Aufwand ist kaum zu leisten

2G-Plus-Regel: Amateursport vor dem Aus

Die Fitnessstudios haben vom Verdener Gesundheitsamt das Go bekommen, selbst zu testen.
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Die Fitnessstudios haben vom Verdener Gesundheitsamt das Go bekommen, selbst zu testen.

Die 2G-Plus-Regel dürfte für den Amateursport das Aus bedeuten. Denn die Vorgaben des Bundes sind für fast alle Vereine einfach nicht mehr umzusetzen, die Kontrollen einfach zu schwierig. Aufatmen dürfen allerdings die Fitnessstudios. So teilte das Gesundheitsamt Verden am Dienstag mit, dass diese ihre Mitglieder selbst testen dürfen.

Verden – Und weiter hält Corona alles fest im Würgegriff. Überall. Auch im Sport. Und der droht sich die nächsten kräftigen Beulen abzuholen. Die Handball-Region hat bereits wieder vor dem Virus kapituliert, der Verband wird aller Voraussicht nachziehen. Und auch den Fitnessstudios könnte ab Mittwoch bei der Einführung der 2Gplus-Regel der Kollaps drohen.

Die neue Anordnung für den Sport ab diesem Mittwoch besagt: 2G (noch) im Außenbereich. Also auf den Fußballplätzen zum Beispiel. Für Spieler und Zuschauer. 2Gplus gilt dann für alle Sportarten, die in geschlossenen Räumen ausgetragen werden.

Noch 2G auf den Fußballplätzen

„2G-plus – ja plus was denn genau?“, lautete in den letzten Tagen immer wieder die meist gestellte Frage. Dass das Plus „getestet“ heißt, wissen fast alle. Doch welcher Test ist gefordert? Der sehr genaue PCR-Test, der antigene Schnelltest oder reicht der Selbsttest, den es überall zu kaufen gibt? Das Gesundheitsamt lässt da auf seiner Homepage im Grunde nur eine Antwort zu: Es reicht ein beglaubigter Schnelltest, daheim gemachte Selbsttests haben keine Gültigkeit.

Seit dem 13. November 2021 können wieder alle Bürgerinnen und Bürger mindestens einmal wöchentlich einen kostenlosen Antigen-Schnelltest durchführen lassen. Die Tests können wie bisher beispielsweise in Testzentren, in Arztpraxen oder auch Apotheken erfolgen. Ihre Gültigkeit beträgt im Gegensatz zum deutlich sichereren PCR-Test (48 Stunden) nur 24 Stunden. Antigen-Schnelltests auf das Coronavirus, auch Schnelltests genannt, werden ausschließlich von geschultem Personal vor Ort durchgeführt und ausgewertet. Heißt also im Klartext: Wer eine Handball-, Volleyball- oder auch eine andere Sportveranstaltung am Wochenende besuchen möchte, muss geimpft oder genesen sein und zusätzlich einen offiziellen Testnachweis am Eingang vorlegen.

Corona-Selbsttests verlieren ihre Gültigkeit

Noch einmal: Davon zu unterscheiden sind Antigen-Selbsttests, die für Privatpersonen zur Eigenanwendung zertifiziert sind, die aber vom Gesundheitsamt in der momentanen Lage nicht anerkannt sind und somit auch bei sämtlichen Sportveranstaltungen keine Gültigkeit haben. „Doch will sich das jeder Sportbegeisterte zukünftig antun? Ich glaube eher nicht. Ich habe schon einige Rückmeldungen von Kunden bekommen, die dazu einfach nicht bereit sind und deshalb eher unserem Studio fernbleiben wollen. Wir kämpfen darum, dass wir hier bei uns irgendwie vor Ort testen können. Wir haben durchaus Mitarbeiter, die darin schon erprobt sind. Bekommen wir das nicht hin, dürfte die Luft für unsere Branche schon sehr, sehr dünn werden“, so Norman Heller von Fitnessstudio Enjoy in Oyten.

Noch drastischer formulierte es Torsten Hass vom Tamado in Achim: „Das wird ein Fitnessstudio-Sterben auf Raten. Denn dieses Szenario werden viele nicht noch einmal durchstehen können. Ich bekomme in den letzten Tagen reichlich Post – alles Kündigungen! Eine Katastrophe, es ist der blanke Wahnsinn!“

Fitnessstudios dürfen ihre Mitglieder selbst testen

Der Besitzer des Achim-Badener Squash-Centers, Peter Berleth, der einen Teil seiner Räumlichkeiten in ein offizielles Corona-Testzentrum umgebaut hat, wollte da für seine Sporthalle noch nicht völlig schwarzmalen: „Ich will nicht jammern. Der Gastronomie geht es doch noch viel, viel schlechter. Denn für sie gibt es kaum Hilfen. Doch ich weiß, dass einige meiner Mitbewerber hart zu kämpfen haben. Ich wünsche allen aus vollem Herzen, dass auch sie weiter kämpfen werden! Ich habe für mich beschlossen, dass dieses Virus mich nicht killen wird. Mich nicht! Wir sollten alle weiter hart am Ball bleiben.“

In Sachen Testzentrum rutschte er dann aber durchaus ins Negative ab, sagte: „Wir sind dieser Testwelle kaum noch gewachsen, haben unsere Zeiten bis zum Machbaren ausgedehnt. Mein Team steht gerade an der Grenze des Machbaren! Es soll nur noch getestet werden, doch gibt es dafür viel zu wenig Kapazitäten.“ Was bedeutet, dass sich zur Wartezeit auf das Testergebnis (15 - 20 Minuten) eine nicht unbeträchtliche Zeit des Wartens vor den Toren des Squash-Centers dazu addiert.

Und das ist auch die Rechnung der zahlreichen Sportler, die ja vor jedem Studiobesuch oder vor jeder Trainingseinheit ein Testzentrum, Apotheke etc. anlaufen müssten. Eine, zwei Stunden Wartezeit für rund eineinhalb Stunden Sport?

Nein danke!

Dokument gilt 24 Stunden lang

Ulf Neumann, Pressesprecher des Verdener Gesundheitsamts, gab am Dienstag aber zumindest etwas Entwarnung. Er verwies dabei auf den Paragrafen 7 der aktuellen Coronaordnung: „Die 2Gplus-Regel könnte bei Sportveranstaltungen und auch bei Mitgliedern von Fitnessstudios unter Aufsicht vor Ort durchgeführt werden. Wichtig ist, dass alles der Veranstalter selbst oder von ihm beauftragte Dritte dokumentieren. Und dass der Test vor der Sportfläche, also in der Vorhalle oder am Empfang des Studios, durchgeführt wird. Erst dann darf die Umkleide betreten werden.

Norman Heller atmete nach Erhalt der Nachricht erst einmal durch, sagte: „Wir haben ja schon in der 3G-Regelung viel bei uns getestet, haben daher noch alles Notwendige. Und auch die notwendigen Formulare.“ Denn Neumann machte klar: „Wer sich im Studio oder bei einer Sportveranstaltung offiziell testen lässt, kann das dann erhaltene Dokument auch für alle anderen Veranstaltungen für die nächsten 24 Stunden nutzen!“

Ob aber die zahlreichen Vereine im Landkreis dazu in der Lage sein werden, ist eher zu bezweifeln

Ab Mittwoch, 1. Dezember 2021, wird es in Niedersachsen weitgehende Einschränkungen bis hin zur 2g plus-Regel geben, bei der zusätzlich zum geimpft oder genesenen Status ein aktueller Corona-Test vorgelegt werden muss. 

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