35-Jähriger Ex-Jockey peilt Start bei der Senioren-WM im Halbmarathon an

Dygas hat ein klares Ziel vor Augen

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Nach seiner Karrie als Jockey hat Raoul Dygas mittlerweile die Fitnesstrainer C-Lizenz.

Cluvenhagen – An sportlichen Vorbildern mangelt es dem Cluvenhagener Raoul Dygas wahrlich nicht. Und dabei muss er den Blick auch gar nicht in die Ferne schweifen lassen, sondern hat sie in der eigenen Familie. Denn sowohl Mutter Karin als auch Vater Volker waren überaus erfolgreiche Leistungssportler im Gehen und sind mit etlichen Titeln bei Deutschen Meisterschaften oder auf internationaler Ebene dekoriert. Daher ist es auch kein Wunder, dass der 35-Jährige mit der Teilnahme an der Senioren-Weltmeisterschaft 2022 in Göteborg ebenfalls überaus ehrgeizige Ziele hat.

„Ich plane dort den Halbmarathon in Angriff zu nehmen. Aber es ist auch gut möglich, dass ich zudem über die zehn Kilometer starte“, will Raoul Dygas zu diesem Zeitpunkt selbst einen Doppelstart nicht ausschließen. Und dafür wird schon jetzt fleißig auf der Laufstrecke oder im Fitnessstudio trainiert. Noch vor einigen Jahren war der Erzieher einer Wohngruppe für Kinder und Jugendliche im Waldheim in Cluvenhagen als professioneller Jockey, nachdem er mehr als 50 Siege im Galopprennsport errungen hatte, in aller Welt unterwegs. „Damals musste ich mich zwischen dem Basketball, wo ich Kaderspieler der Niedersachsenauswahl war, und der Ausbildung zum Rennreiter entscheiden“, klärt das Leichtgewicht auf. Die Entscheidung fiel schließlich auf den Galopprennsport. Dort erreichte Raoul Dygas am 1. Januar 2013 im arabischen Sultanat Oman mit dem Sieg beim erste Fegentri-Rennen des Jahres seinen größten Triumph. „Einen besseren Start ins neue Jahr hätte ich mir nicht wünschen können“, schmunzelt Dygas. Insbesondere die Siegerehrung auf der Ehrentribüne des Sultans, der ihm persönlich den Pokal überreichte, hat der 35-Jährige bis heute nicht vergessen. Die Reiterei musste der gertenschlanke Ex-Jockey dann jedoch aufgeben, da er schlichtweg zu groß geworden war. Zurück in Cluvenhagen legte er sich jedoch nicht auf die faule Haut, sondern hat nicht nur die Fitnesstrainer C-Lizenz und ist Athletiktrainer. „Der Personaltrainer steht auch schon in den Startlöchern“, verrät Dygas.

Gleichzeitig entdeckte der „Sportfreak“ aber auch das Laufen für sich, ist regelrecht fasziniert. „Die Läufer kennen sich untereinander und sind zumeist sehr entspannt. Außerdem gibt es auch keine Ausreden, da jeder für sich selbst verantwortlich ist. Habe ich gut trainiert, kann ich auch gewisse Leistungen erwarten, Habe ich jedoch schlecht trainiert, muss ich mich nicht beschweren. Daher weiß jeder, wo er steht“, gibt Dygas zu verstehen. „Im Mannschaftsport oder in der individuellen Betreuung der Sportler ist das manchmal etwas schwierig. Denn als Trainer ist man immer auch auf die Motivation der Teilnehmer angewiesen. Ich für meinen Teil muss mich nie motivieren, da ich immer Lust auf Sport habe.“ Doch warum nun gleich die Teilnahme an der Senioren-WM? „Ein Ereignis dieser Größe motiviert mich ganz besonders. Hinzu kommt, dass meine Eltern mir von ihren schönen Erfahrungen bei der EM und WM immer wieder berichtet haben. Und diese einmalige Atmosphäre und das tolle Miteinander möchte ich auch erleben. Da gibt es keinen Neid, sondern jeder freut sich für den anderen. Im Endeffekt ist es genau das, was der Sport für mich widerspiegelt. Missgunst und Neid haben da kaum einen Platz. Denn genau das befürworte ich auch im realen Leben.“

Doch auch wenn das Laufen bei Raoul Dygas derzeit ganz hoch im Kurs steht, ist für ihn auch der Teamgedanke enorm wichtig. Daher ist das sportliche Multitalent zudem als Mittelmann für die Handballer der HSG Cluvenhagen/Langwedel im Einsatz. Aber nicht nur das. Der Tausendsassa hat unlängst auch den Trainerschein in der Tasche. Und nachdem er mehrfach von HSG-Spartenleiter Karsten Riedel gebeten wurde, hat Dygas dem „Drängen“ nun nachgegeben und das Traineramt der ersten Herren für die kommende Saison in der Regionsliga übernommen. „Kurz nach meiner Zusage hatten wir schon 40 Leute in der neuen Whatsapp-Gruppe“, verrät der Cluvenhagener mit einem breitem Grinsen. Und schon jetzt freut sich Dygas auf die neue Aufgabe. „Leute zu motivieren, macht mir extrem viel Spaß. Und wenn ich ihnen dann noch meine Spielphilosophie vermitteln kann, wäre das klasse. Ganz wichtig ist jedoch, dass innerhalb der Mannschaft eine gute Stimmung herrscht. Denn dann kann auch ein Zirkeltraining Spaß machen“, gibt Dygas mit einem leichten Augenzwinkern zu verstehen.

Von Björn Lakemann

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