„Absage nach Herpes-Ausbruch einzig richtige Entscheidung“

Boris Kapp fordert verpflichtende Impfung

Boris Kapp, Reiter vom RV Sottrum, beim Springen.
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Hält Absagen für richtig – und fordert eine verpflichtende Impfung der Pferde: Boris Kapp vom RV Sottrum.

Höperhöfen/Verden – Die rasche Entscheidung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), als Reaktion auf den Herpes-Ausbruch in Valencia alle nationalen Turniere bis einschließlich 28. März abzusagen, betrifft auch Boris Kapp aus Höperhöfen. Der Springreiter des RV Sottrum befand sich gerade auf dem nationalen Late-Entry-Turnier in Riesenbeck, als er die Nachricht erhielt.

„Ich habe mich direkt auf den Rückweg begeben, denn die Entscheidung ist die einzig richtige!“, betonte Kapp am Mittwoch.

Der Ausbruch des Equinen Herpesvirus (EHV-1) beim spanischen Reitturnier CES Valencia hatte wie bereits berichtet weitreichende Konsequenzen nach sich gezogen. Nach dem Beschluss des Weltverbandes FEI, bis einschließlich 28. März alle Pferdeveranstaltungen in zehn europäischen Ländern abzusetzen (wir berichteten), verfügte dies nun auch die FN für nationale Events.

FN folgt der FEI und sagt alle nationalen Events bis 28. März ab

Sie hat in den vergangenen Tagen alle deutschen Teilnehmer des Valencia-Turniers kontaktiert und darüber aufgeklärt, welche Infektionsschutzmaßnahmen auf der Heimreise sowie nach der Reiserückkehr zu beachten sind. Nach aktuellem Stand stehe fest, dass vier deutsche Pferde dem Virus zum Opfer gefallen sind.

Über die FN-Entscheidung hinaus schließt das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) den Bundesstützpunkt in Warendorf für externe Pferde und sagt alle zentralen und dezentralen Sichtungslehrgänge sowie das HGW-Bundesnachwuchschampionat der Springreiter ab. In Abstimmung mit den Zuchtverbänden werden auch die im März anstehenden Sportprüfungen für Hengste und Körungen verschoben. Die FN sowie ihre Mitglieds- und Anschlussverbände empfehlen dringend, alle sonstigen Veranstaltungen (etwa Lehrgänge), bei denen Pferde aus verschiedenen Beständen zusammenkommen, abzusagen. Laufende Veranstaltungen sollen gestoppt werden, um einer Ausbreitung des Virus vorzubeugen. Das Training im heimischen Verein oder Betrieb ist davon ausgenommen, auch wenn dazu das Pferd transportiert werden muss.

Zurück zu Kapp: Alle Pferde aus seinem Stall werden zunächst für vier bis fünf Wochen in Quarantäne gehalten. Er reitet die Tiere auch weiterhin, achtet in dieser Zeit aber besonders darauf, dass keine fremden Pferde auf den Hof kommen und die eigenen pro Tag zweimal auf Fieber getestet werden. Die Daten werden akribisch dokumentiert. Sollte es nur zu leichten Abweichungen von der Normaltemperatur von 37 Grad kommen, könne dies ein Anzeichen für eine Herpes-Erkrankung sein.

 „Diese Impfung kostet etwa 100 Euro, schützt die Ställe vor dem Virus und steht finanziell in keinem Verhältnis zu dem hohen Wert eines Turnierpferdes.

Springreiter Boris Kapp untermauert seine Forderung nach Pflicht-Impfungen gegen Herpes

Zwar laufen viele Infektionen unbemerkt ab, jedoch behalten die Pferde die Viren nach einem Verlauf lebenslang in sich und können diese weiter übertragen. Daher ist es wichtig, dass die Tiere regelmäßig geimpft werden – nämlich zweimal im Jahr. „Diese Impfung kostet etwa 100 Euro, schützt die Ställe vor dem Virus und steht finanziell in keinem Verhältnis zu dem hohen Wert eines Turnierpferdes“, spricht sich Kapp ganz deutlich für diese Maßnahme aus.

Dass ein Nadelstich hier durchaus hilfreich ist und dadurch Leben schützt, ist nachvollziehbar – eine ausbleibende Verpflichtung sei daher umso unerklärlicher, findet Kapp: „Das Mittel ist ja vorrätig und eine Pflicht zur Impfung besteht bereits seit Längerem auf Rennbahnen. Wieso zieht man das also nicht durch den gesamten Pferdesport.“ Das Problem mit dem Herpes-Virus ist kein neues und das Wissen über die Krankheit groß. Daher zeigt sich Kapp vorsichtig optimistisch und will die Lage auch nicht zu sehr dramatisieren: „Wenn das jetzt alle gut managen und sich an die Quarantäne halten, sind wir da in vier bis fünf Wochen durch. Die Hoffnung besteht, wir wissen ja, was zu tun ist.“

Von Hendrik Denkmann

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