INTERVIEW Lisa Bormann-Rajes trumpft mit Blomberg in der Bundesliga auf

„Die Mannschaft ist der Star“

Gespannt wartet die Ex-Oytenerin Lisa Bormann-Rajes (links) mit Oldenburgs Merle Carstensen auf die Ausführung eines Strafwurfs.
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Gespannt wartet die Ex-Oytenerin Lisa Bormann-Rajes (links) mit Oldenburgs Merle Carstensen auf die Ausführung eines Strafwurfs.

Blomberg – Bereits zum zweiten Mal hatte sich Lisa Bormann-Rajes zu einem Wechsel vom Drittligisten TV Oyten Vampires zur HSG Blomberg-Lippe entschieden. Ein Schritt, den die 30-Jährige sicher nicht bereut hat. Denn mit ihrem Team rangiert die Linkshänderin, die trotz eines 20-stündigen Teilzeitjobs beim Gesundheitsamt Lemgo noch achtmal in der Trainingshalle steht, nicht nur auf Platz drei in der Bundesliga, sondern hat in der letzten Qualifikationsrunde zur European League auch das Hinspiel beim Ligarivalen Thüringer HC mit 31:27 für sich entschieden.

Frau Bormann-Rajes, wie geht denn die HSG Blomberg-Lippe mit der Pandemie um?

Wir werden jede Woche getestet und vor jeder Trainingseinheit wird Fieber gemessen. Darüber hinaus müssen wir natürlich genau auf die Hygienevorschriften achten. Die Spiele ohne Zuschauer sind alles andere als schön, aber im Moment ja nicht zu vermeiden.

Sie sind jetzt zum zweiten Mal im Lipperland. Was gab nach Ihrem ersten Engagement dort den Ausschlag zum TV Oyten zurückzukehren?

Auch damals waren wir mit Blomberg erfolgreich und haben nie gegen den Abstieg gespielt. Aber meine damalige Beziehung sowie das Heimweh sprachen seinerzeit für eine Rückkehr. Daher war es damals der richtige Schritt.

Was hat sich für Sie nach Ihrer Rückkehr zur HSG geändert?

In erster Linie die Trainingsintensität. Außerdem bin ich mit meinen 30 Jahren nun die älteste Spielerin und nehme damit eine andere Rolle ein, als bei meinem ersten Engagement. Im Gegensatz zu damals bin ich erwachsener geworden und fühle mich viel fitter.

Mit acht Punkten aus den bisherigen vier Heimspielen wurde die optimale Ausbeute geholt. Ist die Stärke in eigener Halle ein Faustpfand in dieser Saison?

Im Normalfall sind wir vor allem durch unsere Zuschauer, die uns immer nach vorne peitschen, enorm heimstark. Allerdings waren die Erfolge gegen die Kurpfalz Bären sowie Mainz auch Siege, die wir einfahren mussten. Das Spiel gegen Oldenburg, auch wenn es das 35:27 nicht vermuten lässt, war ein Duell auf Augenhöhe. Und zum Glück haben wir auch gegen Buxtehude noch einmal nachgelegt. Aber trotz der Siege wissen wir alle, dass kein Spiel in der Bundesliga ein Spaziergang ist. Aber gerade in eigener Halle hat bislang immer alles gepasst und der Kampf bis zum Schlusspfiff gestimmt.

Mit nun 14:4-Punkten und Platz drei ist der Saisonstart definitiv geglückt. Was macht euch so stark?

Bei uns ist die Mannschaft der Star. Außerdem verfügen wir über einen richtig guten Zusammenhalt. Vor der Saison haben wir Platz vier bis acht als Ziel ausgegeben. Das passt derzeit. Doch wir schauen weiter nur von Spiel zu Spiel.

Vom Fachmagazin Handballwoche sind Sie nach Ihren sieben Treffern beim 35:27 gegen Oldenburg bereits zum zweiten Mal in die Mannschaft der Woche berufen worden. Warum läuft es bei Ihnen derzeit so gut?

Ohne eine funktionierende Mannschaft wäre das natürlich nicht möglich. Darüber hinaus spielen unsere Torhüter super Pässe zur zweiten Welle. Auch die schnelle Mitte wird konsequent durchgezogen. Zudem verstehe ich mich Blind mit Kreisläuferin Laura Rüffieux. Auch unser Trainer Steffen Birkner macht einen guten Job. Er trifft genau den richtigen Ton und stellt uns perfekt auf die Spiele ein.

Sie haben ja schon einmal mit Blomberg im Europapokal gespielt. Wie beurteilen Sie die Leistungsstärke der deutschen Teams und wie schätzen Sie die eigenen Erfolgsaussichten im deutschen Duell gegen Thüringen ein?

In meiner ersten Zeit in Blomberg haben wir unter anderem gegen Minsk aus Weißrussland beide Spiele gewonnen. Deren Leistungsstärke würde ich mit der unserer zweiten Liga vergleichen. In unserem Verein denken wir nicht an die Champions League, sondern sehen uns als Ausbildungsverein, der ein gutes Sprungbrett für junge Spielerinnen sein kann. Die Partien gegen Thüringen haben den Vorteil, dass uns die Reisestrapazen erspart bleiben. Aber durch die Pandemie kann man den Europapokal ohnehin nicht so genießen, wie es ansonsten wohl der Fall wäre.

Ihr Ex-Verein hat in der dritten Liga trotz hochkarätiger Weggänge im zweiten Spiel den ersten Saisonsieg gegen Alstertal eingefahren. Bei Pfeffersport Berlin setzte es aber eine deutliche 19:29-Niederlage. Wo sehen Sie die Oytener Stärken und welche Rolle trauen Sie dem TVO in der Dritten Liga Nord-Ost zu, nachdem es vergangene Saison nur gegen den Abstieg ging?

In dieser Saison müssen eben andere Spielerinnen Verantwortung übernehmen. Durch den ersten Saisonerfolg dürfte das Selbstvertrauen sicher gewachsen sein. Allerdings gibt es natürlich noch Steigerungspotenzial, da alle noch mehr aus sich rausholen können. Doch die vielen neuen Spielerinnen müssen noch integriert werden. Darum ähnelt das Oytener Team der Blomberger Mannschaft, denn auch der familiäre Charakter beider Standorte ist durchaus vergleichbar. Aber ich bin mir sicher, dass der TVO mit dem Abstieg definitiv nichts zu tun bekommen wird und sich im oberen Mittelfeld wiederfinden wird.

Von Björn Lakemann

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