaten wieder mehr Ruhe eingekehrt und wie kommen Sie mit dem neuen Präsidium klar?

Dass das Jahr 2020 besonders war, teile ich sicherlich mit allen Menschen. Beim Hannoveraner Verband hat sich zugleich ein Umfeld eingestellt, in dem die verantwortlichen Gremien genauso wie die weiteren ehrenamtlichen Gremien und die Geschäftsführung an den notwendigen kurz-, mittel- und langfristigen Themen arbeiten können. Man kann positiv festhalten, dass genau diese Arbeit und entsprechende Ergebnisse nun auch von den Mitgliedern eingefordert werden. Die gemeinsame Zeit seit der Gremienwahl ist mit gut drei Monaten noch recht kurz, aber die Arbeitsweise möchte ich mit gemeinsam und konstruktiv beschreiben. Die unterschiedliche Verantwortung der Gremien hat dem Hannoveraner Verband zudem gute Spezialisten eingebracht.

Die Auktionen mussten in diesem Jahr fast alle ohne Besucher und daher online stattfinden. Sie haben sich darauf schnell eingestellt. Waren Sie mit den Ergebnissen und Preisen zufrieden?

Die Umstellung auf die Online-Auktionen war notwendig, um den Geschäftsbetrieb Pferdeverkauf aufrecht zu erhalten. Wir haben leider nur ein knapperes Pferdeangebot, bezogen auf das Gesamtjahr, zum Verkauf gebracht, waren aber mit den Verkaufsquoten und Einzelpreisen zufrieden. Die Erwartungshaltung, dass die Kunden direkt auf die Online-Verkaufsform umsteigen, war ungewiss. Letztendlich spiegelt sich aber wider, dass sich das Kaufverhalten für viele Produkte längst in diese Form gewandelt hat und wenig Vorbehalte vorlagen. Einzig an die Anzahl hochpreisiger Pferde konnten wir im zurückliegenden Jahr mengenmäßig nicht anknüpfen.

Wird es 2021 beim Hannoveraner Verband weiterhin Online-Auktionen geben?

In 2021 starten wir zunächst mit Online-Auktionen und stellen teilweise wieder auf Präsenzveranstaltungen um, wenn sich entsprechende Besucherzahlen in der Niedersachsenhalle realisieren lassen.

Die WM der Jungen Dressurpferde, die ja vorerst das letzte Mal im Dezember in Verden stattfinden sollte, ist nun wegen der Pandemie und den dadurch verbundenen Auflagen ausgefallen. Dennoch gab es von der FEI eine sehr positive Meldung, denn die WM der Jungen Dressurpferde soll kommendes Jahr in Verden stattfinden und erst danach für drei Jahre in den Niederlanden. Für Sie sicher positiv, oder?

Natürlich freuen wir uns, dass Verden sehr unbürokratisch die Zusage zur Durchführung der WM in 2021 erhalten und Ermelo verzichtet hat. Der Mitbewerber aus den Niederlanden erhält im Gegenzug den ihm zugeschlagenen WM-Zeitraum im direkten Anschluss. Wir sind nun gespannt, wie gut sich die WM auf dem umgebauten Rennbahngelände durchführen lässt.

Sie verfügen nach der Umgestaltung des Rennbahngeländes über einige neue attraktive Turnieraußenplätze. Wie wollen Sie diese Plätze im kommenden Jahr optimal nutzen?

Für 2021 haben wir insbesondere in den Monaten vor der WM verschiedene Turniere geplant, teils in Eigenregie, teils sind es Fremdveranstaltungen. Es wird auf acht bis neun Veranstaltungen hinaus laufen. Das ist für das erste Jahr eine gute Zahl. Daneben erfolgt eine möglichst kontinuierliche Nutzung als Trainingsstätte für externe Reiter. Dass der Turnierstandort Verden möglichst ganzjährig belebt sein soll, zeigen auch die aktuell genehmigten Profi-Reitveranstaltungen, die in der Niedersachsenhalle durchgeführt werden. Von Mitte Dezember bis Anfang Februar finden dort 17 Turniertage statt.

Was sind Ihre Hauptaufgaben für das Jahr 2021 oder kann man das noch nicht sagen, solange nicht klar ist wie es mit der Pandemie weiter geht?

Ich möchte es abstrakt darstellen. Nachdem das veränderte Pferdeverkaufsgeschäft in 2020 zum Standard wurde, ist es nun an der Zeit, einerseits wieder auf der persönlichen Ebene mit den Züchtern das Tagesgeschäft durchzuführen. Andererseits haben wir aus den Bereichen Zucht und Organisation ein paar wichtige offene Punkte für das kommende Jahr.

Die Züchter und Pferdefreunde sind nach meinem Eindruck mit Ihrer bisherigen Arbeit hier in Verden sehr zufrieden. Was glauben Sie, können Sie noch besser machen und was wünschen Sie sich für 2021?

Jetzt kommt die schwierigere Aufgabe, den positiven Eindruck in ein langfristiges Verhältnis mitzunehmen. Auch aus dem Präsidium und den weiteren Gremien werden vermehrt Arbeitsergebnisse hervorkommen und umgesetzt. Dadurch wird unter anderem die notwendige, interne Verbandsarbeit für unsere Mitglieder besser nachvollziehbar. Personell soll sich die Verkaufsabteilung verstärken, um die hohen Anforderungen, die in der Pferdeakquise und Kundenbetreuung an uns gestellt werden, auch langfristig bedienen zu können.

Von Jürgen Honebein

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