Verden-Allers Träume aus C-Jugend-Zeiten

Lars Blatt: Aus Spaß wird jetzt Bundesliga-Ernst

Lukas Seliger von der HSG Verden-Aller mit Trommel auf der Tribüne.
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Erst war seine Verletzung ein Schock: Lukas Seliger wurde prima ersetzt und trommelte fortan seine HSG Verden-Aller zum Bundesliga-Aufstieg.

Nach dem Aufstieg in die A-Jugend-Bundesliga erwartet die Handballer der HSG Verden-Aller eine Riesen-Herausforderung. Verbunden mit Erinnerungen von Co-Trainer Lars Blatt an frühere Zeiten. Und Gedanken an die Motivation durch einen ehemaligen Weltmeister.

Verden – „Noch in der C-Jugend hat die Mannschaft aus Spaß gesagt, dass sie mal in der Bundesliga der A-Jugend spielen möchte. Jetzt wurde aus Spaß Ernst“, erinnert sich Lars Blatt, Co-Trainer des frischgebackenen Aufsteigers HSG Verden-Aller, schmunzelnd. Das Team um Spielgestalter Tom Lasse Blatt hat sich vergangene Woche den Traum von der Beletage des Deutschen Handballs nach dem Triumph beim TSV Anderten erfüllt.

Damit befindet es sich unter den besten 48 Mannschaften der Republik – als zweites Team aus dem Kreis nach dem TV Oyten, der mit seinen Jahrgängen 1999 bis 2001 zwei Serien in der Bundesliga mitgemischt hatte.

Kunze-Team trotzt allen Rückschlägen

Bereits seit frühester Jugend hatte Lars Blatt das Team gemeinsam mit Sven Klaasen sowie Ulfert Dudda unter seinen Fittichen gehabt. In der nächsten Saison stehen den Jungs um den herausragenden Keeper Niklas Kriegel gegen Teams aus dem Feinschmeckerregal echte Leckerbissen bevor – THW Kiel, TBV Lemgo, HSV Hamburg oder auch HC Bremen sind Herausforderungen, die sich gewaschen haben.

„Besonders im Lokalderby und Highlight gegen den HC brauchen wir uns nicht zu verstecken und setzten auf die Unterstützung unserer Fans. Mit den Internaten brauchen wir uns ja nicht zu messen. Obwohl ich unserer Mannschaft das zutrauen würde“, erklärt der 53-jährige Lars Blatt. Dass sich der Bundesliganeuling neben einem Sieg im Derby gegen den HC Bremen in einer einfachen Runde für die Meisterrunde qualifizieren könnte – dafür fehlt dem Co-Trainer schlicht die Fantasie. Realistischer scheint dagegen das Erreichen der Pokalrunde, in der die Plätze drei bis sechs jeweils eine normale Runde mit Hin- und Rückspiel vor der Brust haben.

Ein Faustpfand könnte sein, dass sich das Team von Übungsleiter Sascha Kunze auch von personellen Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen lässt. So fiel beim Coup an der Leine neben dem zuvor schwer verletzten Haupttorschützen Lukas Seliger auch noch Leistungsträger Lasse Metzing mit einer Gehirnerschütterung in der 18. Minute aus. Doch Kunze und die HSG machten das Beste aus der Situation.

Einer der Garanten für den Riesen-Erfolg der HSG Verden-Aller: Niklas Kriegel glänzte als Torwart seiner A-Jugend in den entscheidenden Spielen.

Auf der Königsposition brachte Verdens Trainerteam für Seliger den baumlangen Kevin Bröcker, der mit seinem Gardemaß von 199 Zentimetern und seiner Wurfgewalt überzeugte. „Für Metzing kam mit Linkshänder Louis Beyer eine andere Qualität in unser Spiel, die von der Defensive Andertens nicht zu bewältigen war“, hatten Kunze und sein Trainerstab Alternativen im Köcher. So legte Rechtsaußen Malte Emigholz, seit dem 1. Juli überhaupt erst spielberechtigt, trotz zweier Fehler am Spielende eine sehenswerte Leistung hin.

Co-Trainer Blatt hält fest: „Das Potenzial des Teams war eindeutig zu erkennen und wir haben uns die Bundesliga verdient.“ Dass auch die zweite Reihe mit Bröcker & Co. zündete, war letztlich das Zünglein an der Waage. Auch die Defensive, die im zweiten Abschnitt im Zusammenspiel mit Keeper Niklas Kriegel Anderten nur vier Treffer zuließ, war ein entscheidender Schlüssel zum Sieg.

Extra-Motivation durch Ex-Weltmeister Markus Baur

Bereits seit den Minis habe das Gros der Mannschaft zusammengespielt. Und sei nicht nur Blatt ans Herz gewachsen, wie der Geschäftsführer einer weltweit tätigen großen Firma unverhohlen zu verstehen gibt: „Wir haben immer Leistungshandball mit den Jungs gespielt. Jetzt haben wir sogar sechs Spieler im Stützpunkttraining der Niedersachsenauswahl der Jahrgänge 2004/2005.“ Bereits in der E-Jugend gelang den Verdenern um Spielmacher Blatt das Kunststück, sich im Beachhandball den Titel eines Norddeutschen Meisters zu sichern.

Eine Portion Extra-Motivation hat Verden-Aller vor den letzten beiden entscheidenden Partien sogar von Markus Baur erhalten. Der ehemalige Spielmacher der Nationalmannschaft und Weltmeister von 2007, den Lars Blatt persönlich kennt, sprach in einer Video-Botschaft in 38 Sekunden Mut zu: „Gebt Gas und erfüllt euch den Traum von Bundesliga. Es lohnt sich auf jeden Fall!“

In der Beletage gelte es, vor dem Saisonstart im September noch an Einzelheiten zu feilen. Ärgerlich, dass der Aufsteiger bei der Auslosung nur zwei Heimpartien bei fünf auszutragenden Spielen erhielt, während der HC Bremen dreimal vor eigenem Publikum antreten darf. Doch das Trainerquartett mit Blatt, Sven Klaasen, Torwarttrainer Bastian Bormann sowie Haupttrainer Sascha Kunze sieht die Truppe der Jahrgänge 2004/2005 bestens vorbereitet auf das Abenteuer. Schließlich war das ja schon in der C-Jugend als Fernziel formuliert worden. Jetzt wird aus Spaß halt Ernst.

Von Björn Lakemann

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