Badener Volleyballer trainiert wieder

Der Weg zurück – für Ole Sagajewski ein Spagat

Ole Sagajewski inmitten der Badener Volleyballer.
+
Noch ist dies seine Rolle beim TV Baden: Rekonvaleszent Ole Sagajewski als Motivator in den Spielpausen.

Ole Sagajewski fehlt den Zweitliga-Volleyballern des TV Baden seit Oktober. Nach Operation des Knorpelschadens im linken Knie arbeit der Außenangreifer im Training an seinem Comeback. Mit vollem Ehrgeiz, aber auch mit Vorsicht.

Baden – So schlimm die Corona-Pandemie mit ihren ganzen Folgen und Einschnitten auch ist – in einer Hinsicht hält sie für Ole Sagajewski eine kleine positive Seite bereit. Der nach einem Knorpelschaden im linken Knie mit anschließender Operation seit Oktober pausierende Außenangreifer des Volleyball-Zweitligisten TV Baden kann sich für seine Rückkehr aufs Parkett die nötige Zeit lassen.

„Stimmt irgendwie. Wenn ich es mir im Nachhinein hätte aussuchen können, wäre diese Saison die ideale für meine Verletzung gewesen.“ Da die Serie durch Covid-19 gehörig durcheinandergewirbelt wurde und laut Beschluss der DVL letztlich kein Team den bitteren Gang in die 3. Liga antreten muss, sind Sagajewski und die Verantwortlichen gar nicht erst in die Zwickmühle geraten, den Leistungsträger so schnell wie möglich wieder spielfit zu bekommen.

Manchmal geht es Ole Sagajewski nicht schnell genug

Was aber nun keineswegs bedeutet, dass der 22-Jährige nicht maximal motiviert an der Rückkehr zum gewohnten Top-Niveau und damit zur Wiedereingliederung ins Team bastelt. Ganz im Gegenteil: „Es geht zwar richtig gut voran, und ich bin total zufrieden. Mit den Fortschritten hätte ich nicht gerechnet, als mir vor fünf Monaten gesagt wurde, dass ich ein Jahr auf meinen geliebten Sport verzichten müsste. Dennoch will ich als Leistungssportler natürlich immer mehr. Da geht es mir dann manchmal doch nicht schnell genug.“ Es ist halt der Spagat zwischen Vernunft und Wunschdenken.

Seine ersten kleinen Schritte auf dem langen Weg zum Comeback unternahm Sagajewski Anfang März: „Da hatte ich das erste Mal wieder einen Ball auf dem Arm, bin immer wieder mal in die Halle gegangen und habe einzelne Sachen wie die Annahme absolviert. Das ging alles schleichend, denn ich musste mich ja ganz behutsam rantasten. Team und Physios unterstützen mich total.“ Was der Jura-Student mit den Kollegen auch übte, es gab eine klare Ansage: keine Sprünge.

TV Badens Außenangreifer fühlt sich bei 60 bis 70 Prozent

Denn Sagajewski ist heilfroh, überhaupt wieder dabei zu sein: „Vor zwei Monaten musste ich praktisch das normale Gehen lernen, das Humpeln rausbekommen, mich muskulär wieder herstellen und die Sicherheit im Bein zurückgewinnen.“ Leichte Sprünge unternahm der Badener allein außerhalb der Halle, um sich an die Reflexbewegungen (schnelle Bewegungen nach vorne, Landungen nach den Sprüngen) zu gewöhnen. Stand er mit Kollegen auf dem Feld, beschränkte er auf den Libero.

Nichts kann Sagajewski zu 100 Prozent mitmachen, „ich bin so bei 60 bis 70 und werde erst wieder bei voller Intensität sein können, wenn die anderen die Saison beendet haben und die Beine hochlegen. Dann muss ich knallhart weiterarbeiten.“ Um in der nächsten Zweitliga-Serie der Leistungsträger zu sein, der er bis Oktober ohne Abstriche gewesen ist. Garantieren will das der Außenangreifer indes nicht: „Ob ich schon wieder volle Verantwortung übernehmen kann, werde ich zusammen mit Team und Trainer besprechen.“ Zwar habe sich der Manager-Sohn noch keine großartigen Gedanken über 2021/22 gemacht, dass er jedoch weiter beim TV Baden spielt, scheint alternativlos: „Egal wann ich fit sein werde, ein Wechsel ist in dieser Situation nicht das Richtige.“ Klare Sache: Eine richtig gute Saison mit den Kollegen zu erleben – das will Sagajewski auf jeden Fall nachholen.

So ist das Risiko geringer, dass der Knorpelschaden erneut aufbricht und die Wahrscheinlichkeit höher, dass ich erfolgreich in den Wettbewerb zurückkehre.

Ole Sagajewski über die Vorteile einer Operation

Am liebsten wäre der 22-Jährige „schon jetzt immer dabei gewesen. Es war unheimlich schwer, draußen zu sitzen und das Team von dort aus zu unterstützen.“ Es füllt nicht nur die Rolle des Motivators aus, der Rekonvaleszent führt Statistiken und Gespräche in den Spielpausen. Coach Werner Kernebeck lässt ihn auf gewisse Dinge achten, die dann diskutiert werden. Und die Mannschaft fordere das auch: „Es ist nicht so, dass ich ihnen damit langsam auf die Nerven gehe. Sie nehmen den produktiven Austausch gerne an.“

Dass Badens Ass sein altes Leistungsniveau zurückerlangen wird, glaubt er mit großer Zuversicht. Durch den intensiven Eingriff sei das langfristig garantiert – daher wurde die OP auch durchgeführt: „So ist das Risiko geringer, dass der Knorpelschaden erneut aufbricht und die Wahrscheinlichkeit höher, dass ich erfolgreich in den Wettbewerb zurückkehre.“ Ein bisschen Spielen geht auch schon. Zwei gegen zwei – natürlich ohne Springen für Sagajewski. „Dann muss mein Partner halt mehr ran“, schmunzelt der Außenangreifer. Und so kann er sich die nötige Zeit lassen fürs „richtige“ Comeback.

Von Ulf Von Der Eltz

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Was bei einem Kaiserschnitt auf Frauen zukommt

Meistgelesene Artikel

Dennis Heinemann: Olympia-Traum wird wahr

Dennis Heinemann: Olympia-Traum wird wahr

Dennis Heinemann: Olympia-Traum wird wahr
Emma Alessia Delwes bejubelt erstes „Hole-in-one“

Emma Alessia Delwes bejubelt erstes „Hole-in-one“

Emma Alessia Delwes bejubelt erstes „Hole-in-one“
TC Verden: B-Juniorinnen holen Vizetitel

TC Verden: B-Juniorinnen holen Vizetitel

TC Verden: B-Juniorinnen holen Vizetitel
Moffat: „Müssen junge Spieler begeistern“

Moffat: „Müssen junge Spieler begeistern“

Moffat: „Müssen junge Spieler begeistern“

Kommentare