Merle und Sören Blumenthal vermissen die gewohnte Hallenluft / In Wechold hat es gefunkt

Der Handball spielt eine besondere Rolle

Der Handball steht bei den Blumenthals klar im Mittelpunkt: Das gilt nicht nur für Sören und Merle, sondern auch für Tochter Lia und eventuell ja auch für Ike.
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Der Handball steht bei den Blumenthals klar im Mittelpunkt: Das gilt nicht nur für Sören und Merle, sondern auch für Tochter Lia und eventuell ja auch für Ike.

Im Leben der Familie Blumenthal spielt der Handball eine ganz besondere Rolle. Schließlich haben sich Merle und Sören nicht nur bei ihrem Hobby kennengelernt, sondern trainieren auch beide eine Mannschaft des TV Oyten. Daher können auch sie eine Rückkehr in die Halle kaum noch abwarten.

Oyten – Die Corona-Pandemie – sie fordert vor allen Dingen im Bereich des Amateursports ihren Tribut. Da bildet auch die Familie Blumenthal aus Oyten keine Ausnahme. Denn sowohl Merle als auch Sören sind im Normalfall als Trainer beim TVO gefordert.

Im Notfall hilft Sören Blumenthal auf dem Spielfeld aus

Auch an ihre aktive Zeit, die für die 35-jährige Merle noch nicht vorbei sein soll, denken die zweifachen Eltern von Lia und der gerade geborenen Ike gerne zurück. „Ich habe diesen geilen Sport nicht umsonst so lange betrieben. Und sollte es in meiner Mannschaft Probleme geben, kehre ich mit Sicherheit noch einmal aufs Spielfeld zurück. Obwohl das eigentlich nicht mehr angedacht ist“, sagt Sören Blumenthal, der die Oytener Reserve in der Regionsoberliga trainiert. Der 39-Jährige hat erst mit 13 beim TV Langen mit dem Handball begonnen. Blickt er jedoch auf seine Highlights zurück, muss er gar nicht so lange zurückdenken. Denn im Aufstiegsjahr des TVO in die Verbandsliga kam der 39-Jährige in der Spitzenpartie gegen Schiffdorf am 20. Dezember 2019 erst im letzten Spielviertel auf die Platte. Trotzdem erzielte er noch fünf Treffer und hatte damit großen Anteil am wichtigen 28:21-Erfolg in der letztlich abgebrochenen Saison.

Ein ständiger Unruheherd für die gegnerischen Abwehrreihen: Oytens Sören Blumenthal.

Aber auch als Co-Trainer von Thomas Cordes in der A-Jugend Bundesliga hat Sören Blumenthal diese ganz speziellen Momente erlebt. Angefangen bei den nervenaufreibenden Relegationsspielen sowie den späteren Heimauftritten der Oytener in der Beletage des Jugendhandballs. Vor allen Dingen zwei Partien sind dem Familienvater dabei im Gedächtnis geblieben: „Die Heimspiele gegen den THW Kiel waren schon etwas Besonderes. Schon die Ankunft des THW mit dem Vereinsbus der Zebras war schon ein richtiger Hammer. Und dann haben wir die Kieler auch noch zweimal geschlagen – unfassbar!“ Auch wenn es in den Auswärtsspielen bei den Füchsen Berlin jeweils nichts zu holen gab, sind auch diese Fahrten in Erinnerung geblieben. „Da haben wir mal ein paar Maßnahmen zum Teambuilding durchgezogen“, gibt Blumenthal mit einem leichten Grinsen zu verstehen. „Das waren schon krasse Jahre auf einer sehr zeitintensiven Etappe in meinem Handballerleben. Allerdings waren diese rundum gelungen“, war das für den Familienvater eher positiver Stress. Ins gleiche Horn stößt auch Thomas Cordes, der ehemalige Cheftrainer der Oytener A-Jugend. „Sören war ein idealer Co-Trainer mit einer guten Expertise, die er in seiner langen aktiven Zeit als Handballer gesammelt hat. Auch zwischenmenschlich ist er eine Rakete. Insbesondere in den Zeiten der Relegation haben wir zur Entspannung auch mal Tennis gegeneinander gespielt. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass Sören meist gewonnen hat. Daher habe ich aus strategischen Gründen Badminton ins Spiel gebracht. Da hatte ich dann meistens die Nase vorn“, lacht Cordes bei der Rückblende. Aber auch in dieser Sportart werde „Schnubbi“ immer besser. Sehr gut kann sich Cordes auch noch daran erinnern, dass sein Co-Trainer während der ersten Relegationsrunde die Folgen einer Schulteroperation wegstecken musste. „Da haben wir Kreisläufer Malte Meyer als seinen persönlichen Pfleger bestimmt. Ein legendärer Evergreen, der immer wieder zur Sprache kommt, weil Malte das damals mit Bravour erledigt hat“, erinnert sich Cordes an die klasse Symbiose des jetzigen Kreisläufers der SG Achim/Baden mit Co-Trainer Blumenthal.

Die Heimspiele gegen den THW Kiel waren schon etwas Besonderes. Schon die Ankunft des THW mit dem Vereinsbus der Zebras war schon ein richtiger Hammer. Und dann haben wir die Kieler auch noch zweimal geschlagen – unfassbar!

Sören Blumenthal

In seiner, von einigen Vereinswechseln geprägten Laufbahn, hat Blumenthal auch diverse Handballschmankerl erlebt. Seit zwei Jahren ist er zudem beim Internationalen Bund als Fachkoordinator für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) sowie den Bundesfreiwilligendienst (BFD) zuständig. „In meinem Job in Bremen bin ich für die Belange der Hansestadt als auch für Niedersachsen Nord zuständig. Die Seminare gebe ich derzeit aufgrund der Corona-Beschränkungen leider nur online.“ Vor seiner Zeit beim TVO spielte er unter anderem für die HSG Schwanewede/Neuenkichen in der Oberliga. Jeweils drei Jahre war der 39-Jährige zudem für den TuS Komet Arsten und TSV Daverden aktiv.

Kennengelernt beim Kleinfeldturnier in Wechold-Magelsen

Für die Familienplanung der Blumenthals bleibt insbesondere das Kleinfeldturnier in Wechold-Magelsen 2009 nachhaltig in Erinnerung. Dort lernte er seine heutige Frau Merle (geborene Horstmann) kennen. Sören Blumenthal, der aushilfsweise für seinen Erstklub TV Lilienthal auflief, grinst im Rückblick auf diese besondere Freilufterfahrung. Auf Bitte des damaligen HSG-Trainers Timo Lütje hütete Merle Blumenthal seinerzeit das Tor der HSG-Damen. „Witzigerweise sind wir beide in der Saison 2007/2008 zur HSG gestoßen. Es hat aber lange gedauert, bis es dann bei uns Klick gemacht hat“, gesteht Merle Blumenthal schmunzelnd ein. Erst 2016 wurde geheiratet. Nachdem Sören ihr zuvor beim Beachhandballturnier in Travemünde einen Antrag gemacht hatte. Dabei war er standesgemäß mit Frack und Zylinder als Zoodirektor ausstaffiert. Als Mannschaftsverantwortlicher der Mannschaft „Zoo, oderWatt ?!“ hatte er durch seine Ausgehuniform die Anführerposition inne.

Da hat Peter Bartniczak noch die Richtung angezeigt. Jetzt gibt Merle Blumenthal den Ton beim TVO III an.

Merle Blumenthal erlernte das Handball-Einmaleins beim TV Oyten

Die Ur-Oytenerin Merle Blumenthal, die in jungen Jahren als dritte Torhüterin im Kader des Drittligateams des TV Oyten stand, geht im Übrigen in ihre dritte Spielzeit als Trainerin des TV Oyten III in der Landesklasse. Die Projektmanagerin im IT-Bereich weiß, dass ihr Projekt mit der Oytener Drittvertretung gut angelaufen ist und sich der Kader in der kommenden Saison mitnichten verstecken müsse. Nicht nur wegen der zu erwartenden namhaften Verstärkungen, die ihren Rückzug aus dem Oberligateam angekündigt haben. Selbst auf das Spielfeld zurückkehren will sie allerdings nur, wenn auf der Ersatzbank ein Co-Trainer zu Verfügung steht. „Sonst macht das keinen Sinn. Doch in dieser Hinsicht sind wir schon in guten Gesprächen. Ich denke, dass ich die Dritte schon gut weiterentwickelt habe und die Aufgabe weiterhin spannend ist“, freut sich Merle auf die neue Saison. Das Handball-Einmaleins erlernte die 35-jährige Rechtshänderin in ihrer kompletten Jugendzeit bei ihrem Heimatverein TV Oyten unter anderem von Trainern wie Matthias Schröder oder Jürgen Prütt. Aufgrund einer Knieverletzung wechselte sie aus dem Tor dann ins Feld. Und nachdem Peter Bartniczak sein Traineramt 2018/19 niederlegte, zeichnet Merle Blumenthal seitdem für die Oytener Drittvertretung verantwortlich.

Also unsere ältere Tochter Lia zeigt sich bereits am Handball interessiert und könnte sogar eine Linkshänderin werden.

Merle und Sören Blumenthal

Nach dem Start bei den Senioren musste Merle Blumenthal eine Knieoperation über sich ergehen lassen. Nach einem Aufenthalt als Au-pair in New York erlag sie vor gut zehn Jahren dann dem Flehen von Timo Lütje zwischen den Pfosten der HSG Cluvenhagen/Langwedel auszuhelfen und kehrte danach als Feldspielerin zum TV Oyten zurück. Im Herzen der Handballhochburg im Nordkreis leben die zweifachen Eltern und verraten: „Also unsere ältere Tochter Lia zeigt sich bereits am Handball interessiert und könnte sogar eine Linkshänderin werden.“ Eine Tatsache, die die beiden Rechtshänder begrüßen wurde. Genau wie ein baldiges Ende der Pandemie. Denn dann könnte die Familie Blumenthal endlich wieder ihrem Hobby nachgehen und die gewohnte Hallenluft schnuppern.

Von Björn Lakemann

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