Auch die Tanzsportler des TSV Achim erobern wieder das Parkett / Blick auf Turniere

Ein Stückchen Alltagsnähe kehrt zurück

Auch die Tanzsportler des TSV Achim haben unter Berücksichtigung der Regeleinhaltung ihr Training auf dem Parkett wieder aufgenommen. 
Foto: TSV
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Auch die Tanzsportler des TSV Achim haben unter Berücksichtigung der Regeleinhaltung ihr Training auf dem Parkett wieder aufgenommen. Foto: TSV

Achim – Seit Sonntag heißt es wieder: Fünf, sechs, sieben, acht, Drehung, Promenade, Cha-Cha-Walks. Auch die Tanzsportabteilung des TSV Achim ist wieder am Start und zeigt Corona erhobenen Hauptes, dass man auch unter eingeschränkten Voraussetzungen tanzen kann.

„Am Anfang war die Atmosphäre schon ein wenig seltsam, so richtig ausgelassen war es allgemein noch nicht“, erzählt Belinda Schicks, Pressesprecherin der Tanzsportabteilung, die auch selbst seit über zehn Jahren das Tanzbein in der fortgeschrittenen Jugendgruppe schwingt. „Normalerweise sind in den einzelnen Tanzgruppen circa zehn Paare. Die Hygienebestimmungen besagen jetzt aber, dass nur fünf Paare gleichzeitig trainieren dürfen, weshalb es nun aufgeteilte Gruppen gibt. Außerdem müssen noch eine Menge andere Regeln beachtet werden: Abstand, Desinfizierung und Lüftung des Saals und, und, und …“

Ganz schön anstrengend also. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Tanzen eine der kontaktreichsten Sportarten ist. Während zwischen den beiden Tanzpartnern natürlich keine eineinhalb Meter Abstand eingehalten werden können, müssen die einzelnen Paare untereinander allerdings schon einige Meter auseinander tanzen. Auch ein Partnerwechsel ist logischerweise nicht erlaubt.

Da ist die Stimmung nicht die ausgelassenste, Unsicherheit herrscht vor. Auch die Kommunikation, die normalerweise vor dem Training immer dazugehört, ist durch die Corona-Regeln eingeschränkt. Die Tänzer lassen sich davon aber nicht beirren. „Trotz allem hat man einfach gemerkt, wie sehr sich alle gefreut haben, dass das Training wieder losgeht“, sagt Schicks und fügt sofort hinzu: „Außerdem wurden diese ganzen Regeln und Bestimmungen schon nach wenigen Minuten nebensächlich. Wir waren relativ schnell wieder in unserer Choreo drin und haben uns dann nur noch auf die Schritte konzentriert.“

Trotzdem steht auch der Tanzsport vor einigen Corona-Hindernissen. Trainerin Frauke Grimm merkt das schon beim ersten Training. Sie muss sich zurückhalten, um nicht zu den Tanzpaaren zu gehen, um die Haltung zu korrigieren oder sich kurzerhand einen Partner zu schnappen, um die Schritte schnell mal zu zeigen. Der Satz „Ich würde am liebsten zu euch kommen, aber ich darf euch ja nicht anfassen“ fällt da nicht nur einmal. Schnell findet sie aber für sich einen annehmbaren Mittelweg und beschreibt die Schritte mit Worten. Auf lange Sicht ist das aber natürlich keine Alternative. Vor allem nicht in Hinblick darauf, dass der TSV Achim sich seit einiger Zeit auf Tanzturniere vorbereitet.

Am 10. April hätte es zum ersten Turnier „Blaues Band der Spree“ in Berlin gehen sollen. „Dass daraus nichts geworden ist, ist aus zwei Gründen sehr schade“, so Schicks. „Zum einen ist es natürlich so, dass dieses Turnier hoch angesehen ist und wir so schon mal richtige Erfahrungen hätten sammeln können. Ganz egal, ob oder wie gut wir uns platziert hätten. Zum anderen waren wir aber auch vorher sehr gut austrainiert und vor allem bereit“, führt die Achimerin weiter aus. Zum Teil hätten die Turniertänzer in spe sogar dreimal die Woche trainiert, erklärt Schicks. Wann das Event nachgeholt wird, steht zurzeit noch in den Sternen.

Nun hapert es natürlich erst einmal wieder an der Technik. Die Lateintänze Jive, Cha-Cha-Cha und Rumba, mit denen die Tänzer auf Turnieren antreten wollen, müssen wieder fehlerfrei aufs Parkett gebracht werden. Dies kann man allerdings unter den gegebenen Umständen gut mit Abstandseinhaltungen bewältigen. Zudem haben die Tänzer keine so raumgreifende Choreographie. So blickt die Jugendgruppe des TSV Achim vorsichtig, aber dennoch positiv in Richtung Turnier und freut sich schon, wenn es wieder richtig losgehen kann. „Klar war es zuerst ein wenig komisch wieder mit jemanden außerhalb der Familie so eng zu sein. Man hat dieses Zurückweichen ja schon richtig verinnerlicht. Aber wir als Tänzer gewinnen jetzt endlich wieder ein Stückchen Alltagsnähe zurück“, freut sich Schicks. „Außerdem sehen wir Corona nur als einen kleinen Stolperstein, der uns nicht aufhalten kann. Wir werden uns neu sortieren und hoffen einfach, dass es keine zweite Corona-Welle geben wird.“

Wer das Tanzen neu für sich entdecken will, kann dies gern bei einem Probetraining tun, sollte sich aber vorher beim TSV Achim dafür anmelden. Die Jugendgruppe wird auch in den Ferien voll durchtrainieren.

Von Kjara Von Staden

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