Was macht eigentlich . . . ? Uwe Inderthal wäre wieder bereit für neue Aufgaben

Das Feuer ist noch nicht erloschen

Auch wenn beim Handball aktuell etwas die Luft raus ist, ist Uwe Inderthal nach wie vor in seinem Job extrem motiviert. Allerdings beschränkt sich seine Arbeit in Corona-Zeiten derzeit hauptsächlich aufs Home-Office.
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Auch wenn beim Handball aktuell etwas die Luft raus ist, ist Uwe Inderthal nach wie vor in seinem Job extrem motiviert. Allerdings beschränkt sich seine Arbeit in Corona-Zeiten derzeit hauptsächlich aufs Home-Office.

Jahrelang war Uwe Inderthal ein fester Bestandteil der SG Achim/Baden und trug mit seiner Arbeit zu den bis dato größten Erfolgen der Vereinsgeschichte bei. Seit einigen Jahren ist es allerdings ruhig geworden um den gebürtigen Hessen. Doch die Begeisterung für den Handball ist ungebrochen beim 53-Jährigen. Daher wäre er, wenn das Gesamtpaket stimmt, auch wieder bereit für neue Aufgaben.

  • Als Spielertrainer mit der SG in die 2. Bundesliga aufgestiegen
  • Rückkehr in die Heimat ist noch kein Thema
  • Engagement in der Jugendarbeit wäre durchaus reizvoll

Bremen – In den vergangenen Jahren ist es ziemlich still geworden um Uwe Inderthal. Doch als ihn der Anruf aus der Redaktion erreichte, war der 53-Jährige sofort wieder auf Betriebstemperatur. Zur Begrüßung gab es gleich mal ein freundliches „Moin Pressefuzzi“, ehe ganz schnell ausgiebig über gemeinsame alte Zeiten in Verbindung mit der SG Achim/Baden gequatscht wurde.

Im Trikot des TSV Dutenhofen wurde Uwe Inderthal unter anderem Torschützenkönig der 2. Bundesliga-Süd.

Der gebürtige Hesse hatte das Handballspielen in der Jugend beim TSV Dutenhofen begonnen und gewann mit der B-Jugend unter anderem die Deutsche Meisterschaft. Auch bei den Herren war er eine feste Größe und führte die Mannschaft sechs Jahre lang als Kapitän aufs Feld. „Gleich dreimal haben wir mit unserer Truppe nur ganz knapp den Aufstieg in die 1. Bundesliga verpasst. Das war schon bitter“, erinnert sich Inderthal gerne an die erfolgreichen Zeiten zurück. Vor der Saison 1995/96 wechselte der gelernte Mittelmann zum VfL Fredenbeck, mit dem er den Aufstieg in die Bundesliga schaffte. Im Anschluss ging es zum TV Grambke in die 2. Liga, ehe er 1997 seine Profikarriere beendete und für die SG Achim/Baden als Spielertrainer aktiv war.

Auch dort stellten sich relativ schnell die ersten Erfolge ein, wobei sich sowohl die Achimer Spieler als auch die SG-Fans zunächst einmal an den überaus temperamentvollen Hessen gewöhnen mussten. Denn der war alles andere als ein ruhiger Vertreter seiner Zunft. Mitunter glich Inderthal an der Seitenlinie dann auch mehr Rumpelstilzchen, als einem Trainer. Aber auch heute steht der 53-Jährige, der nun schon seit über 20 Jahren in Bremen wohnt, zu seinem Naturell. „Ich bin schon immer einer gewesen, der offen und ehrlich seine Meinung sagt. Natürlich war das für die Spieler in gewissen Situationen nicht immer einfach, wenn ich ihnen nach dem Spiel mal eine klare Ansage gemacht habe. Aber damit war es für mich dann auch erledigt. Denn ich bin nicht nachtragend“, würde sich Inderthal für ein neues Angebot nicht verbiegen wollen. Zumal der Hesse mit der heutigen Trainergeneration oftmals nicht ganz so viel anfangen kann: „Viele von ihnen sagen doch zu allem nur noch Ja und Amen. Dafür habe ich kein Verständnis.“

Mit dieser Mannschaft schaffte Uwe Inderthal (oben links) zum zweiten Mal als Trainer mit der SG Achim/Baden den Aufstieg in die 2. Handball-Bundesliga.

Nachdem sich Uwe Inderthal in Achim akklimatisiert hatte, ließen die ersten Erfolge nicht lange auf sich warten. In der Saison 2002/03 feierte er unter anderem an der Seite von Matthias Brandt, Tobias Naumann und Cord Katz in souveräner Manier die Meisterschaft in der Regionalliga Nord und sorgte somit für den bis dato größten Erfolg in der SG-Vereinsgeschichte – den Aufstieg in die 2. Bundesliga. „Leider ist die Saison dann nicht so gelaufen, wie wir uns das erhofft hatten“, erinnert sich Inderthal nur äußerst ungern zurück. Bitteres Ende einer völlig verkorksten Saison: Inderthal wurde vorzeitig als Trainer gefeuert und der Abstieg konnte trotzdem nicht vermieden werden. Der 53-Jährige blieb der SG aber als sportlicher Leiter erhalten. In der Saison 2005/2006 gelang erneut der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Und wieder hieß der Trainer Uwe Inderthal. Doch 2006 hatte sich das Kapitel Achim/Baden nach seiner zweiten Kündigung dann endgültig für den Hessen erledigt. Was folgte, waren erfolgreiche Engagements beim SV Beckdorf und beim VfL Fredenbeck, ehe Inderthal auch beim VfL im Dezember 2013 seinen Hut nehmen musste. „Natürlich hat es danach noch einige Angebote gegeben. Unter anderem aus meiner Heimat. Aber ich fühle mich sehr wohl in Bremen und habe zudem zwei Töchter, um die ich mich kümmern will“, kam eine Rückkehr nach Hessen für den zweifachen Vater nicht in Frage. „Außerdem habe ich gemerkt, wie schön das Leben ohne die Doppelbelastung sein kann. Denn durch meine Selbstständigkeit und die immensen Fahrten habe ich erst in der handballfreien Zeit gemerkt, wie kaputt ich eigentlich bin. Daher habe ich mich dann auch in erster Linie auf den Beruf konzentriert“, erläutert der 53-Jährige, der für American Express im norddeutschen Raum im Geschäftssegment tätig ist.

Doch auch nach nun sieben Jahre Pause ist der Handball weiterhin ein ständiger Begleiter Inderthals. „Ich gucke nicht nur die Spiele im Fernsehen, sondern lese auch mit Begeisterung die Handballwoche. Und der Kontakt zu den Spielern ist zwar etwas weniger geworden, aber abgerissen ist er nie. Daher wäre ich einem Angebot, solange das Gesamtpaket stimmt, auch nicht abgeneigt“, gibt der Hesse zu verstehen. Dass ihm die lange Pause geschadet haben könnte – davon will Inderthal partout nichts wissen. „Mit Ausnahme des siebten Feldspielers, von dem ich kein Fan bin, hat sich doch nicht viel verändert. Und das Beispiel Martin Schwalb zeigt doch, dass der Handball nicht neu erfunden werden muss. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass ich mich in der Jugendarbeit engagiere. Aber es muss passen. Denn wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig!“

Auf der Finnbahn dreht Uwe Inderthal mindestens dreimal in der Woche seine Runden.

Um sich fit zu halten hat Inderthal unter anderem mit Tennis angefangen. „Aber das schaffe ich aktuell aus zeitlichen Gründen nicht mehr. Daher gehe ich nun drei bis viermal in der Woche im Bürgerpark joggen. Denn ohne Sport geht es einfach nicht.“

Von Kai Caspers

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