Kurt Henning Meyer sehr zufrieden

Geglücktes Comeback: Verdener Rennverein lässt Tradition aufleben

Direkt nach dem Start ging es beim Renntag in Verden auf Anhieb mächtig zur Sache.
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Direkt nach dem Start ging es beim Renntag in Verden auf Anhieb mächtig zur Sache.

Verden – Nach zwei veranstaltungslosen Jahren feierte der Verdener Rennverein am Sonntag sein Comeback. Passend zu den sechs Galopp- und vier Trabrennen tauchte die Oktobersonne das neugestaltete Rennbahngelände in goldenes Licht. Um die 1000 Zuschauer waren gekommen, um nicht nur die Pferde zurück auf dem Geläuf zu begrüßen, sondern auch, um ein fröhliches Fest für die ganze Familie zu feiern.

Dabei kamen bei einigen Gästen und vor allem den Aktiven viele Erinnerungen an die glorreichen Zeiten des Rennsports hoch. Doch das Areal hat nichts von seinem alten Glanz verloren und dank der Umbaumaßnahmen auf dem Gelände und der Hilfe der Stadt wird einer alten Tradition auch endlich wieder neues Leben eingehaucht.

Pünktlich um 11:15 Uhr trabten die ersten Gespanne dann hinter dem eigens aus Cuxhaven angerückten Startwagen. Der 11-jährige Wallach Dreamline Promise und Besitzer Frederic Perner im Sulky siegten im Auftaktrennen und gaben den Startschuss für viele weitere spannende Endkämpfe bis zur Zielgeraden. Die erste Prüfung für die Galopprennpferde ging an Eat the Dust, einen vierjährigen Wallach aus dem Stall von Sascha Smrczek, der samt seiner Besitzergemeinschaft, dem Stall Burg Nanstein, aus Düsseldorf angereist war. Ganz souverän brachte der italienische Jockey Tommaso Scardino das Favoritengeld der Wetter in diesem Ausgleich IV über 1650 Meter nach Hause. Besonders groß war die Freude bei den zahlreich vertretenen Mitgliedern des Stalles Burg Nanstein, denn für Eat The Dust war es bereits der dritte Sieg in der laufenden Saison. „Es hat sich herausgestellt, dass Eat the Dust kleine Bahnen eher mag als die Großen. Die Atmosphäre hier in Verden gefällt uns besonders gut. Nach einem Sieg ist es natürlich noch viel schöner“, freute sich Ulli Gerlach, Mitbesitzer des erfolgreichen Pferdes, im Absattelring.

Ratona konnte heute das erste Rennen ihrer Karriere gewinnen. Ich komme sehr gerne nach Verden. Denn dieser Standort ist so wichtig, da es außer Hannover eigentlich keine Rennbahnen im Norden mehr gibt.

Kamila Harms

Mit dem Sieg von Ratona aus dem Quartier von Kamila Harms im dritten Rennen und dem Erfolg von Pavel Vovcenkos Eisenherz in der fünften Prüfung des Tages gab es gleich zwei Heimsiege zu bejubeln. Besonders Besitzertrainerin Harms strahlte mit den letzten Sonnenstrahlen um die Wette, denn auch ihr Pferd Roxalagu wurde hinter Eisenherz im Preis der Kreissparkasse Verden zweiter, fast hätte es also für die gebürtige Tschechin zu einem Doppelsieg gereicht. „Ratona konnte heute das erste Rennen ihrer Karriere gewinnen. Ich komme sehr gerne nach Verden. Denn dieser Standort ist so wichtig, da es außer Hannover eigentlich keine Rennbahnen im Norden mehr gibt“, erklärte sie.

Das ist der erste Sieg in der bisherigen Karriere für Ratona (links) aus dem Quartier von Besitzertrainerin Kamila Harms.

Das vierte Rennen, der Preis vom HVT-Trotteur Francais, der über 2400 Meter führte, richtete sich abermals an die Trabrennpferde. Hier machte der sechsjährige Wallach French Turgot wenig Federlesen mit seiner Konkurrenz. August Arkenau, der Besitzer und Trainer in Personalunion gab, ist ein echtes Urgestein des Trabrennsports. Mehr als 40 Jahre ist der Sulky nun sein zu Hause, auch wenn er selbst keine Rennen mehr fährt, erinnert er sich gerne an frühere Renntage in Verden, an denen Galopp- und Trabrennen zum festen Programm gehörten. In Erinnerungen schwelgte auch der frühere Jockey Filip Minarik, der zwar seit einem schweren Reitunfall im letzten Jahr, nicht mehr in den Sattel steigen kann, sich den Ausflug nach Verden, mit seinen aus Tschechien angereisten Eltern, aber nicht nehmen ließ. „In Verden habe ich meine Karriere begonnen. In den 90er Jahren habe ich auf dieser Bahn meine ersten Ritte für Hubertus Fanelsa ausgeführt“, erinnert sich der 1876-fache Siegreiter.

Kurt Henning Meyer sehr zufrieden

Besonders emotional war dann vor allem der Sieg von Soldat, der das Hildegard Focke Gedächtnisrennen für sich entschied. Der von Marc Timeplan trainierte Halbblüter siegte in diesem Ausgleich IV über 2400 Meter für Züchter Otto-Werner Seiler, der selbst im Alter von 84 Jahren noch die Reise von Hannover nach Verden auf sich nahm, um sein Pferd unter Jockey Alexander Weis siegen zu sehen. Die Rennsportikone feierte insgesamt mehr als 1600 Siege in Deutschland. Er ist somit einer der erfolgreichsten Pferdebesitzer des Landes und errang auch als Trainer mehr als 500 Erfolge auf der Flach- und der Hindernisbahn.

Hatten allen Grund zur Freude: Jockey Alexander Weis, Trainer Marc Timeplan und Züchter Otto-Werner Seiler mit dem siegreichen Halbblüter Soldat.

„Wir sind unglaublich froh, wie toll die Menschen den Renntag angenommen haben. Insgesamt wurden pro Rennen um die 8000 Euro in Wetten umgesetzt. Wir würden uns sehr freuen, im nächsten Jahr wieder einen Renntag im Frühjahr veranstalten zu können, so wie es früher Tradition war“, zieht Kurt Henning Meyer, der Präsident des Verdener Rennvereins, der dieses Amt nun schon seit 37 Jahren innehat, ein emotionales Fazit.

Über ein weiteres Platzgeld freute sich Werner Haustein. Der in Achim wohnhafte Trainer sattelte im letzten Rennen So Chivalry, der zweiter wurde. Jördis-Ina Meinekes Dark Forrest und Pavel Bradiks Albany belegten zwei weitere dritte Plätze. kk

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