Fußball-Profi aus Ottersberg gilt als gesetzt

Rafael Czichos: „In Köln taucht man in eine ganz andere Welt ein“

+
Der 1. FC Köln hat seine ganz eigene Fan-Kultur. Dem Vorbereitungstraining zur neuen Saison wohnen derzeit fast täglich Tausende bei. Und als Simon Terodde (l.), Rafael Czichos sowie Lasse Sobiech (r.) das Trainingsgelände verlassen, nehmen sie die Spieler wie selbstverständlich in ihre Mitte, geben quasi Geleitschutz bis zu den Kabinen.

Köln/Ottersberg - Von Frank von Staden. Für Rafael Czichos geht es derzeit Schlag auf Schlag. Gerade noch verpasste der Ex-Ottersberger als Kapitän und Galionsfigur mit Holstein Kiel hauchzart den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga, nun bereitet er sich auf den zweiten Anlauf vor – allerdings beim Traditionsverein 1. FC Köln. 

Der eiste den 28-Jährigen für eine kolportierte Summe von 1,8 Millionen plus 500.000 Euro Bonuszahlung bei erreichtem Aufstieg von den Störchen los und stattete ihn mit einem Vierjahresvertrag aus. Welch ein Vertrauensbeweis.

Oder war es eher Weitsicht? Denn glaubt man den Aussagen der Experten wie Kölns Geschäftsführer Armin Veh oder auch Trainer-Ikone Benno Möhlmann, dann hat der FC „den herausragendsten Innenverteidiger“ der vergangenen Zweitliga-Saison verpflichtet, dessen Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft scheint. 

Einen, dem schon jetzt eine Startelf-Garantie bei den Domstädtern vorhergesagt wird. So erklärte Möhlmann kürzlich auf Sky Sport News HD: „Der Verlust von Duksch und Drexler hat den Kielern sehr weh getan. Doch mit der Verpflichtung von Czichos haben die Kölner den Kielern das Herz herausgerissen!“ Diese Aussagen schmeicheln Czichos zwar, doch er weiß auch, dass er in seiner neuen Heimat liefern muss: „Sicher kann ich meine Erfahrung einbringen. Doch ich denke nicht, dass ich hier eine Stammelf-Garantie habe!“

Czichos kennt Anfang aus Kieler Zeiten

Obwohl er momentan der einzige Akteur ist der weiß, wie der neue Coach Markus Anfang tickt, welch ein Spielsystem dieser bevorzugt. Immerhin war Czichos zu Kieler Zeiten dessen verlängerter Arm. Dass beide quasi im Paket von der Förde abgeworben wurden, dementiert Czichos aber beharrlich: „Nein, ein loser Kontakt zum 1. FC Köln bestand schon länger. Mit dem Trainer habe ich erst nach der Saison über den FC gesprochen!“

Dass es in der Domstadt dabei sehr viel hektischer zugeht als im eher beschaulichen Kiel, erfährt Rafael Czichos seit seinem ersten Tag in der Rhein-Metropolo, die den „Effzeh“ regelrecht inhaliert zu haben scheint. „In Köln taucht man in eine ganz andere Welt ein. Natürlich ist das gegenüber Holstein Kiel noch einmal eine enorme Steigerung. Vor allem was die Fan-Kultur betrifft.“ So weilten zum Auftakttraining Tausende auf dem Vereinsgelände. Vergessen, fast wie ausgelöscht scheint da die schwarze Vorsaison der Geißböcke.

Sein Klub gibt sich die größte Mühe, dass die Eingewöhnung in das neue Umfeld so seicht und schonend wie möglich verläuft. Allerdings hilft da auch ein Kumpel aus den Zeiten (2010 – 2012), als der Linksfuß noch beim VfL Wolfsburg II spielte – Patrick Helmes. Der einstige Bundesliga-Goalgetter und gebürtige Kölner wurde damals in die VfL-Reserve verbannt und schloss schnell Freundschaft mit „Rafa“.

Freundin und Sohn ziehen mit

Gold Wert scheint auch, dass Freundin Ilona und Söhnchen Ben den Weg schon mit in die Großstadt gemacht haben. „Ich bin nun mal ein Familienmensch. Mir geht es sehr viel besser, wenn beide bei mir sind“, sagt Czichos, der momentan aber noch aus dem Koffer in einem Kölner Hotel lebt. „Wir suchen mit Hochdruck nach einer passenden Wohnung.“

Fast hätten sich die Drei diese in Hamburg suchen können. Doch kam das Interesse des Mitkonkurrenten auf den sofortigen Wiederaufstieg zu spät, waren die Gespräche mit den Kölner da schon weit fortgeschritten. „Ja, aus Hamburg gab es eine konkrete Anfrage sowie auch Gespräche mit Trainer Christian Titz und dem neuen Sport-Chef Ralf Becker, der ja aus Kiel an die Elbe ging. Es ehrt mich, dass der HSV Interesse hatte, aber ich musste auf mein Gefühl hören“, so Czichos.

Und wer weiß, wenn der im saudi-arabischen Dschidda geborene Blondschopf die doppelte Staatsbürgerschaft gehabt hätte. Vielleicht wäre der spielstarke Innenverteidiger Anfang Juni nicht bei den Kölnern zum Trainingsauftakt erschienen, sondern mit den Saudis bei der Weltmeisterschaft in Russland gestartet. 

Bei diesem Thema grinst der Neu-Rheinländer, klärt dann sachlich auf: „Fakt ist, dass ich nie eine offizielle Anfrage vom saudischen Verband erhalten habe. Allerdings haben zuletzt immer wieder Kontaktmänner des Verbandes versucht, mich in die Nationalmannschaft zu bringen. Das war aber irgendwie nie eine Sache für mich. Nicht zuletzt auch aus religiösen Gründen.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Amazonas: Brasiliens Polizei ermittelt gegen Brandstifter

Amazonas: Brasiliens Polizei ermittelt gegen Brandstifter

Freiwillige Feuerwehr Kirchwalsede feiert 100-jähriges Bestehen

Freiwillige Feuerwehr Kirchwalsede feiert 100-jähriges Bestehen

Wer die Museumsbahnen in Deutschland am Laufen hält

Wer die Museumsbahnen in Deutschland am Laufen hält

Reisegarten am Delmequell eröffnet

Reisegarten am Delmequell eröffnet

Meistgelesene Artikel

Littmann – ein Kandidat für Uphusen

Littmann – ein Kandidat für Uphusen

Große Sorgen vor dem Start

Große Sorgen vor dem Start

TV Oyten macht künftig linke Sachen

TV Oyten macht künftig linke Sachen

„Blöder Sonntag“

„Blöder Sonntag“

Kommentare