Morsumerin Maren Jacobsen denkt gerne an die World Games im Beachhandball zurück

Ein ganz besonderes Erlebnis

Noch heute denkt Maren Jacobsen gerne an die World Games in Japan zurück: Kein Wunder, schließlich gewann die Morsumerin dort die Silbermedaille.
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Noch heute denkt Maren Jacobsen gerne an die World Games in Japan zurück: Kein Wunder, schließlich gewann die Morsumerin dort die Silbermedaille.

Die Morsumerin Maren Jacobsen spielte nicht nur in der 2. Handball-Bundesliga, sondern sie schlug während ihrer Karriere auch Angebote von Erstligisten aus. Auch beim Beachhandball wusste die Linkshänderin zu überzeugen und sicherte sich mit der Deutschen Nationalmannschaft sowohl bei den Europameisterschaften als auch bei den World Games die Silbermedaille.

  • Für die Teilnahme an den World Games musste einige Hürden gemeistert werden
  • Traumfinale gegen die Ukraine denkbar knapp verloren
  • Heute als Trainerin der JH MoIn im Einsatz

Morsum – Im kommenden Jahr feiert die Morsumerin Maren Jacobsen mit ihren damaligen Teamkolleginnen aus der Beachhandball-Nationalmannschaft das 20-jährige Jubiläum. Denn 2001 sicherte sich die deutsche Mannschaft die Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft in Japan.

Die Farbe der Medaille – sie sollte Jacobsen und ihr Team auch in den kommenden Wettbewerben stets begleiten. Auch schon bei den Europameisterschaften in Italien hatten Jacobsen & Co mit dem zweiten Platz vorliebnehmen müssen. Noch heute denkt die Morsumerin gerne und voller Stolz an die Auftritte im Nationalteam zurück. „Deutschland bei den World Games zu vertreten, bei denen alle Sportarten am Start waren, die nicht zum Wettkampf-Programm der Olympischen Spiele zählten, war schon etwas ganz Besonderes für uns. Obwohl der Handball am Strand damals noch nicht den Stellenwert hatte, den er heute besitzt. Aber mit unserem Erfolg hatte im Vorfeld keiner gerechnet“, erinnert sich die Linkshänderin, die im Nationalteam an der Seite von Isabel Schacht vom TV Oyten spielte. Auch Christiane Otten sowie Tanja Theilig, mit denen die Morsumerin sieben Jahre beim TS Woltmershausen („Meine schönste Handballzeit“ O-Ton Jacobsen) in der dritten Liga unterwegs war, zählten zur deutschen Mannschaft.

Finanzielle Aufwand fast nicht zu stemmen gewesen

Bevor es so weit war, galt es jedoch einige Hürden zu meistern. Dabei hat nicht viel gefehlt und die deutsche Mannschaft hätte das sportliche Großereignis beinahe verpasst. Und dafür gab es einen ganz einfachen Grund: Der immense finanzielle Aufwand wäre vom Deutschen Handballbund (DHB) fast nicht zu stemmen gewesen. Somit stand das sportliche Abenteuer in Japan bedenklich auf der Kippe. Doch Jacobsen & Co. rechtfertigten letztlich das in sie gesetzte Vertrauen und sicherten sich mit Coach Marc Winter, der heute die Drittligadamen des TV Oyten trainiert, das begehrte Edelmetall auf der asiatischen Halbinsel. Eine Spezialität der deutschen Auswahl, vor allen Dingen der sprunggewaltigen Jacobsen, war der Kempa, der zwei Punkte einbringt. „Marc Winter war in meiner Laufbahn derjenige, der mir am meisten beigebracht hat. Daher hatte er einen erheblichen Anteil an unseren beiden Silbermedaillen in Japan und Italien“, hält Jacobsen noch heute große Stücke auf den aktuellen TVO-Trainer.

Ein Plattfuß während der Anreise zum ersten Spiel sorgt für viel Aufregung

Der Start bei der WM in Japan – er war indes alles andere als optimal verlaufen. Nach einem über zehnstündigen Flug musste zunächst einmal der Jetlag verarbeitet werden, ehe endlich das erste Spiel anstand. Die Anreise verlief jedoch äußerst schleppend, denn es gab gleich mal einen Plattfuß. Jacobsen erinnert sich: „Das war natürlich nicht gut für unsere Nerven, da wir ohnehin schon sehr aufgeregt waren. Zum Glück haben uns die sehr hilfsbereiten Japaner dann aber schnell geholfen.“ Am Spielort angekommen, war von der Nervosität dann nicht mehr viel zu spüren. Im Gegenteil. In der Auftaktpartie gegen die Vertretung aus China ließen Jacobsen & Co nicht viel anbrennen und gewannen souverän mit 2:0-Sätzen. Auch in den folgenden Begegnungen war die deutsche Mannschaft stets auf der Höhe, sodass sich das Traumfinale gegen die Ukraine schon früh abzeichnete. Jacobsen: „Das Endspiel stand wirklich auf des Messers Schneide. Wir waren mit der Ukraine definitiv auf Augenhöhe. Aber letztlich fehlte uns dann auch ein wenig das nötige Quäntchen Glück, sodass wir, wie auch schon in Finale der Europameisterschaft, erneut den Kürzeren gegen die Osteuropäerinnen zogen.“ Wie die Handballerin schmunzelnd anmerkt, gingen einfache Torerfolge nicht so gut und waren auch etwas verpönt. Die „Eisprinzessin“, wie ein Torerfolg nach einer 180 Grad Drehung (Spinshot) genannt wird, war bei Weitem nicht auf dem Niveau wie der Kempa. Jacobsen: „Ein Kempa ist sehr viel anspruchsvoller. Dort müssen sowohl der zielgenaue Pass der Mitspielerin als auch das perfekte Timing der Springerin passen.“

Bei der DM im Beachhandball mit dem XXS-Team zehnmal in Folge im Halbfinale

Auch wenn Maren Jacobsen, die heute mit ihrem Mann Björn und den beiden Kindern Janne und Finn im Morsumer Ortsteil Nottorf lebt, im Beachhandball eine feste Größe war und dabei beachtliche Erfolge erzielte, waren die Spiele im Sand immer nur eine willkommene Alternative in den spielfreien Sommermonaten. Dabei gelang Jacobsen und ihrem XXS-Team das Kunststück, dass sie bei den Deutschen Meisterschaften im Beachhandball in Cuxhaven zehnmal in Folge mindestens das Halbfinale erreichten. Die beachtliche Ausbeute waren eine Deutsche Meisterschaft, ein Vizetitel sowie stattliche sechs Bronzeränge am Nordseestrand. In der Halle spielte die Morsumerin unter anderem für den TV Oyten in der 2. Bundesliga und hatte sogar Angebote der Erstligisten Oldenburg und Rosengarten vorliegen. Beide hat sie seinerzeit jedoch ausgeschlagen und beendete ihre Karriere schließlich bei ihrem Heimatverein TSV Morsum. Und auch jetzt spielt der Handball noch eine große Rolle in ihrem Leben, denn bei der JH MoIn trainiert sie die Jugend und gibt ihre große Erfahrung an den Nachwuchs weiter.

Bei der derzeit laufenden Handball-EM der Frauen hat die Linkshänderin beobachtet, dass in der deutschen Mannschaft eine andere Mentalität herrscht, als bei den Titelkämpfen zuvor. Das Team um Shooterin Emily Bölk sei extrem fokussiert und hätte mindestens die Silbermedaille im Visier. Doch das sollte sich schnell erledigen, denn nach dem Sprung in die Hauptrunde war der Traum nach der Niederlage gegen Kroatien vorzeitig geplatzt. Dabei hätte Maren Jacobsen nichts dagegen gehabt, wenn die Nationalelf zumindest ihrer persönlichen Medaillenfarbe bei Großereignissen treu geblieben wäre.

Von Björn Lakemann

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