Etelsens Micha Langreder hadert trotz Fehler des ZDF mit der eigenen Leistung

„Der größte Vorwurf geht an mich“

Da durfte er noch von 25 000 Euro träumen: Gegen Profi Marcel Halstenberg (l.) behauptete sich der Etelser Micha Langreder (Mitte) mit 2:0.
+
Da durfte er noch von 25 000 Euro träumen: Gegen Profi Marcel Halstenberg (l.) behauptete sich der Etelser Micha Langreder (Mitte) mit 2:0.

Etelsen – Der zweite Besuch im Aktuellen Sportstudio – er wird Micha Langreder vermutlich noch ziemlich lange beschäftigen. Schließlich war der Mittelfeldspieler des Fußball-Landesligisten TSV Etelsen mit großen Ambitionen zum Finale an der Torwand nach Mainz gefahren und hatte sich Hoffnungen auf die Siegprämie von 25 000 Euro gemacht. Aber die erfüllten sich nicht. Denn der 26-Jährige musste schon nach dem Halbfinale, dem sogenannten Shootout, die Segel streichen. Kein Wunder, dass die Enttäuschung bei ihm groß war. Dazu gesellte sich aber noch eine große Portion Ärger, da dem ZDF ein Fehler unterlaufen war.

Im Mittelpunkt des Geschehens stand dabei Gjorgji Antoski aus Leverkusen. Neben Micha Langreder einer der zehn Kandidaten. Nachdem sich der Berliner Roy Hanisch mit drei Treffern im Shootout für das Finale und den damit verbundenen Einzug in die Live-Sendung qualifiziert hatte, musste noch der zweite Finalist ermittelt werden. Neben Langreder hatten auch Antoski und Ugur Birdir zweimal getroffen. „Damit kam es zu einem Stechen. In diesem hat dann Antoski zweimal getroffen, während ich die ersten fünf Schüsse ohne Erfolg geblieben bin. Daher war das Ding für mich durch und die Enttäuschung natürlich riesig. Den letzten Schuss habe ich somit abgeschenkt und nicht mal mehr die Wand getroffen“, klärt der Etelser auf.

Das sollte sich im Nachhinein aber noch als Fehler erweisen. Denn wie sich im Studio herausstellen sollte, hätte Gjorgji Antoski gar nicht zum Finaltag eingeladen werden dürfen, da sein Duell Anfang des Jahres gegen Freiburgs Trainer Christian Streich 1:1 geendet war und er somit nicht gewonnen hatte. „Ich mache Gjorgji da überhaupt keinen Vorwurf. Wenn ich vom ZDF eine Einladung bekommen hätte, wäre ich auch gekommen. Es hätte ja auch gut sein können, dass das Teilnehmerfeld noch aufgefüllt werden sollte“, sagt Langreder. Was dann jedoch folgte – es war für den 26-Jährigen nur schwer nachzuvollziehen. Zwar hatte die Redaktion des ZDF ihren Fehler eingestanden, doch für die Ermittlung des zweiten Finalisten benötigte es einige Telefonate. An dessen Ende entschied sich der Sender nach Antoskis Ausschluss für Ugur Bidir, da dieser im Stechen einmal getroffen hatte. Somit hatte Etelsens Langreder das Nachsehen. „Natürlich hat mir das nicht gefallen. Das habe ich den Verantwortlichen auch deutlich gemacht. Schließlich habe ich mich an den zwei Treffern von Gjorgji orientiert. Hätte ich aber gewusst, dass er disqualifiziert wird, hätte ich meinen letzten Schuss sicher nicht abgeschenkt“, war dem 26-Jährigen der Ärger auch Tage später noch deutlich anzuhören. „Ich will ja nicht sagen, dass der letzte Versuch zwingend drin gewesen wäre. Aber zumindest hätte ich noch eine Chance gehabt, um mit einem Treffer ein weiteres Stechen gegen Ugur Birdir zu erreichen.“ Für den Etelser wäre es ohnehin das Fairste gewesen, wenn beide noch einmal sechs neue Schüsse bekommen hätten. Letztlich galt es die Entscheidung des Senders aber zähneknirschend zu akzeptieren. Langreder: „Im Gespräch wurde mir mitgeteilt, dass mir ja kein Nachteil entstanden ist. Denn ich hatte die gleiche Anzahl an Versuchen, wie die anderen Kandidaten.“

Doch auch wenn es noch einige Zeit brauchen wird, bis der Ärger endgültig verflogen ist, stellte Micha Langreder eines ganz klar heraus: „Letztlich muss ich mich an die eigene Nase fassen. Daher geht der größte Vorwurf auch an mich. Ich hatte im Vorfeld wirklich gut trainiert. Leider konnte ich das im Shootout nicht abrufen. Zwar habe ich da zweimal getroffen, doch gerade unten hatte ich doch fest mit drei Treffern gerechnet. Auch wenn gleich zwei Bälle von der Innenkante wieder ins Feld sprangen und somit den Einzug ins Finale verhinderten. Dennoch hatte ich ja noch die Chance im Stechen. Aber da war ich einfach auch nicht gut. Das muss ich fairerweise eingestehen.“

Der Sieg ging letztlich an Roy Hanisch vom Berliner Klub BFC Tur Abdin. Ihm reichte im nötig gewordenen zweiten Durchgang ein Treffer gegen Ugur Bidir. Hinsichtlich der Begleitumstände des Finaltages veröffentlichte der Sender auf seiner Homepage folgende Anmerkung in eigener Sache: Im vorher stattfindenden Torwand-Shootout (dem Halbfinale aller siegreichen Kandidatinnen und Kandidaten) hatte sich ursprünglich Kandidat Gjorgji Antoski für das Finale qualifiziert. Wie sich später herausstellte, war dieser jedoch nicht teilnahmeberechtigt, wurde vom ZDF irrtümlicherweise eingeladen. Antoski hatte sein Original-Torwandschießen im Aktuellen Sportstudio am 18. Januar 2020 gegen Studiogast Christian Streich nicht gewonnen, war somit den Regeln entsprechend auch nicht startberechtigt für das Saisonfinale. Die Redaktion bedauert dieses Versehen. Für Antoski rückte Ugur Birdir ins Finale nach. Er hatte im Halbfinale nach Antoski die meisten Treffer erzielt.

Von Kai Caspers

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Bund und Länder ziehen die Corona-Notbremse

Bund und Länder ziehen die Corona-Notbremse

Was ein gesundes Frühstück ausmacht

Was ein gesundes Frühstück ausmacht

Ganz einfach: So gelingen Ihnen Maronen zu Hause im Backofen - Koch erklärt worauf es ankommt

Ganz einfach: So gelingen Ihnen Maronen zu Hause im Backofen - Koch erklärt worauf es ankommt

So gelingt die perfekte Buttercreme

So gelingt die perfekte Buttercreme

Meistgelesene Artikel

HVN verkündet das Jahres-Aus - Betrieb ruht bis 31. Dezember

HVN verkündet das Jahres-Aus - Betrieb ruht bis 31. Dezember

HVN verkündet das Jahres-Aus - Betrieb ruht bis 31. Dezember
Berlin bremst auch den Fußball ab Montag aus

Berlin bremst auch den Fußball ab Montag aus

Berlin bremst auch den Fußball ab Montag aus
Sportlicher Lockdown im Kreis Verden: Ja oder Nein?

Sportlicher Lockdown im Kreis Verden: Ja oder Nein?

Sportlicher Lockdown im Kreis Verden: Ja oder Nein?
Ab sofort: Kein Fußball auf Kreisebene

Ab sofort: Kein Fußball auf Kreisebene

Ab sofort: Kein Fußball auf Kreisebene

Kommentare