Vor dem Oberliga-Derby: Rainer Kreie und Henning Haltermann im Interview

„Der TSV Ottersberg ist uns immer noch weit voraus“

Ottersberg / Uphusen - Von Frank von Staden. Am 20. April 2008 standen sich beide Clubs letztmalig in einem Punktspiel der Fußball-Bezirksoberliga gegenüber, am Sonntag (17 Uhr) nun kreuzen der TSV Ottersberg und der TB Uphusen als Oberliga-Aushängeschilder des Kreises Verden nach über fünf Jahren wieder die Klingen. Wir sprachen im Vorfeld mit den beiden „Machern“ der Vereine, Henning Haltermann und Rainer Kreie.

Frage: Der Turnerbund kann nach vielen Jahren dem TSV Ottersberg erstmals die Vormachtstellung im Landkreis entreißen. Ist Ihr Club dafür schon gerüstet?

Kreie: Nein, überhaupt nicht, weil uns noch die Erfahrungswerte in sämtlichen Bereichen der fünften Liga fehlen. Da ist uns der TSV Ottersberg immer noch weit voraus. Wir haben ja nicht umsonst vor der Saison bei Henning Haltermann angeklopft und nachgefragt, wie der Hase in dieser Liga läuft.

Frage: Und, Herr Haltermann, haben Sie denn da sämtliche Katzen aus dem Sack gelassen?

Haltermann:Vorweg muss ich erst einmal sagen, dass es von großer Professionalität Rainer Kreies zeugt, dass er nicht blauäugig und völlig unvorbereitet in diese Liga starten wollte. Ich habe in diesem Gespräch vieles gesagt – aber letztlich natürlich nicht alles verraten! Und das, was ich verschwiegen habe, werde ich in dieser Woche unserer Mannschaft mitteilen, damit sie im Derby einen kleinen aber vielleicht entscheidenden Vorteil hat!

Frage: Herr Kreie, es stehen gleich sechs Akteure in Ihren Reihen, die bereits für den TSV Ottersberg aktiv waren. Wie konnten Sie sie vom TB Uphusen überzeugen?

Kreie: Es gibt bestimmte Gründe, warum sich diese Spieler für uns entschieden haben. Das Finanzielle, wie oft kolportiert wird, war sicherlich nicht ausschlaggebend, denn da sind wir ganz weit hinter dem TSV Ottersberg! Diese Spieler wollten ein bestimmtes Gewicht haben, das wir ihnen bei uns geben können. Vielleicht wurde in Ottersberg nicht immer richtig zugehört. Doch sprechen die Spieler immer respektvoll von ihrem ehemaligen Verein.

Haltermann:Da muss ich leider in vollem Umfang zustimmen. Wir haben uns hinterfragt und müssen dies auch weiterhin tun, was wir in all den Jahren zuvor richtig gemacht haben, in den letzten beiden aber falsch. Die zahlreichen Weggänge haben uns schon stutzig gemacht. Wir sprechen uns da nicht frei von Schuld, denn vielleicht haben wir es tatsächlich versäumt, immer wieder das Gespräch mit den Spielern zu suchen. In Zukunft müssen wir uns wieder mehr mit ihnen beschäftigen. Bei der heutigen Generation scheint das absolut notwendig zu sein.

Frage: Der TSV Ottersberg hat die ersten vier Punktspiele in den Sand gesetzt, ehe in Bückeburg der erlösende Sieg kam, der krampflösend sein kann. Der Turnerbund wartet indes immer noch auf den ersten Dreier. Welche Rolle werden beide Clubs in dieser Oberliga-Saison spielen?

Kreie:Unser oberstes Ziel als Aufsteiger kann doch nur der Klassenerhalt sein! Doch ich glaube, dass wir als übrigens auch der TSV Ottersberg in der Lage sind, einen einstelligen Tabellenplatz zu erobern. Die Ottersberger werden dabei von dem Vorteil profitieren können, dass sie genau wissen, was auf sie zukommt.

Haltermann: Vor dem Spiel in Bückeburg haben wir ein Essen mit der Mannschaft gehabt, bei dem wir Verantwortliche flammende und aufrüttelnde Reden gehalten haben. Die Spieler scheinen genau zugehört zu haben. Und auch die Tatsache, dass wir den Kader ausgedünnt haben, birgt absolute Vorteile. Das Team wirkte sofort viel entkrampfter. Ob diese Maßnahmen und auch der erste Sieg schon genügend Stabilität verliehen haben, werden wir nach dem Derby wissen.

Frage: Dann mal Butter bei die Fische: Wie wird das mit Spannung erwartete Derby am kommenden Sonntag ausgehen? Ergebnis-Tipps von gewissen Verantwortlichen werden in diesen Tagen ja gern vernommen.

Kreie:Wir haben bisher zwar noch keinen Sieg einfahren können, dennoch bin ich überzeugt, dass wir momentan einen kleinen Tick besser sind als der TSV Ottersberg. Deshalb glaube ich fest an einen Sieg – 2:1.

Haltermann (lacht): Ich habe mir nach dem Hildesheim-Spiel eigentlich geschworen, ab jetzt nicht mehr zu tippen. Bis zu dieser Partie habe ich ja immer für meinen Verein getippt, gegen Hildesheim dann erstmals ein 0:1 vorhergesagt. Das hat Reaktionen hervorgerufen, die ich nicht erwartet habe und teilweise auch nicht verstehen kann. Doch für diesen absoluten Kracher mache ich noch einmal eine Ausnahme und glaube, dass wir in einem großartigen Spiel und nach unglaublichem Kampf mit 2:1 gewinnen werden.

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