Ballin: „Wir wollen das Schiedsrichterlehrwesen breiter aufstellen“

Dreierkonstellation als Testballon

Wollen einen Testballon starten: Daniel Ballin, Bilel Bourkhis und Bastian Grimmelmann (von links).

Verden - Von Kai Caspers. Anfang März hatte Marcus Neumann, Vorsitzender der Fußball-Schiedsrichter im Kreis Verden, überraschend verkündet, dass er sein Amt zum 30. Juni zur Verfügung stellt. Zu den Gründen wollte der Bassener seinerzeit keine Stellung nehmen. Eine Entscheidung, die Daniel Ballin nachvollziehen konnte. „Ich werde da jetzt auch nicht näher drauf eingehen. Ich kann nur sagen, dass es einige Probleme mit einer Person innerhalb der Schiedsrichterschaft gegeben hat. Das ging soweit, dass es zu schwersten Vorwürfen gekommen ist. Nicht von ungefähr hat nicht nur Marcus, sondern haben auch noch einige andere Mitglieder des Schiedsrichterausschusses über einen Rücktritt nachgedacht. Meine Person eingeschlossen“, gab der Schiedsrichter-Lehrwart zu verstehen.

Letztlich nahm Ballin davon aber Abstand: „Es geht doch auch ums große Ganze. Und aktuell ist es doch so, dass wir uns nicht nur in der Breite, sondern auch in der Spitze sehen lassen können. Ich bin sogar der Meinung, dass wir so gut wie schon lange nicht mehr positioniert sind.“ Dabei verweist er unter anderem auf die Leistungsschiedsrichter der Bezirksebene, im Besonderen auf Bastian Grimmelmann (Etelsen), der sich in der Talentsichtung des Verbandes befindet. Bei den Frauen sind Kim-Jasmin Meinecke (Brunsbrock), die in der Regionalliga zum Einsatz kommt und Lucy Holsten (Bassen) gute Beispiele für den Kreis Verden.

Anstatt nun also Neumann zu folgen, schlägt Ballin nach intensiver Absprache mit seinigen Ausschuss-Kollegen einen anderen Weg ein. „Wir haben da ziemlich klare Vorstellungen vor Augen, die wir den Mitgliedern auf der Jahreshauptversammlung Anfang Juni vorstellen wollen. Ob das klappen wird, ist jedoch völlig offen, da der Termin aufgrund der Corona-Krise äußerst gefährdet ist“, erklärte der 37-Jährige. Eine Absage der Jahreshauptversammlung hätte zur Folge, dass Ballin ab Juli als Neumanns Stellvertreter den Vorsitz kommissarisch übernimmt. Darüber wurden die Schiedsrichter seitens des Schiedsrichterausschusses bereits informiert. „Das mache ich dann solange, bis es zur nächsten Jahreshauptversammlung kommt.“ Auf der soll dann allen Schiedsrichtern eine Troika aus Daniel Ballin, Bastian Grimmelmann (beide Etelsen) und Bilel Bourkhis (Uphusen) vorgestellt werden. Geplant ist, dass Bourkhis als neuer Kreisschiedsrichterobmann bestellt wird und Ballin weiterhin als Lehrwart und als sein Stellvertreter fungiert. Grimmelmann ist als Beisitzer ebenfalls für das Lehrwesen vorgesehen und vertritt Bourkhis und Ballin. „Wir würden mit dieser Dreierkonstellation gerne einen Testballon starten und die Aufgaben in der Führung des Ausschusses verteilen und das Schiedsrichterlehrwesen breiter aufstellen. Nach genau einem Jahr werden wir unsere Arbeit dann auf den Prüfstand stellen. Wenn es funktioniert, werden wir sicher erneut kandidieren. Ansonsten in dieser Konstellation natürlich nicht“, so Ballin.

Die Jahreshauptversammlung – sie ist nicht die einzige Veranstaltung, die dem Corona-Virus zum Opfer fallen könnte. Nein, auch alle anderen anstehenden Termine wurden vorsorglich bis Ende Mai gestrichen. Ballin: „Das gilt selbstverständlich auch für die Lehrabende und Leistungsprüfungen der Schiedsrichter. Im Schiedsrichterausschuss sind wir uns einig, dass Niemand aus der Situation einen Nachteil haben soll. Und damit meine ich vor allen Dingen die Schiedsrichteranerkennung.“ Was die aktuelle Ausschussarbeit angeht, gibt es laut dem 37-Jährigen keine Probleme. „Da wir alles auf Videokonferenz umgestellt haben, sind wir auch weiterhin vollkommen handlungsfähig. Und ich muss sagen, dass mir persönlich diese Art der Kommunikation auch sehr gut gefällt, da einiges an Zeit eingespart wird.“

Ob der Spielbetrieb in dieser Saison wieder aufgenommen werden kann – Ballin wollte dahingehend keine Prognosen abgeben. Nur soviel: „Sollte es dazu kommen, stehen uns einige englische Wochen ins Haus. Natürlich wäre das auch für die Schiedsrichter eine große Herausforderung, die es zu meistern gilt. Vor allen Dingen auf Bezirksebene. Ich bin aber der Meinung, dass diese zu meistern wäre. Das haben wir auch in der Vergangenheit schon bewiesen. Was jedoch wann passiert, das entscheiden wohl die Politik und die Verbände, da im Vordergrund selbstverständlich die Gesundheit aller Beteiligten stehen muss.“

Letztlich freut sich Ballin auch darüber, dass mit dem erst 19-jährigen Simon Mohrmann vom TB Uphusen ein weiterer Youngster den Kreis Verden in der kommenden Saison als Schiedsrichter auf Bezirksebene vertritt. „Da waren wir uns alle einig, dass Simon den nächsten Schritt machen muss. Gleichzeitig ist das ein Beleg für unsere gute Arbeit, die es nun fortzusetzen gilt.“

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