Höperhöfener Boris Kapp plant auf seiner Anlage ein virtuelles Online-Turnier

Boris Kapp: „Eine tolle Sache“

Boris Kapp will auf seiner Anlage ein virtuelles Online-Turnier ausrichten. Foto: privat

Höperhöfen – Gina-Maria Schumacher, die Tochter der Formel Eins Legende Michael Schumacher ist eine sehr gute Springreiterin, aber noch wesentlich erfolgreicher im Westernreiten, denn sie war dort in der Disziplin Reining sogar schon Weltmeisterin. Sie brachte jetzt den Höperhöfener Boris Kapp auf die zündende Idee eines Online-Reitturniers.

Die Familie Schumacher hat seit längerer Zeit Pferde bei Boris Kapp im Training und Tochter Gina-Maria fährt, wenn es ihre Zeit erlaubt, auch ab und an mit dem Höpenhöfener zu Reitturnieren. Anfang März war sie bei einem der letzten Turniere vor der Corona-Pause mit dem 42-Jährigen bei Ludger Beerbaum in Riesenbeck erfolgreich am Start. „So ein virtuelles Online-Reitturnier sollte nicht nur wie bisher im Westernreitsport, sondern auch im Spring- und Dressursport möglich sein“, war Boris Kapp sofort hellhörig und von der Idee begeistert.

Der Höpenhöfener brachte in Erfahrung, dass sich auf dem Gebiet von Online-Turnieren der in Uthlede bei Bremen geborene Volker Wulff, Gesellschafter der Firma Equi-League und Veranstalter vieler pferdesportlicher Events weltweit, so unter anderem auch des Hamburger Spring- und Dressurderbys, schon einen Namen gemacht hat. Kapp nahm mit Wulff und dessen Firma Kontakt auf und machte sich intensiv Gedanken, wie dieses interessante Objekt auf seiner Anlage in Höperhöfen in die Tat umgesetzt werden könnte. Aber nicht nur für alle Amateurreiterinnen und Amateurreiter ist dieses Pilotprojekt in der turnierlosen Corona-Zeit hoch interessant, sondern auch für die Besitzer, die monatlich hohe Kosten für ihre Pferde haben und diese natürlich gern in Aktion sehen und wissen wollen, wie der Ausbildungsstand ihrer Pferde augenblicklich ist. „Grundvoraussetzung ist erst einmal, dass ein top Springplatz zur Verfügung steht“, sagt der Höpenhöfener und ging zu Hause an die Sache ran. Neue Sprünge und ein neuer Reitboden sind in Arbeit, damit der Springplatz den Anforderungen eines virtuellen Online-Turniers genügt. Die Firma Equi-League beschränkt sich erst einmal darauf, Prüfungen von der Kl. E bis L in der Dressur- und im Springen anzubieten. Der große Vorteil bei der gesamten Sache ist, dass die Prüfungen zu Hause auf der eigenen Anlage stattfinden und so keine weite Fahrten zu den Turnierplätzen nötig sind. Die neue Chance ist nahezu grenzenlos und soll die gewohnte und bekannte Turnierlandschaft ergänzen. In den verschiedenen Alters- und Leistungsgruppen können Reiterinnen und Reiter gegeneinander antreten, ohne wie bereits gesagt den eigenen Hof oder die eigene Anlage verlassen zu müssen. Daher ist es natürlich auch ein viel geringerer Zeitaufwand und es sind deutlich verringerte Kosten für die Teilnehmer. Equi-League bietet mit seiner Online-Plattform sowohl Spring- als auch Dressurreitern unter turnierähnlichen Wettkampfbedingungen die Möglichkeit gegeneinander anzutreten. Wie läuft aber so ein Online-Turnier ab? Zunächst muss beim Veranstalter, in diesem Fall bei Equi-League, für die entsprechende Prüfung genannt werden. Dann müssen zwei Videos gedreht werden. Das erste vom Abreiten und das zweite von der Prüfung selbst. Die Videos werden hochgeladen und im Anschluss an die Prüfung wird von Experten (erfahrenen Richtern) eine Rangierung vorgenommen. Jeder Teilnehmer erhält ein Protokoll und einen Kommentar zu seinem Ritt. Equi-League mit Volker Wulff verfügt über ein weitreichendes Netzwerk, die Kontakte und die Technologie, um virtuelle Turniere auf professioneller Basis stattfinden zu lassen. Und das wichtigste an diesem Konzept zum Schluss: Alle strengen Auflagen der Behörden in dieser Corona-Zeit, wie zum Beispiel den Mindestabstand zu halten und Maskenpflicht, müssen und werden natürlich eingehalten. „Ich glaube, dass virtuelle Online-Turniere vor allen Dingen für alle Amateurreiterinnen und Amateurreiter eine tolle Sache in dieser so gut wie turnierlosen Zeit sind. Endlich können alle auch wieder einmal eine weiße Reithose anziehen. Ich will alles tun, damit dieses Projekt auf meiner Anlage umgesetzt und ein voller Erfolg wird“, verspricht Boris Kapp und versprüht großen Optimismus. Die ersten Trainingstests in Höperhöfen sind bereits angelaufen, sodass schon bald auch das erste virtuelle Online-Turnier im Kreis Rotenburg Wirklichkeit werden könnte.

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