Ottersbergs Matchwinner beim 2:1 über Egestorf: „Froh, dass ich helfen kann“

Corando: Erstes Spiel, erstes Tor – und erste Rote Karte

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Zeigte höchsten Einsatz – bis hin zur Roten Karte: Adan Marin Corando (Mitte) traf zum Ottersberger 2:1-Sieg. ·

Ottersberg - Von Ulf von der EltzNach 30 Minuten hätte jeder noch einen klaren Auswärtssieg getippt – am Ende feierten die Fans einen nicht für möglich gehaltenen Erfolg ihrer Elf: Mit dem 2:1 (1:1) gegen den 1. FC Germania Egestorf-Langreder gelang dem TSV Ottersberg gestern in der Oberliga eine dicke Überraschung. Und den dreifachen Punktgewinn haben sich die Wümme-Kicker durch eine hervorragende zweite Halbzeit auch redlich verdient.

Allen voran ein Neuzugang, der fast zum tragischen Helden geworden wäre: Adan Martin Corando erlebte bei seiner Premiere eine Achterbahnfahrt. Der 23-jährige Amerikaner, der wie exklusiv berichtet den Weg über die 1. bosnische Liga durch einen Freund nach Ottersberg gefunden hatte, markierte zunächst in überragender Manier den 2:1-Siegtreffer (51.), flog dann in der 73. Minute nach unnötiger Attacke gegen Jan Baßler mit Rot vom Platz und zitterte bis in die Nachspielzeit mit seinen Kollegen.

Dann durfte der Matchwinner aufatmen, blieb aber bescheiden: „Ich bin einfach froh, dass ich dem Team helfen kann.“ Dabei sah sich der Stürmer zu Unrecht von Schiri Hannes Saul (Bremervörde) vorzeitig unter die Dusche geschickt: „Eine zu harte Entscheidung, Gelb hätte auch gereicht.“ Axel Sammrey hatte das indes kommen sehen: „Ich wollte ihn auswechseln, weil ich gemerkt habe, dass er müde wurde. Hoffentlich lässt der Schiri im Bericht Milde walten, damit Adan nicht zu lange ausfällt.“ Ein Lob kassierte Corando dennoch vom Coach: „Bis dahin hat er seine Sache gut gemacht.“

Vor allem die zweite Halbzeit zeigte, dass sich der Neue schon richtig gut ins Team eingefunden hat. Er wurde gesucht, setzte entscheidende Akzente – und dürfte so zu einer erheblichen Bereicherung der Offensive werden. Wobei Corando seiner Elf noch einiges zutraut: „Wir hatten am Anfang einige Verletzte, jetzt hat der Trainer endlich wieder Alternativen. Die Mannschaft kann noch viel erreichen, aber es muss step by step gehen. Und für mich ist es einfacher geworden, mich reinzufinden nach zwei Monaten gemeinsamen Trainings.“

Dass der Angreifer mit dem TSV den unverhofften Dreier einfahren würde, hatte zunächst keine erahnen können. Von Beginn an dominierten die Gäste mit druckvollem Spiel, auffallend war ihre Überlegenheit bei Kopfbällen, mit denen sie immer wieder gefährlich vors Tor kamen. „Da hatten wir unsere Probleme, ein 0:2-Rückstand wäre möglich gewesen“, konstatierte Sammrey. Glücklich schätzte sich der Coach, dass Tim Eggert das mehrfach verhinderte, seine beste Tat zeigte der Keeper gegen Schierholz, der aus fünf Metern frei zum Schuss kam (6.). Nach einem der verlorenen Kopfbälle wusste sich Dragan Muharemi gegen Kelle nur mit einem Foul zu helfen, den Strafstoß nutzte Schierholz zum 0:1 (22.).

Nach rund 30 Minuten kamen die Ottersberger besser ins Spiel, wurden mutiger und hatten noch vor der Pause überraschend Erfolg: Im Anschluss an einen Pfostenschuss von Patrick Peter fasste sich Stefan Denker ein Herz und drosch die Kugel trocken zum 1:1 in die Maschen (40.). Zu der mutigeren Spielweise waren die Platzherren von Egestorf aber förmlich „gezwungen“ worden, denn nach der Führung stellte das Team unverständlicher Weise sein Wirken ein.

Das nutzten die Wümme-Kicker in Hälfte zwei prima aus, hebelten mit ihren Kurzpässen die FC-Abwehr ohne Gegenwehr aus. Sammrey lobte: „Das war kämpferisch nicht zu toppen.“ Einziger Makel: Trotz Unterzahl fuhr die Heimelf zahlreiche Konter, die aber nicht richtig ausgespielt wurden. Das Eintrittsgeld wert war indes der Siegtreffer: Corando erkämpfte sich im Mittelfeld den Ball, spielte raus zu Patrick Peter, um dann dessen Hereingabe ins Netz zu spitzeln (51.).

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