Herren nach Saison-Abbruch Verbandsligist und die Damen bleiben wohl drittklassig

Doppelter Grund zur Freude beim TV Oyten

Nach dem Abbruch der Saison, steigt das Trainerduo Lars Müller-Dormann (l.) und Marc Winter nicht nur mit den Herren des TV Oyten in die Verbandsliga auf, sondern bleibt mit den Damen der Vampires auch in der 3. Liga. Foto: bjl

Verden - Von Kai Caspers. Am Mittwochabend haben sich die Präsidiumsmitglieder des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) darauf verständigt, dass die Saison 2019/2020 im Zuge der Corona-Krise mit sofortiger Wirkung abgebrochen wird. Dabei machte Präsident Stefan Hüdepohl deutlich, dass es keine Absteiger, sondern nur Aufsteiger geben wird, die über die Quotientenregelung ermittelt werden.

Gleich doppelt profitieren dürften davon die TV Oyten Vampires. Denn während die Herren damit sicher in die Verbandsliga aufsteigen, bleiben die Damen – auch wenn die offizielle Bestätigung noch aussteht – vermutlich Drittligist. Grund zur Freude haben auch die Damen des TSV Morsum und des TSV Daverden, die in die Landesliga und Landesklasse aufsteigen.

Lars Müller-Dormann, Trainer des Handball-Landesligisten TV Oyten, begrüßte die Entscheidung des Verbandes: „Ich habe ohnehin nicht damit gerechnet, dass es noch irgendwie weitergeht. Zumal Handball ja ein Kontaktsport ist. Hinzu kommt, dass wir auch keine Hallen haben, solange die Schulen noch geschlossen sind.“ Die Lösung, die der HVN gewählt hat – für Müller-Dormann ist sie auf jeden Fall fair. „Ich denke, dass alle gut dabei wegkommen. Gerade in unserem Fall wäre es natürlich extrem bitter gewesen, wenn letztlich die aktuelle Platzierung den Ausschlag bezüglich des Aufstiegs gegeben hätte.“ Denn dann hätte der TVO gegenüber dem TV Schiffdorf das Nachsehen gehabt. Gemäß der Quotientenregelung haben die Oytener (1,72) im Vergleich zu Schiffdorf (1,6) sowie Verfolger HSG Grüppenbühren/Bookholzberg (1,63), der sich ebenfalls noch Hoffnungen auf den Titel machen durfte, jedoch das bessere Ende auf ihrer Seite.

Kräftig durchatmen können indes die TVO-Damen, die ebenfalls von Müller-Dormann und Marc Winter trainiert werden. Zwar rangieren die Vampires fünf Spieltage vor Saisonende auf einem Abstiegsrang, doch mit großer Wahrscheinlichkeit steht einem weiteren Jahr in der 3. Liga nichts im Wege. Zwar hat der Deutsche Handballbund (DHB) hinsichtlich der aktuellen Saison noch keine endgültige Entscheidung bekannt gegeben, „doch ich gehe fest davon aus, dass wir nicht absteigen. Zumal vom DHB die Empfehlung an die Landesverbände rausgegangen ist, dass es keine Absteiger geben soll. Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass wir die einzige Liga sind, in der es anders geregelt wird“, geht Winter vom Klassenerhalt aus. „Und sollte es dazu kommen, dass wir doch noch spielen müssen, schaffen wir es eben sportlich!“

Grund zur Freude herrschte auch bei Timo Lütje, der mit den Damen des TSV Morsum in der Handball-Landesklasse auf dem zweiten Platz liegt: „Vom Quotienten sind wir damit auf jeden Fall in die Landesliga aufgestiegen. Allerdings müssen die Regionalverbände dem Beschluss des Verbandes erst noch folgen. Ich gehe zwar davon aus, dass es auch geschehen wird, doch aktuell habe ich noch keine Bestätigung von unserem Spielleiter.“ Unabhängig davon machte der Morsumer Trainer jedoch deutlich, dass der Abbruch die richtige Entscheidung gewesen ist. „Die Saison nach der langen Pause wieder hochzufahren – es wäre sicher schwer gewesen, bis alle wieder auf dem richtigen Level sind. Denn auch wenn sich alle fit halten, fehlt doch die Wettkampfpraxis. Schade ist natürlich, dass Abgänge nicht gebührend verabschiedet werden können.“

Auch für Martin Eschkötter und die Damen des Regionsoberligisten TSV Daverden heißt es sich noch ein klein wenig in Geduld zu üben, bis der Aufstieg in die Landesklasse amtlich ist. Denn gegenüber dem Konkurrenten HSG Mittelweser/Eystrup haben die Grün-Weißen mit 1,8 gegenüber 1,78 den minimal besseren Quotienten und zudem den direkten Vergleich gewonnen. Doch Eschkötter hielt sich gestern mit großen emotionalen Ausbrüchen zurück. „Ja, unser erklärtes Ziel war der Aufstieg. Und ja, das haben wir wohl geschafft. Aber ich hätte es mir natürlich auf sportliche Art und Weise gewünscht, zumal wir uns alle auf das Endspiel gegen Mittelweser gefreut hatten. Und bei einem Sieg wären dann auch sicher alle komplett ausgeflippt. Aber auf dem Sofa sitzen und Corona-Meister werden – da können Emotionen nicht wirklich aufkommen“, gestand Daverdens Trainer ehrlich ein. „Denn wir können uns ja nicht mal zu einer spontanen Feier treffen, sondern können uns nur per Video zuprosten. Und das ist gefühlt natürlich etwas ganz anderes. Dennoch erachte ich die Entscheidung als richtig und hätte die gleiche Lösung gewählt.“

Tobias Naumann, Trainer des Oberligisten SG Achim/Baden, bezeichnete die Entscheidung als sehr vernünftig. „Die Pause war schon unverhältnismäßig lang. Daher wäre es auch sehr schwer geworden, wieder schnell in einen vernünftigen Trainings- und Spielrhythmus zu kommen. Und das es nun keine Absteiger gibt – damit müssen sich alle abfinden. Aktuell betrifft es uns zwar nicht, doch vor ein paar Wochen hätten wir damit super leben können“, erklärte der SG-Coach. „Ob es dann auch für jeden Sinn macht in der Liga zu bleiben – das muss jeder Verein für sich entscheiden. Zumal es in der aktuellen Saison ja einige Probleme gegeben hat. Aber so bekommen alle eine zweite Chance und können es nächste Saison besser machen.“ Apropos neue Saison: „Natürlich ist es von Vorteil, dass alle nun Planungssicherheit haben. Aber in der aktuellen Situation hilft es auch nicht wirklich weiter. Denn solange es die Beschränkungen noch gibt, wird es so schnell auch keine Neuzugänge geben. Denn die verpflichtet man ja nicht einfach am Telefon, sondern will sie persönlich treffen und im Probetraining sehen. Daher müssen wir abwarten, wann wir das erste Mal wieder in die Halle dürfen“, gab Naumann zu verstehen.

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