Rot gegen Chwolka „der Genickbruch“

Verdens Verteidiger Burford markiert beide Tore beim 2:1-Derbysieg über Rotenburg

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Steen Burford (r.) war der Mann des Derbys. Der Verteidiger erzielte beide Tore und wurde dementsprechend gefeiert.

Verden - Von Matthias Freese. Yannick Chwolka war wie abgetaucht – verhüllt in seiner viel zu großen Winterjacke, die Kapuze über den Kopf gezogen. Die Rote Karte, die sich der linke Außenverteidiger des Rotenburger SV in der 72. Minute des Derbys beim FC Verden 04 abgeholt hatte, „hat uns das Genick gebrochen“, fand sein Trainer Tim Ebersbach. Und auch Verdens Coach Sascha Lindhorst wusste: „Das hat uns in die Karten gespielt.“ In Überzahl gelang den Allerstädtern noch der 2:1 (0:0)-Sieg in der Fußball-Landesliga. Matchwinner war ebenfalls ein Defensivmann: Steen Burford drehte mit seinen beiden Toren den 0:1-Rückstand.

Während Verden mit dem vierten Sieg in Serie auf Platz sieben klettert, liegt der RSV als Neunter nur noch zwei Punkte vor den Abstiegsplätzen. „Zwei Standards!“, wiederholte sich Ebersbach schon während des Spiels mehrfach und ärgerte sich maßlos über die Gegentore, die beide durch Freistöße von Philipp Breves eingeleitet wurden. Beim 1:1 segelte RSV-Keeper Henner Lohmann am Ball vorbei, sodass Burford zum Zuge kam. Stefan Denker startete noch einen Rettungsversuch und drosch den Ball an die Lattenunterkante, doch Assistent Stephan Niemeyer zeigte sofort an, dass er die Linie bereits überschritten hatte (62.). „Vom Gefühl her muss er drin gewesen sein“, räumte auch der Rotenburger Mittelfeldspieler ein. Fragwürdig wie so manche Entscheidung des Unparteiischen Axel Martin (TSG Nordholz), der auch gerne mal einen Vorteil wegpfiff, war der Freistoß vor dem 2:1. Dieses Mal blieb Lohmann auf der Linie, parierte den Kopfball von Nick Zander, war aber bei Burfords Nachschuss machtlos (82.). Zwischen beiden Treffern hatte sich der RSV durch den Chwolka-Platzverweis – er hatte sich für ein Foul von Ibrahim Koua „revanchiert“ – selbst geschwächt. Der Vorteil der Führung war verspielt. Kurz nach der Pause hatte Stefan Denker per Strafstoß getroffen, nachdem Verdens Schlussmann Bastian Rosilius Yannick Chwolka aus dem Tritt gebracht hatte (49.). „Ein Elfmeter ist das schon, aber ich habe noch die Arme weggezogen“, meinte der Keeper. „Wenn Rotenburg 1:0 führt, dann noch defensiver spielt und lauert, wird es schon schwer. Es mussten also Standards herhalten“, war Lindhorst dementsprechend froh über den Ausgang und lobte insbesondere seinen rechten Außenverteidiger Bjarne Geils.

Schon in der ersten Halbzeit hatten beide Teams zwar beste Möglichkeiten besessen, vor rund 180 Zuschauern allerdings eine schwache Landesligapartie geboten. „Ein Katastrophenspiel mit krassen Fehlern auf beiden Seiten“, fand Ebersbach. Verden war präsenter, versuchte es aber zu oft mit langen Bällen. Zwei Mal parierte Lohmann glänzend gegen den stets gefährlichen 14-Tore-Sturm mit Zander und Zimmermann (23./33.). Der RSV hatte wiederum eine hohe Fehlpassquote, war nicht aggressiv genug und offenbarte im Mittelfeld zu große Löcher. Hier hatte Ebersbach Waldemar Wart als Sechser den Vorzug vor Michel Müller gegeben, doch der Ex-Verdener wusste nicht zu überzeugen. Klappte es mit dem Umschaltspiel doch mal, brannte es. Eine frühe Chance von Karol Karpus klärte dabei der spätere Matchwinner Burford auf der Linie (7.). Mit dem Schlusspfiff lag der Ausgleich für die Gäste noch einmal auf den Füßen von Arthur Bossert. Doch Rosilius parierte den Schuss aus 14 Metern und garantierte seinem Team damit den Derbysieg.

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