Noch gelassener Stebani verrät: Im schlimmsten Fall greift Quotientenregel

Das passiert beim Worst Case

Dass es wieder einen Lockdown im Fußball geben könnte, davon gehen die Verantwortlichen noch nicht aus.
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Dass es wieder einen Lockdown im Fußball geben könnte, davon gehen die Verantwortlichen noch nicht aus.

Mit Spannung werden die Niedersachsen am Dienstag auf das schauen, was die Landesregierung aufgrund der wieder drastisch steigenden Corona-Zahlen an neuen Einschränkungen verkünden wird. Schon jetzt geht nicht nur im Amateurfußball die Angst um, dass erneut der Worst Case eintritt, wie zu Beginn der Pandemie – Abbruch, aus die Maus!

Verden – Bleibt es bei 3G, oder kommt doch die 2G-Regel – vielleicht im schlimmsten Fall gar die 2G+-Einforderung? Letzteres wäre im Amateursport und vor allem auf den weitläufigen Fußballplätzen wohl nicht mehr zu leisten. Am vergangenen Sonntag machte da schon der Fußball-Bezirksligist TSV Fischerhude-Quelkhorn einen weiten Schritt nach vorn, verlangte beim Einlass zum Derby gegen den SVV Hülsen einen Zertifikats- oder offiziellen Testnachweis von allen Zuschauern, „für die Kabine aber galt nach einer Vorstandsentscheidung schon die 2G-Regel“, so Fischerhudes Fußball-Boss Julian Kallhardt. Auch der Spielausschussvorsitzendes des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV) Jürgen Stebani erklärte am Montag am Telefon, „dass die 2G-Regel zwar nicht schön, aber notwendig ist.“

2G-Regel dürfte im Sport Pflicht werden

Denn die Zahl der Klinik-Einweisungen von Covid-19-Patienten in Niedersachsen steigt fast ungebremst. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz lag am Sonntag bei 5,3 – nach 5,0 am Vortag, teilte das Land auf seiner Internet-Seite zur Corona-Lage mit. So viele Covid-Kranke pro 100 000 Einwohner kamen innerhalb der vergangenen sieben Tage ins Krankenhaus. Das Infektionsgeschehen bleibt ebenfalls angespannt: Die Sieben-Tage-Inzidenz für Niedersachsen sank am Sonntag leicht auf 159,6 – so viele Menschen pro 100 000 Einwohner infizierten sich binnen sieben Tagen laut Robert-Koch-Institut neu mit dem Virus. Bundesweit lag der Wert bei 372,7, so die Recherche der Deutschen Presseagentur (dpa).

Jürgen Stebani

Dass aber dann tatsächlich erneut der Worst Case im Amateurfußball eintreten könnte, daran glaubt Stebani (noch) nicht, sagt: „Wir haben sehr gute Kontakte zur Landesregierung, sind da, was den Fußball angeht, gut vernetzt und sehr schnell informiert, wenn es etwas Neues gibt. Und ich kann Ihnen sagen, dass ich derzeit trotz der negativen Entwicklung keine Magenschmerzen für unseren Fußball in Niedersachsen habe. Wir sehen den kommenden Wochen sehr entspannt entgegen. Ich bin überzeugt, dass wir bis zum Jahresende alle eingeplanten Spiele auch durchführen können.“ Für die Schwarzseher hat Stebani dann ebenfalls schon klare Infos: „Würde im Fußball tatsächlich abgebrochen, wird es dennoch definitiv Absteiger geben. Wir sind doch jetzt schon so aufgebläht – etwas Anderes kann es da gar nicht geben. Wir würden ja sonst platzen!“ Heißt im Klartext: Beim

Funktionäre mahnen zur Ruhe

Worst Case würde die schon einmal angewandte Quotientenregelung greifen, um die festgelegten Auf- und Absteiger zu ermitteln. Dennoch mahnt der Funktionär zur Ruhe: „Ich weiß, einige Vereine sind derzeit schon wieder hypernervös. Und die Medien gießen in dieser Hinsicht noch zusätzlich Öl ins Feuer. Ich habe bereits einige Nachfragen erhalten, ob noch gespielt werden darf. Ich sage da ganz klar: Ja, es darf!“ Allerdings spricht er da nur für den Fußball im Freien – und nur für Niedersachsen.

Kurt Thies

Ins selbe Horn bläst Verdens Fußball-Kreisboss Kurt Thies, der ebenfalls die Ängste bei so manchem Fußballer spürt. „Zum Glück sind wir auf Kreisebene ja fast überall für dieses Jahr schon durch. Gut, dass wir uns durch die vielen Spiele in der Woche einen ordentlichen Puffer verschafft haben. Dafür haben wir damals viel Kritik geerntet, jetzt könnte das unser großes Plus sein. Auch ich bin überzeugt, dass wir den Sport draußen beibehalten werden. Für die Hallen habe ich dagegen eher Bauchschmerzen. Deshalb haben wir ja sämtliche Indoor-Meisterschaften auf Kreisebene schon frühzeitig abgesagt.“

Die 2G-Regel, wie sie die Fischerhuder am Wochenende für den gesamten Kabinentrakt angewandt hatten, finden Thies übrigens auch für alle anderen Vereine vorbildlich. „Das Zeichen, das der große Fußball derzeit sendet, ist kein gutes“, spielt der Kreisvorsitzende auf die „Affäre Anfang“ oder auch auf die zahlreichen ungeimpften Spieler in der Bundesliga an. „Da lob" ich es mir, dass einige Vereine im Amateurfußball es so viel besser machen!“

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